G20-Teilnehmer Merkel und die wilden Kerle
Gastgeberin des G20-Gipfels ist Bundeskanzlerin Angela Merkel, 62. Sie ist seit 2005 im Amt. Mit Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan gehört sie zu den G20-Teilnehmern mit der größten internationalen Erfahrung.
Er ist der wohl umstrittenste Staatschef auf Angela Merkels Gästeliste: US-Präsident Donald Trump, 71, ist seit Januar 2017 im Amt.
Russland wird von Präsident Wladimir Putin, 64, bei den G20 vertreten. Der starke Mann des Riesenreichs wurde nach einem Intermezzo als Premierminister 2012 wieder ins Präsidentenamt gewählt; er regiert Russland bereits seit der Neujahrsnacht 2000. Mit besonderer Spannung erwartet wird Putins erstes Treffen mit Donald Trump. Das Verhältnis zu Angela Merkel ist schon lange zerrüttet.
Recep Tayyip Erdogan, 63, lenkt die Geschicke der Türkei in unterschiedlicher Position seit vielen Jahren. Von 2003 bis 2014 war er Ministerpräsident, seit 2014 ist er Staatspräsident des Landes und hat seine Befugnisse erst kürzlich deutlich ausgebaut.
Staatsminister Ibrahim al-Assaf, 68, vertritt Saudi-Arabien in Hamburg. Assaf war bis Oktober 2016 Finanzminister des Königreichs. Saudi-Arabiens König Salman, 81, hatte seine Teilnahme am Hamburger Gipfel kurzfristig abgesagt. Grund sind die aktuelle Spannungen im Verhältnis zum Nachbarland Katar.
Xi Jinping, 64, ist seit 2013 Staatspräsident Chinas. Auf internationalem Parkett preist er gern die Vorzüge von Globalisierung und Freihandel; und könnte neben Merkel zum großen Gipfelgegenspieler von Trump werden. Zugleich setzt Peking aber die Politik der Abschottung des eigenen Marktes fort.
Narendra Modi, 66, wurde 2014 in Indien zum Regierungschef gewählt. Damals beendete seine hindu-nationalistische BJP die Herrschaft der Kongresspartei des Gandhi-Klans. Modi ist aufgrund seiner Vergangenheit nicht unumstritten. Während seiner Amtszeit als Gouverneur von Gujarat kam es in der Provinz zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Moslems, rund tausend Menschen starben.
Jacob Zuma, 75, ist seit 2009 Präsident Südafrikas. Er steht innenpolitisch wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck.
Japan wird beim G20-Gipfel in Hamburg von Premierminister Shinzo Abe, 62, vertreten. Er gehört zum nationalistischen Lager und ist seit 2012 in Amt. International bekannt geworden ist er mit einem wirtschaftspolitischen Ansatz, der den Spitznamen Abenomics bekommen hat. Abe hat versucht, Japans lahmender Wirtschaft mit großen Konjunkturprogrammen auf die Sprünge zu helfen.
Michel Temer, 76, vertritt nun doch Brasilien in Hamburg. Ursprünglich hatte der Präsident seine Teilnahme an dem Gipfel abgesagt. Temer steht als Staatsoberhaupt unter Druck, seit die Generalstaatsanwaltschaft gegen ihn Klage eingereicht hatte. Es geht um den Vorwurf der Korruption. Temer ist nach der Absage des saudischen Königs Salman der älteste Gipfelteilnehmer. Er ist seit August 2016 im Amt, das Treffen in Hamburg ist sein erster G20-Gipfel.
Großbritanniens Premierministerin Theresa May, 60, kommt angeschlagen nach Hamburg. Das Brexit-Votum der Briten hat ihren Aufstieg beschleunigt, seit 2016 ist sie Regierungschefin, hat allerdings stark an Rückhalt verloren.
Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni, 62, gehört zur Riege der G20-Teilnehmer, die erst seit Kurzem im Amt sind: Im Dezember 2016 löste er Matteo Renzi ab, nachdem dessen Verfassungsreferendum bei den Wählern durchgefallen war.
Er ist Europas Shootingstar: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, 39, ist erst seit 2017 im Amt, verbreitet aber schon jetzt mehr Dynamik als sein Vorgänger François Hollande in fünf Jahren Amtszeit.
Justin Trudeau, 45, ist seit 2015 Premierminister Kanadas - und gilt bereits als "Anti-Trump" und liberaler Gegenspieler seines US-Amtskollegen.
Enrique Peña Nieto, 50, ist seit 2012 Staatspräsident Mexikos. International für Aufmerksamkeit sorgte er zuletzt mit seiner Auseinandersetzung mit dem Weißen Haus über die von Donald Trump geplante Grenzmauer zu Mexiko.
Südkorea: Präsident Moon Jae In, 64, löste im Mai 2017 seine Vorgängerin ab, die über einen Korruptionsskandal gestürzt war.
Sein Name sagt vermutlich in Europa nur Insidern etwas: Joko Widodo, 56, ist seit Oktober 2014 Staatspräsident Indonesiens. Weil einige eine gewisse äußerliche Ähnlichkeit mit Donald Trumps Vorgänger im Weißen Haus in ihm sehen, wird er von manchen Medien auch Indonesiens Obama genannt.
Präsident Mauricio Macri, 58, vertritt Argentinien in Hamburg. Er wurde im Dezember 2015 als Staatschef vereidigt. Mit seinem Wahlsieg beendete der konservative Macri die Kirchner-Ära in Argentinien: Seine Amtsvorgänger waren Nestor Kirchner (2003 bis 2007) und Cristina Kirchner (2007 bis 2015).
Malcom Turnbull, 62, ist seit dem 15. September 2015 Premierminister Australiens. Zuletzt machte er international Schlagzeilen, als er Donald Trump mit einer Persiflage auf die Schippe nahm.
Vielleicht ist es Ihnen beim Durchzählen aufgefallen: Die G20 sind in Wahrheit eine Gruppe von 19 Ländern. Mitglied Nummer 20 ist die EU, sie wird beim Gipfel von der EU-Kommission vertreten, in Person von Ratspräsident Donald Tusk und Kommissions-Chef Jean-Claude Juncker.