Gadgets von gestern Überlebenskampf auf dem Pausenhof
Lieb mich!: Das Tamagotchi wurde in den neunziger Jahren zum Hassobjekt von Lehrern - und zum Lieblingsgadget der Schüler. Das Elektronikspielzeug aus Japan ist ein virtuelles Küken, das wie ein echtes Haustier gepflegt werden muss. Es piepst dauernd, will essen, trinken, schlafen und braucht Liebe. Wer es vernachlässigt, bringt es um - doch der Reset-Knopf belebt es in Sekundenschnelle wieder.
Hacky-Sack: Schon in den siebziger Jahren erfanden zwei US-Amerikaner ein simples Spiel, das einmal die Pausenhöfe auf der ganzen Welt erobern sollte. Sie füllten einen alten Socken mit Reis, nähten ihn zusammen und versuchten, ihn nur mit den Füßen in der Luft zu halten. Anders als viele Trends mauserte sich das "Hacky-Sack" getaufte Spiel zu einem echten Evergreen, nicht nur in den USA: Inzwischen gibt es auch in Europa etliche nationale und internationale Meisterschaften.
Perfekte Schummelmaschine: Eine Uhr, die rechnen kann? In den achtziger Jahren waren Casio-Armbanduhren mit integriertem Taschenrechner eine echte Sensation auf den Pausenhöfen - und ein praktisches Hilfsmittel für die Matheklausur.
"Furby": Das einst so beliebte pelzige Tierchen konnte mit den großen Ohren wackeln, mit den langen Wimpern klimpern und sogar sprechen - heute entlockt es technikbegeisterten Jugendlichen wohl nur noch ein müdes Lächeln.
Tetris: Es regnet Bauklötze - und eine Generation von Kindern und Jugendlichen drehten durch. Wie kein zweites Videospiel wurde Tetris, Mitte der achtziger Jahre von Alexei Paschtinow entwickelt, nicht nur zu einem einmaligen Verkaufsschlager, sondern zum Symbol der beginnenden Ära der Computerspiele.
Trendsetter: 1989 wurde der Gameboy erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt - und sollte sich durch geschicktes Marketing schon bald millionenfach verkaufen und Generationen von Jugendlichen prägen. Weltweit wurde der kleine graue Kasten, auf dem man zunächst nur Tetris spielen konnte, zur meistverkauften portablen Konsole.
Das Foto von 1992 zeigt den Spieleentwickler Shigeru Miyamoto, der unter anderem "Super-Mario" entwickelte.
Simples Prinzip: In einer Zeit, bevor schrille Handys und bunte Laptops Trends setzten, waren Jojos unter Jugendliche ein echter Renner. Zwar war das uralte Holzmodell auch vor 20 Jahren schon out - aber leuchtende Plastik-Jojos mit freidrehenden Achsen begeisterten einst die Kids.
Klotz am Ohr: Je größer desto besser - sperrige Headphone-Radios, die wie an den Kopf geschnallte Walkie-Talkies aussahen, galten in den achtziger Jahren als todschick.
Die Popples: Mit weit ausgebreiteten Armen, Schmollmund und Augenaufschlag eroberten die putzigen Popples, Plüschfiguren aus den achtziger Jahren, die Herzen der Kinder. Vorbild war eine US-Zeichentrickserie. Heute gibt es die Phantasietierchen nur noch in Nostalgie-Läden und auf Flohmärkten.
Kampf um Anerkennung: Einst boten ausgefallene Füller, Tintenkiller oder schrille Radiergummis noch gute Möglichkeiten, den Respekt der Mitschüler zu erobern.
Aufgepumpte Jugend: Sie kosteten ein halbes Vermögen, ihr Effekt auf die sportliche Leistung tendierte gegen null, doch sie garantierten die Anerkennung der Mitschüler - "Reebok Pump"-Basketballstiefel. Der kleine Ball auf der Zunge der Sportschuhe wurde zum Statussymbol, mit ihm konnte man ein Luftkissen aufpumpen und die Passform des Schuhs angleichen.
Zauberwürfel: Der ungarische Designer und Architekt Erno Rubik ließ sich 1975 dieses dreidimensionale Geduldspiel patentieren. Ursprünglich wollte der Uni-Professor damit nur das räumliche Denkvermögen seiner Studenten trainieren - doch der Zauberwürfel wurde zum Welterfolg, gewann etliche Spielauszeichnungen und brachte auf den Pausenhöfen Generationen von Kindern zum Grübeln und Schwitzen.
Scoubidou-Bänder: Mit den farbenfrohen Plastikbändern knoteten Kinder Tiere, Schlüsselanhänger und Kugelschreiber-Überzieher. Der Trend kam von Frankreich nach Deutschland. Schon in den achtziger Jahren wurden Scoubidous aus Wolle oder aus Isolierungen von Elektrodrähten geknüpft - wer hip sein wollte, hatte lieber gleich mehrere.
Kultspirale: Wer sie besaß, hatte Freunde - "Slinky"-Metallspiralen liefen wie von Zauberhand ganz alleine lange Treppen herunter. Das Kultspielzeug wurde schon 1945 vom US-Mechaniker Richard James erfunden.
Verkaufsschlager: Beim Uhrenvergleich auf dem Schulhof ging es nicht um die Uhrzeit, sondern darum, wer das neuere, breitere oder schrillere Modell hatte. Der Schweizer Hersteller Swatch erhob mit geschicktem Event-Marketing Uhren zu Modeobjekten, machte die quietschebunten Plastikbomber jahrelang zum Kult und verkaufte Millionen Exemplare.
Kult-Schleim: So ähnlich muss sich Autor Danny Kringiel gefühlt haben, als ihm sein bester Freund giftgrünen Schleimfäden ins Gesicht schmierte. Der Ekel-Faktor macht die grüne Suppe bis heute zum Kult. So ließ sich auf diesem Foto aus dem Jahr 2008 US-Schauspieler Harrison Ford bei den "Annual Kids' Choice Awards" in Los Angeles bereitwillig mit Schleim übergießen.
BMX : Was wären die achtziger Jahre, ohne das BMX-Rad? Wer was auf sich hielte, der besaß dieses Kultrad, erinnert sich Oliver Sturm.
Eiskarte: Verschiedene leckere Eissorten aus den achtziger Jahren.