G20-Gipfel Spitzentreffen in Krisenzeiten
In Zeiten wachsender politischer Spannungen und einer schwächer werdenden Weltwirtschaft hat der G20-Gipfel im japanischen Osaka begonnen. In bilateralen Treffen wollen die Staatenlenker die aktuellen Krisenherde besprechen.
Mit besonderer Spannung wird Trumps Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Samstag erwartet. Thema soll der Handelsstreit der beiden Wirtschaftssupermächte sein, der die globale Konjunktur schon jetzt erheblich belastet. Beobachter halten es für möglich, dass Xi und Trump eine Wiederaufnahme der suspendierten Handelsgespräche vereinbaren.
Bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte Trump die Kanzlerin eine "fantastische Frau" und eine "Freundin". Im Mittelpunkt ihrer bilateralen Unterredung standen nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert die Entwicklung in Libyen und in der Sahelzone, die Lage in der Ostukraine, die Auseinandersetzung der USA mit Iran sowie der transatlantische Handel.
Vor dem Treffen hatte Trump Deutschland allerdings noch wegen des aus seiner Sicht zu niedrigen Wehretats der Bundesrepublik gerügt.
Zu Beginn des Treffen schienen die Positionen der G20-Staaten in vielen Fragen kaum vereinbar. Es war unklar, ob sie sich bis Samstag überhaupt auf eine gemeinsame Abschlusserklärung einigen können. Große Streitpunkte sind der Klimaschutz und der freie Handel - hier treten die USA als Bremser auf.
Trump will in Osaka auch mit Russlands Präsident Wladimir Putin zusammenkommen - zu ihrem ersten bilateralen Treffen seit fast einem Jahr. Kanzlerin Merkel plant ebenfalls eine Begegnung mit Putin. Kurz vor Beginn des G20-Gipfels hatte der russische Präsident Merkels Flüchtlingspolitik von 2015 als "Kardinalfehler" bezeichnet.
Der französische Präsident Emmanuel Macron will bei dem Treffen unter anderem die Neubesetzung von EU-Spitzenposten forcieren.