Futaba Zu Hause im Sperrgebiet
Die Kirschblüte war eines der Wahrzeichen der Gemeinde Futaba in der Präfektur Fukushima...
...in der vor dem Erdbeben am 11. März mehr als 6000 Menschen lebten.
Doch das Beben und der Tsunami zerstörten viele Gebäude in dem Ort, 30 Menschen starben, fünf gelten noch als vermisst.
Zweimal durften die Bewohner von Futaba seit der Atomkatastrophe in ihre Häuser zurück. Nicht wenige haben die Hoffnung aufgegeben, jemals dauerhaft zurückkehren zu können.
Dass Futaba auch noch direkt neben dem Atomkraftwerk Fukushima Daiichi liegt, in dem die Kühlung ausfiel und mehrere Reaktorgebäude von Explosionen erschüttert wurden, wurde den Einwohnern zum Verhängnis.
Aus dem AKW drang radioaktive Strahlung, die Futaba verseuchte und auf Jahre unbewohnbar machte.
Die Fahrräder an der Bahnstation Futaba zeigen, die hektisch die Kleinstadt verlassen wurde.
Ihre Einwohner mussten fliehen - und die Behörden mit ihnen. Das Gemeindeamt ist nun in einer Schule in der Präfektur Saitama einquartiert.
Die ehemaligen Oberschule liegt rund 270 Kilometer von dem Ort entfernt, den die Mitarbeiter verwalten sollen.
Von Saitama aus organisieren die Mitarbeiter die anstehenden Gemeinderatswahlen.
Am 20. November stimmen die Einwohner von Futaba darüber ab, wer künftig im Gemeinderat des Ortes sitzen soll, der komplett in der abgeriegelten Sperrzone liegt.
Hiromi Takeuchi leitet die Abteilung für allgemeine Angelegenheiten, in der sich gerade alles um die Wahlen dreht. 5494 Menschen sind wahlberechtigt - und sie leben über ganz Japan verteilt. "Sogar nach Okinawa ist jemand gezogen, zu seinen Verwandten", sagt Takeuchi. Weiter geht's kaum: Die Inselgruppe Okinawa ist mehr als 2000 Kilometer von Futaba entfernt.
Ob und wann Schulkinder und Geschäftsleute die Straßen in Futaba wieder entlangschlendern und -radeln werden, ist völlig unklar,...
...noch ist die Strahlung dafür zu hoch und die Menschen aus Futaba wissen nicht, wann sie zurückkehren können.