Gazastreifen: Hoffen und Siechen - DER SPIEGEL
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Gazastreifen Hoffen und Siechen

Armut, Schmutz und wenig Platz: Im Gazastreifen leben zwei Millionen Menschen unter prekären Umständen. Sie hoffen, dass sich mit der neuen Einheitsregierung endlich auch ihr Alltag verbessert.
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In Gaza leben zwei Millionen Menschen auf einer Fläche halb so groß wie Hamburg.

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Junge in Gaza-Stadt: 2006 gewann die radikale Hamas die Wahlen im Gazastreifen. Sie riss danach die alleinige Macht an sich und vertrieb die moderatere Fatah. Neun von zehn Schulkindern haben Gaza noch nie verlassen.

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Abwasser fließt größtenteils ungeklärt ins Meer oder in den Boden, Müll wird meist wild entsorgt, jeden Tag funktioniert der Strom im Schnitt vier Stunden. Die Strände sind so verschmutzt, dass sie im Sommer regelmäßig gesperrt werden.

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Abdullah Frangi gehört zur Fatah und ist seit 2014 Gouverneur von Gaza. Allerdings hatte dort bisher die radikalere Hamas das Sagen. Nun haben beide Lager unter ägyptischem Druck zugestimmt, eine Einheitsregierung zu bilden. Wie die allerdings genau aussehen soll, ist unklar.

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Eines von zwölf Zentren in Gaza, in denen das Uno-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge Lebensmittel ausgibt.

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Jeder zweite der rund zwei Millionen Einwohner darf sich hier alle drei Monate unter anderem 30 Kilo Reis, zwei Liter Öl und ein Kilo Zucker abholen.

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Lagerhalle mit Tüten und Kartons: Die Wirtschaft ist in dem seit Jahren weitgehend abgeriegelten Küstenstreifen am Boden.

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Grenzübergang Erez von Israel nach Gaza. Wer Gaza verlassen und in Israel einreisen will, braucht eine Erlaubnis der israelischen Behörden, und die ist schwierig zu bekommen.

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Seit zehn Jahren pendeln so gut wie keine Arbeiter mehr über die Grenze. Nur 3000 sogenannte "Handelsvisa" hat Israel ausgestellt für Palästinenser, die Waren nach Gaza importieren dürfen.

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Es dauert oft mehrere Monate, um Baumaterial, Elektronik oder Chemikalien über die Grenze zu schicken - wenn das überhaupt genehmigt wird. Israel reglementiert extrem streng die Einfuhr aller sogenannten Dual-Use-Materialien, die womöglich für militante Zwecke missbraucht werden könnten.

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Gewalt zwischen Hamas und Israel, extremistische Splittergruppen und die hohe Arbeitslosigkeit machen Gaza zu keinem sicheren Pflaster. Die Uno ist zwar vor Ort - Mitarbeiter fahren aber nur in gepanzerten Wagen durch das Land.

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Ahmad, 18, macht einen sechsmonatigen Kurs für Elektriker in einem Berufsausbildungszentrum der Uno. Das Uno-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge betreibt in Gaza und im Westjordanland hunderte Schulen und Gesundheitszentren, die staatliche Dienstleistungen ergänzen und zum großen Teil auch ersetzen.

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In diesem Trainingszentrum werden junge Menschen unter anderem zu Modedesignern, Elektrikern und Schreinern ausgebildet. Ob sie danach einen Job finden, ist mehr als ungewiss. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei über 60 Prozent.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?