Gadgets auf der CES Bier, Brot und Autofahrten mit Automaten
Google thront über allem. Es ist erst die zweite CES, auf der der Internetkonzern überhaupt vertreten ist, doch die Kalifornier legen gleich einen ganz großen Auftritt hin. Über dem Eingang der südlichen Messehalle hängt ein gewaltiges "Hey Google"-Plakat, mit dem sie den Besuchern geradezu einhämmern, dass sie das fetteste Marketing-Budget haben.
Auf Googles Messestand ist dann alles so, wie man es erwarten würde. Alles ist bunt, hip und manchmal auch lecker. So wie diese Kaugummiautomaten in den Google-Farben.
Google zeigt auf der Messe sogar ein paar Neuheiten. So wie die neue Dolmetscherfunktion des Google Assistant, die man aktiviert, in dem man etwa sagt: Hey Google, sei mein Übersetzer für Italienisch. Auf diesem Bild sind zwei Google-Manager zu sehen, die diese neue Möglichkeit nutzen, um sich auf Englisch und Französisch zu unterhalten.
Für den großen Messestand von Google war offenbar in keiner der Messehallen mehr genug Platz. Der Konzern hat sich deshalb auf dem Freigelände eine eigene Halle aufgebaut. Bis 2018 stand an dieser Stelle das Zelt des Gitarrenherstellers Gibson, der im Mai 2018 Insolvenz angemeldet hat.
Google zeigt auch Geräte, die mit dem Google Assistant zusammenarbeiten. Bei genauem Hinsehen fällt auf, dass zumindest eines der der dort gezeigten Gadgets eigentlich nicht dorthin gehört: Der vernetzte Lautsprecher Sonos One, rechts oben im Regal, soll diese Fähigkeit zwar bald bekommen, noch ist es aber nicht so weit.
Indirekt haben auch diese Schlafzimmerwecker von Lenovo mit Google zu tun. Das Lenovo Smart Clock mit Google Assistant genannte Gerät kann aber mehr als nur die Zeit anzeigen. Komplett per Sprache gesteuert, lassen sich damit viele Funktionen von Googles künstlicher Intelligenz nutzen, also etwa Wissensfragen stellen, Kalendereinträge erstellen, Podcasts hören oder etwa das Bild einer Überwachungskamera anschauen. Für Musik ist die Klangqualität nicht gut genug.
Samsungs neuer Space Monitor soll auf dem Schreibtisch Platz machen. Ein spezielles Gelenk ermöglicht es, den Bildschirm dicht an die Wand heranzuklappen, wenn man ihn gerade nicht braucht.
Immer mehr Geräte lassen sich kabellos aufladen. Wer das ausnutzen will, brauchte bisher mehrere Ladestationen. Das Dreifach-Ladepad Unravel soll dieses Problem zumindest für bis zu drei Geräte lösen und lässt sich für unterwegs zu einem schlanken Päckchen zusammenklappen. Auf Kickstarter und Indiegogo kann man es derzeit noch für 69 Dollar bestellen.
Auch das gehört zur CES: Auf dem Messestand von Bosch ist zu sehen, wie sich der deutsche Elektronikhersteller die Mobilität der Zukunft vorstellt, in der autonom fahrende Autos ihre Nutzer auf Bestellung abholen, zu ihrem Ziel bringen und dabei munter miteinander kommunizieren.
Dem Trend zu immer größeren Fernsehern widmet Sony die neuen SG9-Fernseher der Bravia-Master-Serie. Mit 98 Zoll Bildschirmdiagonale, 8K-Auflösung und 120 Kilogramm Gesamtgewicht passt das Topmodell nicht in jedes Wohnzimmer - und auch nicht zu jedem Budget. Der Preis wird fünfstellig sein.
Bei Samsung werden alte Bekannte neu aufgelegt: Der Designfernseher Serif kommt in diesem Jahr mit neuer QLED-Technik und einer Bilddiagonalen von bis zu 65 Zoll auf den Markt.
Die Firma Royole ist derzeit vor allem wegen ihres biegbaren Smartphones Flexipai bekannt. Auf der CES zeigt das Unternehmen aber auch die flexible Tastatur Smart Office Keyboard, die unterwegs in einer Art Kugelschreiber aufgerollt wird.
Fitnesstraining auf dem Hometrainer? Von wegen! Mit dem Fightcamp-Paket soll man den Stress des Tages am Boxsack rauslassen und nebenbei noch fit werden. Zur Motivation sollen dabei Daten vorheriger Workouts eingeblendet werden, damit man versuchen kann, sich selbst zu übertrumpfen. Das Komplettset samt Boxhandschuhen kostet allerdings 1000 Dollar.
Bäcker müssen früh aufstehen? Das gilt beim Breadbot nur noch begrenzt, denn der kann 24 Stunden am Tag Teig Kneten, daraus Brote formen und abpacken. Was die Brotbackmaschine XL kosten wird, ist allerdings noch nicht klar.
Das Mothership von Asus ist nicht mehr ganz Notebook und noch lange nicht PC, aber doch ganz für Gamer konzipiert. Mit GeForce-RTX-2080-Grafikkarte und Intel-Core-i9-Prozessor wird es so schnell nicht schlappmachen. Vor allem aber zeichnet es sich durch ein robustes Aluminiumgehäue und eine abnehmbare Tastatur aus.
LG überträgt das Konzept von Kapselkaffeemaschinen auf seine Bierbraumaschine Homebrew. Man füllt einfach Wasser ein, steckt ein paar Kapseln mit Hopfenöl , Malz und anderen Zutaten ein und zwei bis drei Wochen später sind daraus rund fünf Liter Bier geworden. Echtes Selbstbrauen ist das freilich nicht - und einen Preis hat die Maschine auch nicht.
Ebenfalls bei Asus zu sehen ist das neue Studiobook-Notebook. Dank des sehr schmalen Gehäuses konnte die Firma hier den Korpus eines 15-Zoll-Noteboks mit einem 17-Zoll-Display verbinden. Ein Hingucker ist das virtuelle Ziffernfeld auf dem Touchpad.
Küchengerätehersteller Kitchenaid will das Kochen mit dem Combination Food Processor automatisieren. Neu ist die Idee, Zutaten in eine Maschine zu packen, die daraus automatisch komplette Mahlzeiten kocht, nicht, hier aber eben im Stil des US-Unternehmens umgesetzt. Rund 1500 Euro soll so eine Kochmaschine kosten.
Dieser Smart Water Assistant von der Firma Phyn soll in die Wasserleitung eingebaut werden, Lecks frühzeitig erkennen und per App über den Wasserverbrauch aufklären, kostet aber auch rund 800 Euro - plus Einbau.
LG zeigt neben Unterhaltungselektronik und Hausgeräten auch neue Roboter. Besonders interessant ist dabei das schon auf der Ifa ausgestellte Exoskelett, das beispielsweise beim Tragen schwerer Lasten helfen könnte.
Während der Messe sind in Las Vegas auch einige autonom fahrende Autos des Fahrdienstleisters Lyft unterwegs. Eine Fahrt mit einem solchen Wagen unterscheidet sich allerdings vor allem durch eines von der Fahrt beispielsweise mit einem Taxi: Vorne sitzen zwei Fahrer. Einer hat stets die Hände am Lenkrad, um bei möglichen Fehlern eingreifen zu können, der andere erklärt interessierten Fahrgästen die Technik.