Gauner-Legenden - DER SPIEGEL
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Legendäre Bankräuber Stahl, Sekt und Sass

Sie waren geniale Tresorknacker - und lieferten den Krimi zur Wirtschaftskrise. Die Berliner Brüder Sass machten Ende der zwanziger Jahre Furore. Während Deutschland ins Fiasko schlitterte, räumte das Ganovenduo reihenweise Banken aus. Und lud danach schon mal die Presse zum Sektfrühstück.
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Schaulustige nach dem Einbruch: Am 29. Januar 1929 versammelte sich eine Menschenmenge vor der Filiale der Disconto-Gesellschaft am Berliner Wittenbergplatz. Die Angestellten hatten am Morgen die Tür zu den Bankschließfächern im Keller der Bank nicht aufbekommen. Erst als Maurer ein Loch in die Wand gestemmt hatten wurde auch klar warum - der Tresorraum war ausgeraubt worden. Die Räuber hatten sich durch einen Tunnel in den Raum gegraben und die Stahltür von innen blockiert.

Foto: ullstein bild
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Geplünderter Banksafe: Den Angestellten der Disconto-Filliale am Berliner Wittenbergplatz bot sich am Morgen des 29. Januar 1929 ein Bild des Schreckens. Obwohl von einer schweren Panzertür gesichert, waren 179 von 181 Schließfächern ausgeplündert worden. Die Räuber hatten sich unter dem Straßenpflaster von außen an den Tresorraum herangebuddelt und die Wand durchbrochen.

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Im Visier des Gesetzes: Die Brüder Franz (l.) und Erich (r.) Sass waren für die Berliner Polizei keine Unbekannten. Immer wieder wurden sie verhaftet, doch um das Tresorknacker-Duo aus Moabit zu überführen, reichten die Beweise nicht.

Foto: ullstein bild
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Verräterisches Werkzeug: Diesen Schneidbrenner, den die Brüder Sass an einem ihrer Tatorte zurückließen, wäre ihnen beinahe zum Verhängnis geworden. Die Polizei fand über die Seriennummer erst das Geschäft und dann die Käufer heraus. Für eine Verurteilung reichte das Indiz allerdings nicht. Das Gerät für ihren nächsten Raubzug besogten die Sass-Brüder wieder in demselben Geschäft - diesmal allerdings stahlen sie es.

Foto: FRITZ REISS/ AP
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Tonnenschwere Tresortür: Angesichts von Angriffen mit hochmodernen Werkzeugen wie dem Schneidbrenner - den die Brüder Sass bei ihren Raubzügen einsetzten - rüsteten auch die Banken ihre Tresorräume mit modernsten Sicherungen auf. Das Foto zeigt eine der damals modernsten Tresortüren Deutschlands, in der Heydt-Bank in Berlin. Die Panzertür hatte ein Gewicht von 35.000 Kilogramm und war einen Meter dick.

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Gauner als Filmstars: 1957 wurde die Geschichte der Gebrüder Sass zum ersten Mal verfilmt. In dem Streifen "Banktresor 713" spielten Martin Held und Hardy Krüger die Rollen der gewieften Ganoven Erich und Franz Sass.

Foto: ddp images
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