Raus! Wenn der Schiri rot sieht
Rüpel Rooney: Hitzkopf Wayne Rooney gerät wegen seines rüpelhaften Verhaltens auf und abseits des Spielfeldes immer wieder in die Schlagzeilen. Hier sieht er von Schiedsrichter Horacio Elizondo (l.) im WM-Viertelfinalspiel 2006 England gegen Portugal die Rote Karte - Rooney hatte Ricardo Carvalho in den Unterleib getreten.
Das "tapfere Schneiderlein": Sein beherztes Eingreifen während der Partie England gegen Agentinien brachte dem Schiedsrichter Rudolf Kreitlein, der sein schwarzes Outfit für die Fußball-WM 1966 selbst entworfen hatte, den Spitznamen das "tapfere Schneiderlein" ein. Links neben Kreitlein der argentinische Mannschaftskapitän Antonio Rattín, der sich sieben Minuten lang gegen den Platzverweis wehrte - erst Polizeibeamte konnten ihn zum Abmarsch bewegen.
Roter Teppich für einen Weltstar: Schiedsrichter Horacio Elizondo zeigt dem französischen Nationalspieler Zinédine Zidane im Finale der Fußball-WM gegen Italien in Berlin am 9. Juli 2006 den roten Karton - es war die 15. Rote Karte seiner Karriere und sogleich seine letzte. Zidane hatte seinem italienischen Gegenspieler Marco Materazzi eine Kopfnuss verpasst - Frankreich verlor das Spiel, Italien wurde Weltmeister und Zidane beendete seine Karriere.
Auf einen Sprung: Der Franzose Eric Cantona vom englischen Verein Manchester United erlangte 1995 zweifelhafte Berühmtheit, als der Stürmerstar mit beiden Beinen über die Bande des Londoner Crystal-Palace-Stadions in einen Zuschauer hineinsprang, der ihn mit Rufen verhöhnt hatte. Die ungewöhnliche Tätlichkeit brachte ihm eine achtmonatige Sperre ein.
Kreitleins Notizen: Eine Schiedsrichter-Notizkarte mit Eintragungen des deutschen Fifa-Schiedsrichters Rudolf Kreitlein vom WM-Spiel England-Argentinien 1966 in der Ausstellung "Herr der Regeln" in Leipzig. Kreitlein notierte: "34. Min. ... Rattin greift von hinten an und stößt mit den Ellenbogen Hurst zu Boden. Rattin lässt sich dann selber fallen, theatralisch, seine Geste."
Rekordverdächtig: Nur 37 Sekunden nach seiner Einwechslung sieht Mateja Kezman bei der EM 2000 im C-Gruppenspiel Norwegen gegen Jugoslawien vom Schiedsrichter Hugh Dallas die Rote Karte - damit hält Kezman den Rekord für die schnellste Rote Karte bei einer Fußball-Europameisterschaft.
Platzverweis: In der 34. Minute verweist der Stuttgarter Schiedsrichter Rudolf Kreitlein (mit dem Rücken zur Kamera) den Argentinier Antonio Rattin (3.v.r.) nach erneutem Foulspiel vom Platz. Der aber tat so...
..., als würde er nichts verstehen: Rattín beteuerte seine Unschuld und bediente das ganze Repertoire an entsprechenden Gesten. "Das war feinstes Theater", beschreibt der Historiker Rainer Schimpf das Spektakel.
Mit allen Mitteln: Am ersten Spieltag der Bundesligasaison 1999/2000 fliegen gleich sieben Profis vom Platz - Rekord! Dortmunds Sergej Barbarez (nach Tätlichkeit) und Leverkusens Boris Zivkovic (nach Notbremse) sehen glatt Rot, Ned Zelic und Christian Prosenik (beide 1860 München), Ludwig Kögl (Unterhaching), Zvonimir Soldo (VfB Stuttgart) und Mehdi Ben-Slimane (SC Freiburg) bekommen gelb-rot. Zivkovic muss nach seinem Foul gegen den Duisburger Markus Beierle sogar schon nach vier Minuten zum vorzeitigen Duschen. Auch das ist ein Rekord.
Schiedsrichter Øvrebø: Der Schalker Mladen Krstajic (r.) bekommt von Schiedsrichter Tom Henning Øvrebø im Spiel gegen FC Sevilla die Rote Karte gezeigt. Die Begegnung am 20. April 2006 in der Veltins-Arena endete 0:0. Der Norweger Øvrebø steht aufgrund zahlreicher strittiger Entscheidungen als Schiedsrichter in der Kritik.
Spielpause: Die Partie England gegen Argentinien bei der Fußball-WM 1966 musste für insgesamt neun Minuten unterbrochen werden - der englische Nationalspieler John "Jack" Charlton nahm's gelassen und setzte sich erst mal mitten aufs Spielfeld.
Rote Karte für Stimac: Schiedsrichter Leif Sundell zeigt dem kroatischen Spieler Igor Stimac (Mitte) beim EM-Viertelfinalspiel am 23. Juni 1996 im Old Trafford-Stadion in Manchester die Rote Karte. Davor Suker (l.) verfolgt die Szene. Die Partie, die Deutschland mit 2:1 gewann, wurde überaus ruppig geführt. Vor allem die Kroaten gingen mit enormer Aggressivität zu Werke und fühlten sich dennoch vom Schiedsrichter benachteiligt, da Jürgen Klinsmann nach einem üblen Tritt weiter spielen durfte, während der Kroate Stimac wegen wiederholten Foulspiels die Rote Karte erhielt.
Zum Schreien: Beim Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich 1998 zwischen Argentinien und England wurde Englands Mittelfeldstar David Beckham von einem Südamerikaner umgesäbelt. Wenig später wurde Beckham selbst wegen einer Tätlichkeit vom Platz gestellt.
Fest im Griff: Berühmt wurde Vinnie Jones als der Mann, der einmal bereits nach drei Spielsekunden eine Gelbe Karte sah - und vor allem durch seinen beherzten Griff nach den Kronjuwelen von Newcastles Superstar Paul Gascoigne. Das fiese verdeckte Foul wurde von einen Fan mit Kamera festgehalten und ist seither Legende, die wie hier auf vielen Internet-Seiten weiterlebt.
Vor den Kopf gestoßen: Der Ausraster des französischen Superstars Zinedine Zidane gegen Italiens Marco Matterazzi im WM-Finale von Berlin 2006 wurde sofort Legende und ist wohl unbestritten das berühmteste Brutalo-Foul der jüngeren Sportgeschichte.
Groß gegen Klein: Vinnie Jones, genannt "Die Axt", kannte auch bei Freundschaftsspielen keine falschen Rücksichten - wie diese Amateuraufnahme eindrucksvoll dokumentiert, die ein User auf Flickr.com eingestellt hat. Im Internet kursieren zahlreiche Schnappschüsse, die Jones, der in seiner Kicker-Karriere stolze 13 Mal vom Platz gestellt wurde, bei fiesen Fouls zeigen.
Toni Schumacher im Anflug: Das wohl folgenschwerste Torwartfoul geht auf das Konto des damaligen deutschen Nationaltorhüters Toni Schumacher, der am 8. Juli 1982 im WM-Halbfinale gegen Frankreich im Sanchez-Pizjuan-Stadion von Sevilla aus vollem Lauf den französischen Spieler Patrick Battiston mit einem Karatesprung umnietete. Battiston erlitt eine Gehirnerschütterung und verlor drei Zähne. Das beispiellose Foul hängt Schumacher bis heute nach; das Spiel blieb allerdings auch wegen seiner sportlichen Dramatik im Gedächtnis - Deutschland siegte nach einem unglaublich spannenden Elfmeterschießen mit 8:7 Toren.
Des Schneiderleins Werkzeug: Die goldene Pfeife des Schiedsrichters Rudolf Kreitlein.
Walter Boyd: Einer der Einsätze des Spielers vom walisischen Klub Swansea City war vorbei, bevor er begonnen hatte - bei einer Einwechslung rammte Walter Boyd im Vorbeitraben einem Gegenspieler seinen Ellenbogen ins Gesicht und sah dafür Rot, noch bevor der Schiedsrichter das Spiel wieder angepfiffen hatte.
Andy McLaren: Mehrere Jahre hielt der schottische Zweitligaspieler den Rekord für die meisten Roten Karten in einem Spiel: Andy McLaren (r.) bekam im Dezember 2006 für ein Foulspiel, eine Tätlichkeit gegen einen Spieler und eine Sachbeschädigung in der Schiedsrichterkabine drei Rote Karten. Das Bild zeigt ihm im Zweikampf mit Hearts Neill McCann während der Scottish Premier Division im Tynecastle Stadium von Edinburgh am 31. Januar 1998.