Gamescom Was Gamer hassen
Ich hasse ... Pay-2-Win
"Was mich wirklich nervt, sind Spiele mit Pay-2-Win-Modell. Also etwa Handyspiele, bei denen Spieler, die überhaupt oder mehr echtes Geld ausgeben, bessere Gewinnchancen haben. Solche Spiele spiele ich mittlerweile gar nicht mehr. Jeder sollte die gleichen Siegchancen haben.
Ärgerlich ist es zum Beispiel, wenn man an gewissen Punkten nicht mehr vorankommt, weil man zunächst bestimmte Dinge kaufen soll. Oder, wenn es ewig dauert, bestimmte Waffen oder Charaktere freizuspielen, solange man kein Geld ausgibt.
Gegen das Modell Free-to-Play an sich habe ich nichts: Kann man zum Beispiel Kostüme kaufen, die keinen Einfluss auf das Spielgeschehen haben, ist das in Ordnung. Und es gibt auch kostenlose Titel wie das Online-Teamkampfspiel "Heroes of the Storm", bei denen ich nicht das Gefühl habe, abgezockt zu werden."
Annika, 21 Jahre, spielt gern "Heroes of the Storm" und "Alice: Madness Returns"
Ich hasse ... unfertige Spiele
"Ich habe das Gefühl, viele Spiele kommen heutzutage auf den Markt, ohne zu Ende entwickelt zu sein. Wirklich fertig werden sie dann erst mit Patches, die nachgeschoben werden. Und manchmal zieht sich dann sogar noch der Patch-Download in die Länge.
Das Playstation-4-Spiel "Bloodborne" beispielsweise hatte bei der Veröffentlichung furchtbar lange Ladezeiten. Mittlerweile ist das besser geworden, aber ich finde, so wie das Spiel jetzt ist, hätte es schon beim Verkaufsstart sein müssen.
Früher waren solche Probleme viel seltener: Da ging man in den Laden und das dort gekaufte Spiel war fertig. Online wurde dann höchstens noch eine Erweiterung als Download angeboten oder ähnliches. Das Spiel an sich war aber komplett."
Kevin, 23 Jahre, spielt gern "Borderlands 2" und "Diablo 3"
Ich hasse ... endlose Fortsetzungen
"Mich nervt es, wenn Hersteller Reihen ausschlachten und immer wieder neue Teile und Ableger auf den Markt bringen. Bei "Assassin's Creed" zum Beispiel kommt mir die Geschichte endlos vor, ich habe das Gefühl, es gibt da Fortsetzungen von Fortsetzungen von Fortsetzungen. Da wäre eigentlich ein Ende schön und eine andere Story nötig.
Bei Sportspielen wie "Fifa" finde ich die Neuauflagen weniger schlimm, da startet ja auch in der Realität jedes Jahr eine neue Saison mit neuen Spielern. Ein regelmäßiges Update ergibt jedenfalls mehr Sinn als bei Spielen wie "Call of Duty" oder "Battlefield".
Auch zu "Star Wars" sind mittlerweile so viele Spiele erschienen, bis hin zu den Lego-Titeln, dass ich gar nicht mehr einschätzen kann, ob das wirklich "Star Wars" ist oder nur noch Geldmacherei. Die Hersteller sollten sich lieber Zeit fürs Entwickeln nehmen und bessere und fehlerfreie Spiele auf den Markt bringen."
Michelle, 20 Jahre, spielt gern "Tony Hawk" und "Minecraft"
Ich hasse ... zu viele Sondereditionen
"Mich stört, dass Blockbuster oft in vielen unterschiedlichen Editionen auf den Markt kommen. Wer das Spiel bei Amazon vorbestellt, bekommt dies und jenes kostenlos dazu, wer bei GameStop einkauft, irgendetwas anderes.
Ich verliere oft den Überblick, das ist mir zu viel Auswahl. Zuletzt hat mich die Menge an Editionen bei "Batman: Arkham Knight" gestört, auch von den "Assassin's Creed"-Spielen gibt es mir zu viele Varianten. Ich kaufe mir dann meistens einfach das Spiel und merke erst im Nachhinein, auf welchem Weg ich noch mehr Inhalt hätte bekommen können.
Am liebsten hätte ich es so wie früher, wo es höchstens noch eine Sammleredition zusätzlich gab: Dann ist es egal, wo man das Spiel kauft. Jeder bekommt das gleiche Produkt und gut ist."
Shaner, 30 Jahre, spielt gern "Final Fantasy VII" und "Uncharted 2"
Ich hasse ... Early Access
"Ich verachte dieses ganze Early-Access-Modell, also dass man Spiele übers Internet bereits kaufen und ausprobieren kann, bevor sie auf den Markt kommen. Ich kann solchen Angeboten zwar manchmal nicht widerstehen, aber nur wie in wenigen Fällen wie bei "Minecraft" sind schon die Vorabversionen so gut, dass man sie veröffentlichen sollte. Durch schlechte Early-Access-Versionen verliert man schnell den Spielspaß.
Aktuell regt mich das Survival-Horror-Spiel "DayZ" auf. Seit einigen Monaten wird eine Vorabversion angeboten, darin werden aber immer nur Kleinigkeiten verbessert, es kommt nie etwas richtig Neues dazu. Ich habe das Gefühl, das Spiel wird nie fertig.
Okay finde ich Early Access, wenn die Testphase auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt ist und man daher genau weiß, wann das Spiel offiziell herauskommt.
Pascal, 20 Jahre, spielt gern "Ark: Survival Evolved" und "Arma 3"
Ich hasse ... schlechte Kommunikation
"Ich wünsche mir von Spielen, dass sie einen funktionierenden Support haben. Wenn ich einen Fehler entdecke und melden will, muss das funktionieren. Ebenso sollte es sinnvolle Wege geben, auf denen Spieler Verbesserungsvorschläge einreichen können.
Ich spiele am liebsten Free-to-Play-Spiele, etwa "League of Legends", aber auch andere Online-Multiplayer-Titel. An Riot Games, dem "League of Legends"-Hersteller, schätze ich, dass man immer Antworten bekommt, wenn man die anschreibt. Ich finde es auch gar nicht schlimm, wenn eine Antwort auf Englisch ist oder mal drei, vier Tage auf sich warten lässt.
Nicht so gut finde ich Spiele, bei denen der Support nur über öffentliche Foren funktioniert. Da gibt es dann oft Spieler, die einen für seine Fragen niedermachen, etwa, indem sie einen als Noob beschimpfen."
Ronja, 20 Jahre, spielt gern "League of Legends" und "Skyrim"
Ich hasse ... überflüssige DLCs
"Mich ärgert es, dass es heutzutage zu fast jedem größeren Spiel kostenpflichtige DLCs, also herunterladbare Erweiterungen, gibt. Früher konnte man sich Spiele kaufen und wusste, dass sie komplett sind, dass nichts mehr nachkommt, egal, wie lange man spielt. Da kam dann höchstens noch ein richtig großes Add-on, bei dem sich der Kauf wirklich lohnte. Weil sie die Inhalte erst auf einen Datenträger pressen mussten, kamen die Hersteller nicht auf die Idee, kleinste Spielbestandteile einzeln zum Kauf anzubieten.
Am schlimmsten sind DLCs, bei denen die Inhalte so wirken, als hätten sie eigentlich noch zum Hauptspiel dazugehört. Wenn man das Gefühl hat, man hat gerade ein Spiel gekauft, müsste jetzt aber noch mehr Geld ausgeben muss, um es komplett spielen zu können.
Manchmal finde ich die DLC-Preise auch unangemessen. Wenn ich ein Spiel kaufe, will ich nicht nochmal ähnlich viel Geld für Zusatzinhalte ausgeben."
Dorian, 20 Jahre, spielt gern "Heroes of the Storm" und "Forza Motorsport"
Ich hasse ... zu teure Einführungspreise
"Ich finde, viele Spiele sind zu teuer, wenn sie auf den Markt kommen. Klar, die Leute wollen Geld verdienen, aber ich will keine 70 Euro für Neuerscheinungen ausgeben so ein Preis ist echt krass. 55 Euro sollten die Höchstgrenze sein.
Obwohl ich mich zum Beispiel sehr auf "Final Fantasy 15" freue, werde ich wohl erst einmal warten, bis das Spiel irgendwann günstiger zu haben ist. Spiele, die zunächst für 70 Euro erscheinen, kriegt man meistens nach ein, zwei Jahren schon günstiger: oft für 50 Euro, manchmal für 30, gebraucht vielleicht schon für 20. Ich würde mir auch nie ein Spiel vorbestellen."
Roman, 20 Jahre, spielt gern die "Final Fantasy"-Reihe und "The Legend of Zelda"