Gipfel in Buenos Aires G20 endlich komplett
Alle sind schon da - nur eine nicht. Wegen einer Flugzeugpanne hat Kanzlerin Angela Merkel den Auftakt des G20-Treffens verpasst. Die Hauptthemen bargen Streitpotenzial: Der Handelskrieg zwischen den USA und China, die Ukrainekrise und die saudi-arabische Khashoggi-Affäre belasten die Beziehungen zahlreicher Teilnehmerländer.
Wegen eines technischen Defekts an der Regierungsmaschine musste Merkel ihren Flug von Berlin zum G20-Gipfel in Buenos Aires am Donnerstagabend unterbrechen und in Köln-Bonn zwischenlanden. Die Luftwaffe flog sie zunächst nach Madrid. Von dort musste sie mit einem Linienflugzeug nach Buenos Aires weiterreisen - wo sie am Samstagabend endlich ankam.
Tausende demonstrieren in der argentinischen Hauptstadt gegen das Treffen der Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Auch aus Deutschland reisten Demonstranten an, die schon beim von Gewalt überschatteten G20-Gipfel in Hamburg dabei waren.
Zum Auftakt des Gipfels blieb es auf den Straßen von Buenos Aires zunächst friedlich und bunt: Diese Frauen hatten sich in den Landesfarben der G20-Nationen bemalt.
Sicherheitskräfte beschlagnahmten nahe der Demonstrationsstrecke rund ein Dutzend Brandsätze in einem verlassenen Auto. Die Molotowcocktails lagen in einem ausgebrannten Taxi.
Russlands Präsident Wladimir Putin gegrüßt den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman betont herzlich. Und der Fall des ermordeten saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi? Sollte hier keine Rolle spielen.
Kanzlerin Angela Merkel plant kein Treffen mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in Buenos Aires. Die Bundesregierung hat wegen der Khashoggi-Affäre - anders als Frankreich und Großbritannien - zumindest vorläufig einen Rüstungsexportstopp gegen Saudi-Arabien verhängt.
US-Präsident Donald Trump, sein scheidender mexikanischer Amtskollege Enrique Peña Nieto und Kanadas Premierminister Justin Trudeau unterzeichnen das Nachfolgeabkommen für den nordamerikanischen Freihandelspakt Nafta.
US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping sollen sich am Samstagabend treffen. Es mehren sich die Anzeichen, dass es zumindest zu einem "Waffenstillstand" im Handelskrieg der beiden größten Volkswirtschaften kommen könnte.
Argentiniens Präsident Mauricio Macri empfängt die Trumps zum Kulturprogramm - einem Opernbesuch im Colon Theater.
US-Präsident Trump begrüßt dessen Frau, Juliana Awada, mit Küsschen.
Endlich komplett. Pünktlich zum gemütlichen Teil des Abends ist auch Angela Merkel wieder dabei.