Spielemesse in Bildern Das ist die Gamescom 2017
Noch bis einschließlich Samstag, 26. August, läuft in Köln die Gamescom. Ein besonders skurriles Foto entstand schon beim Fachbesucher- und Medientag: Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ sich am Dienstag mit diversen Cosplayern ablichten. Online machte das Foto schnell die Runde, genau wie eine Aufnahme, die Merkel beim Spielen des "Landwirtschafts-Simulator" zeigte. "Noch deutscher kann die Gamescom nicht werden", lautete ein beliebter Twitter-Kommentar zu jenem Foto.
Spitzenpolitiker waren auch am Mittwoch auf der Messe: In der sogenannten Wahlkampfarena ließen sich unter anderem die Generalsekretäre von CDU und SPD von Webstars wie LeFloid befragen, dabei ging es zum Beispiel um das Thema Breitbandausbau. Im selben Saal hatte einen Tag zuvor Kanzlerin Merkel die Messe miteröffnet.
In den Hallen und auf den Gängen der Gamescom ist es traditionell rappelvoll. Wer von einem Messeende zum anderen kommen will, muss schon mal gute 20 Minuten für die Strecke einplanen. Am Mittwochnachmittag war auch der ein oder andere Durchgang abgesperrt, um den Besucherfluss zu regeln.
Unter die Besucher mischen sich immer wieder Kostümierte: Zum Teil sind dies Cosplayer, die sich aus innerem Antrieb wie ihre Lieblingsspielfiguren kleiden, zum Teil bezahlte Schauspieler, die Werbung für Spiele machen. Diese Frau ist in die Rolle der Heldin Widowmaker aus dem Shooter "Overwatch" geschlüpft.
Wer dieser Gruppe begegnet, soll laut Marketing-Kalkül an ein "Herr der Ringe"-Spiel denken: an "Mittelerde: Schatten des Krieges", das Anfang Oktober auf den Markt kommt.
Was hier zu sehen ist, ist kein Rockkonzert: Unser Foto zeigt einen Xbox-Promoter, der den Zuschauern Tickets für ein Fanfest von Microsoft verspricht, wenn sie ordentlich Lärm machen. Geschrien wurde am Xbox-Stand auf Wunsch der Bühnen-Crew auch schon vorher, nach dem Prinzip "Die linke Seite schreit 'X', die rechte 'Box' und die Mitte 'X'". Dafür, dass die Menge auf diese Weise Werbung für die neue Konsole des Unternehmens macht, wird sie vor allem mit Süßigkeiten belohnt.
Auch beim Konkurrenten Sony eine Halle weiter ist die Masse laut: Hier wird "Des-ti-ny" geschrien, der Name eines Onlinespiels. Der Stimmung zugutekommt, dass ein Webstar namens Rewinside auf der Bühne steht, der bei YouTube mehr als zwei Millionen Abonnenten hat. Solche Gastauftritte von Internethelden gibt es auf fast allen großen Bühnen.
Wer Fanartikel abstauben will, muss mitunter zu Opfern bereit sein: Am Stand zum Horrorspiel "The Evil Within 2" bekommt jeder ein T-Shirt, der sich den Spielenamen per Airbrush auf den Arm übertragen lässt. Gefragt, ob er mit dem Schriftzug jetzt wirklich den ganzen Tag rumläuft, antwortet einer von vielen Interessenten "klar". Das Ganze sei seine "moralische Pflicht", wenn er sich auf den Deal einlasse. Außerdem möge er natürlich das Spiel.
Neben der Xbox One X gibt es diesen Herbst noch eine Konsolenveröffentlichung, auf die sich viele Gamer freuen: Nintendo bringt am 29. September den SNES Classic Mini in den Handel, eine Neuauflage des Super Nintendo mit 21 vorinstallierten Spielen. Wir konnten das Gerät am Gamescom-Stand von Nintendo schon kurz ausprobieren, bei einer Partie "Mario Kart".
Das Menü des SNES Classic Mini ist auf Deutsch, die Spiele, die wir ausprobiert haben, waren auf Englisch. Für jedes Spiel gibt es vier Speicherstände, mit "Star Fox 2" ist ein Titel an Bord, der offiziell nie erschienen ist. Will man ein Spiel mittendrin abbrechen, geht das wie früher: Man drückt an der Konsole einfach auf Reset. Was der SNES Classic Mini, der mit zwei Controllern ausgeliefert wird, in Deutschland kostet, ist noch unbekannt. Amazon nahm vor einigen Wochen Vorbestellungen für 99,99 Euro auf.
Neue Spiele testen kann man auf der Gamescom in allerlei seltsamen Umgebungen, zum Beispiel mit "Star Wars"-Raumschiffen über dem Kopf. Die Wartezeiten variieren je nach Spiel, zum Teil betragen sie drei bis vier Stunden. Das ist dann doch eher etwas für Hardcore-Fans bestimmter Serien.
Dieser Besucher hat sich vorgenommen, die Wartezeit sinnvoll zu nutzen. In der Schlange für "Assassin's Creed Origins" liest er ein "Percy Jackson"-Buch. Andere Wartende vertreiben sich die Zeit mit Handhelds oder Handyspielen, einige haben sogar eigene Klappstühle dabei.
Im letzten Jahr kam die Gamescom auf rund 345.000 Besucher, dieses Jahr dürften die Zahlen ähnlich ausfallen. Anders als sonst startete die Messe diesmal schon am Dienstag, sie endet dafür aber auch einen Tag eher als bisher üblich.
Neben neuen Spielen wie "Fifa 18" oder "Super Mario Odyssey" sind auch frische Aufgüsse älterer Spiele gefragt: Hier spielt jemand eine Neuauflage des Strategiespiels "Age of Empires", die demnächst erscheint. Pünktlich zur Gamescom gab Microsoft auch bekannt, dass an einem vierten Teil der Serie gearbeitet wird.
In einem speziellen Messebereich stellen Dutzende kleinere Firmen und unabhängige Entwickler ihre Titel aus: In der Indie Arena Booth stößt man im Zweifel auf die originelleren Spiele. Im Bild ist hier das deutsche Spiel "The Inner World - The Last Wind Monk", das im September erscheint und das am Dienstag auch kurz der Kanzlerin vorgestellt wurde.
An zahlreichen Stände lassen sich Virtual-Reality-Brillen ausprobieren. Sogar die Bundeswehr versucht mittlerweile, mit eigenen VR-Erfahrungen junge Gamer für sich zu begeistern. Hier ist jemand an einem anderen Stand in die Welt des VR-Systems "Hologate" abgetaucht.
Über die Messetage verteilt finden zur Gamescom auch einige größere Spieleturniere statt, der Großteil davon wird live ins Internet übertragen. Hier wartet ein Spieler darauf, dass ein Match des Wettbewerbs "World of WarCraft Arena - World Championship Europe" startet. E-Sports ist auf der Messe schon seit vielen Jahren ein wichtiges Thema.