Kreativer G20-Protest Liebe statt Hiebe
Die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten tagen in Hamburg, und Tausende Menschen protestieren dagegen - viele auf kreative Art. Zum Beispiel mit Seifenblasen.
Angesichts gewalttätiger Ausschreitungen im Schanzenviertel dürften in diesen Tagen viele Hamburger besorgte Anrufe und Nachrichten bekommen haben. Diese Familie antwortet auf eher unkonventionelle Art.
Unkonventionell ist auch dieser Umgang mit den Auswirkungen der Gewaltexzesse im Straßenbild: Anwohner im Schanzenviertel haben aus Pflastersteinen ein Friedenszeichen gelegt und den zerstörten Gehweg in ein Blumenbeet verwandelt.
Erhobenen Hauptes, mit erhobenen Armen: Eine Frau setzt sich direkt vor einer Polizeikette auf die Straße, und sie ist nicht allein. Rechts im Bild ist offenbar ein kleines Kuscheltier zu sehen, das sie mitgebracht hat.
Das Projekt Weltfrieden ist ein großes Projekt, dieses Peace-Zeichen auch. Was genau der junge Radfahrer am Freitag damit vorhatte, ist nicht überliefert.
Blumen für die Beamten der "Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit": Dieser Junge hält offenbar nicht viel vom Polizeifeindbild, das vor allem Autonome und linke Protestgruppen verbreitet hatten.
Andere gehen noch weiter: Als dieser Mann einen Polizisten umarmt, klatschen umstehende Demonstranten am Rande einer Sitzblockade Beifall.
Als versöhnliche Geste sind wohl auch diese buntbemalten Pappherzen zu verstehen, die zwei junge Frauen am Rande der Demonstration "Grenzenlose Solidarität statt G20" um den Hals tragen.
Viele Hamburger sind stolz auf ihre hanseatische Gelassenheit, hier ist sie in prototypischer Form zu sehen: ein von Wasserwerfern bearbeiteter Radfahrer neben einem Steine werfenden G20-Gegner.
Ob sie versteht, warum der Supermarkt auf der anderen Straßenseite geplündert wurde? Auf jeden Fall setzt dieses Mädchen nahe des Schanzenviertels ein unübersehbares Zeichen für Frieden.
Der Gipfel hatte noch gar nicht begonnen, da gab es bereits eine kreative Protestaktion gegen den G20-Gipfel. Am Mittwoch schlichen grau angemalte Männer und Frauen durch das Kontorhausviertel in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofs.
Wenig später schlug die Stimmung der Kunstaktion "1000 Gestalten" schlagartig um: Die Teilnehmer legten ihre farblose Kleidung ab, umarmten sich jubelnd und sprangen nach einem Sprint in die Elbe.
Und selbst in angespannten Situationen am Rande von Kundgebungen kam das Alltagsleben in der Innenstadt nicht völlig zum Erliegen. Dieser Bote etwa lieferte brav seine Pizzen aus.
"BMW abzugeben, bedingt fahrbereit": Die Autos Dutzender Hamburger sind während des Gipfels in Flammen aufgegangen, in diesem Fall bemüht sich ein Eigentümer offenbar um Humor. Ganz unten auf der Pappe steht: "Für Bastler sicher kein Problem".
Na? Wissen Sie, die Flaggen welcher Staaten die Demonstranten auf diesem Bild durch Hamburg tragen? Die Aktion sollte offenbar auf jene Staaten aufmerksam machen, die beim G20-Gipfel nicht vertreten waren.
Steine werfen? Och nö. Dieser schwarz gekleidete Demonstrant holte während der "Welcome to Hell"-Demonstration am Donnerstag eine Blockflöte hervor und führte ein Liedchen auf. Ob die Polizisten davon angetan waren, ist nicht bekannt.
Vielerorts ähnelten die Versammlungen eher einem Happening als einer politischen Demonstration. Straßenhändler wie dieser Mann nutzten das für sich - denn Lust auf Bier hatten viele Hamburger trotz aller Kapitalismuskritik.
Ihnen wird der Saft abgedreht: Weil die Polizei sich auf Zusammenstöße mit dem schwarzen Block einstellt, müssen diese Anwohner ihre Bierzeltgarnitur einpacken. Sie tragen es offenbar mit Fassung.
Gute Laune und trotzdem eine klare Haltung: Die schweren Krawalle zwischen Polizisten und Autonomen bewegten viele Hamburger dazu, sich gegen den schwarzen Block zu positionieren.
Heimliche Helden: Die Hamburger Straßenreinigung hat in diesen Tagen einen Großeinsatz nach dem anderen zu bewältigen. In sozialen Medien wird der "orange Block" für diese Leistung gefeiert.