Am Ende doch anders Zu düster, zu irritierend, zuviel Selbstachtung
Aschenputtel oder Drogenopfer?
Als moderne Märchenprinzessin machten die Disney Studios Julia Roberts 1990 in der Romantikkomödie
"Pretty Woman" berühmt: Roberts spielte die arme Prostituierte Vivian, die vom ebenso reichen wie attraktiven Geschäftsmann Edward (Richard Gere) für eine Woche gekauft wird. Edward führt das einfache Mädchen vom Lande in seine Welt der Sportwagen, Opern und Designerkleider ein, und beide verlieben sich unsterblich ineinander.
So kennen wir das Ende: Nach einem Streit verlässt Vivian Edward und kehrt zutiefst verletzt in ihre ärmliche Behausung zurück. Doch als der zum Klang von "La Traviata" in seiner weißen Luxuslimousine vorfährt und - trotz seiner Höhenangst - mit einem Rosenstrauß zwischen den Zähnen ihre Feuerleiter erklimmt, erkennt sie, dass sie ohne ihren millionenschweren Märchenprinzen nicht leben kann. Zu schwelgenden Orchesterklängen fallen sich beide in die Arme.
Und so...
...sollte es eigentlich ausgehen: Edward schenkt seiner Prinzessin keine Rose, sondern wirft die in der Urfassung kokainabhängige Vivian, links im Bild, einfach aus seiner Limousine und fährt davon. Sie kehrt auf den Strich zurück - nachdem sie sich mit dem Geld von Edward für die gemeinsame Woche einen Traum erfüllt hat: einmal mit ihrer Freundin Kit (Laura San Giacomo, rechts) nach Disneyland fahren.
Eigentlich sollte "Pretty Woman" nämlich alles andere als eine zuckersüße Romantikkomödie werden - sondern ein düsteres Drama über Prostitution und Klassendünkel im Los Angeles der achtziger Jahre. Doch Disney-Präsident Jeffrey Katzenberg zeigte sich wenig begeistert. Auf sein Geheiß wurde "Pretty Woman" zu einer märchenhaften Liebesgeschichte umgeschrieben - natürlich inklusive Happy End.
Pressebild des Films
Überlebenskämpfer ohne Lebenswillen
Der traumatisierte Vietnam-Veteran John Rambo, gespielt von Sylvester Stallone, muss sich 1983 in "Rambo" nach dem Krieg in der US-Kleinstadt Hope gegen brutale Provinzpolizisten unter Leitung von Dorfsheriff Will Teasle zur Wehr setzen. Der Konflikt spitzt sich zu, bis Rambo einen Ein-Mann-Guerillakrieg gegen die Gesetzeshüter anzettelt.
So kennen wir das Ende: Rambo gibt auf - und lässt sich ohne Widerstand von Polizisten in Handschellen abführen.
Und so...
...sollte es eigentlich ausgehen: Rambo fleht seinen Freund und Ausbilder Colonel Trautman an, ihn umzubringen. Er könne es nicht ertragen, bis ans Ende seiner Tage in eine Gefängniszelle eingesperrt zu werden. Trautman habe ihn zu dem gemacht, was er jetzt ist - er solle ihn auch töten. Trautman ringt mit sich, doch mit einer ruckartigen Bewegung bringt Rambo ihn dazu, den Abzug zu drücken - und sinkt leblos zusammen.
Der düstere Schluss war originalgetreu David Morrells Romanvorlage "First Blood" von 1972 entnommen - fiel aber beim Testpublikum durch. Die Zuschauer waren so entrüstet über das deprimierende Ende, dass ein neues gedreht wurde, bei dem John Rambo überlebt. Positiver Nebeneffekt: Jetzt war der Weg für Fortsetzungen geebnet.
Screenshot des ursprünglichen Endes
Wenn der Killerkiller Killer killt
In Oliver Stones bitterböser Mediensatire "Natural Born Killers" fuhren Woody Harrelson und Juliette Lewis 1994 mordend und folternd als Serienkiller Mickey und Mallory durch die USA. Während sie auf ihrer Reise eine Spur von Leichen hinter sich lassen, werden sie zu gefeierten Medienstars. Doch schließlich landen beide im Gefängnis.
So kennen wir das Ende: Mit Hilfe des Fernsehmoderators Gale flieht das Paar aus der Haft - und erschießt ihren Begleiter wenig später in einem Wald. Während des Abspanns sehen wir, wie Mickey und die hochschwangere Mallory Jahre später immer noch im Van durch das Land fahren - mittlerweile mit zwei eigenen Kindern.
Und so...
...sollte es eigentlich ausgehen: Mickey und Mallory entkommen mit Hilfe ihres Schutzengels Owen (Arliss Howard) aus dem Gefängnis. Doch der Engel entpuppt sich selbst als Serienmörder - und erschießt beide mit einer Schrotflinte in ihrem Fluchtwagen.
Regisseur Oliver Stone hatte dieses Ende gedreht, weil er befürchtete, die Zuschauer würden zu empört sein, wenn die beiden Mörder am Ende des Films völlig ungeschoren davonkämen. Er empfand es als konsequent, ja geradezu "karmisch", dass die beiden Mörder am Ende selbst nicht von der Polizei, sondern einem anderen Mörder hingerichtet wurden. Dennoch entschied er sich letztendlich um und ließ die beiden davonkommen - durchaus auch mit dem Gedanken an eine mögliche Fortsetzung, wie er in Interviews andeutete.
Screenshot des ursprünglichen Endes
Monster wie du und ich
Nachdem eine Seuche in "I Am Legend" von 2007 die Menschen dahingerafft hat, scheint der Wissenschaftler Robert Neville (Will Smith) der einzige Überlebende in ganz New York zu sein. Fieberhaft versucht er, ein Gegenmittel zu finden - während er zugleich immer wieder gegen Seuchenopfer, die vom Virus in furchterregende Mutanten verwandelt wurden, kämpfen muss.
So kennen wir das Ende: Von Mutantenhorden umzingelt, sprengt Neville sich selbst und seine Angreifer mit einer Handgranate in die Luft.
Und so...
...sollte es eigentlich ausgehen: Neville realisiert, dass er sich bezüglich der Natur der Mutanten geirrt hat. Sie sind keine blutrünstigen Bestien, sondern denkende, fühlende Wesen - eine neue Menschheit. Sie hatten ihn nur deshalb angegriffen, weil er eine von ihnen gefangenhält - eine infizierte Frau, an der er Experimente durchgeführt hat, um die Seuche zu besiegen. Neville übergibt die Frau an die Infizierten, und sie ziehen sich zurück, ohne ihm zu schaden.
Der Originalschluss orientierte sich an der Romanvorlage von Richard Matheson, indem er wie das Buch die Frage aufwarf, ob der Mensch das wahre Ungeheuer ist - schließlich hatte Neville blindwütig Horden der vermeintlichen Monster getötet. Offenbar war das Testpublikum von dem nachdenklichen Ende jedoch so irritiert, dass es nachträglich noch eilig geändert wurde - auch wenn es die zentrale Idee der Vorlage komplett ignorierte.
Screenshot des ursprünglichen Endes
Vom Fremdgänger zum Mörder
In der Rolle des Familienvaters Dan Gallagher ließ sich Michael Douglas 1987 auf "Eine verhängnisvolle Affäre" ein: Nach einem Seitensprung mit seiner Kollegin Alex (Glenn Close), beginnt die, ihn zu verfolgen. Immer weiter steigert Alex sich in ihre Besessenheit hinein, bis sie zur Bedrohung für Dan und seine Familie wird.
So kennen wir das Ende: Alex dringt in Dans Haus ein und attackiert seine Frau mit einem Messer. Dan glaubt, sie überwältigt zu haben, doch sie stürzt sich von hinten erneut auf ihn - und wird im letzten Augenblick von seiner Frau erschossen.
Und so...
...sollte es eigentlich ausgehen: Alex begeht Selbstmord - inszeniert ihn aber so, dass es aussieht, als hätte Dan sie getötet. Die Polizei erscheint und führt Dan unter den Augen seiner entsetzten Frau ab.
Testzuschauer lehnten dieses Ende jedoch so entschieden ab, dass drei Wochen lang an einem positiveren Ende gedreht werden musste - trotz der hartnäckigen Proteste von Hauptdarstellerin Glenn Close, die einen Selbstmord ihrer Figur für psychologisch glaubwürdiger hielt.
Screenshot des ursprünglichen Endes
Den Weltuntergang verschlafen
Unglücksrabe Ash, gespielt von Bruce Campbell, landet in "Armee der Finsternis" (1993) von "Spiderman"-Regisseur Sam Raimi durch ein Zeitportal im Mittelalter. Und als wäre das nicht schon genug, muss er sich dort auch noch mit Toten, die aus ihren Gräbern auferstehen, herumschlagen.
So kennen wir das Ende: Ash schafft es, mit einem Zaubertrank im Mittelalter einzuschlafen und erst in der Gegenwart wieder aufzuwachen. Er kehrt zu seinem Job als Supermarktangestellter zurück - doch plötzlich wird eine Kundin von einem Dämon besessen, verwandelt sich in ein Monster und greift ihn an. Ash vernichtet den Dämon.
Und so...
...sollte es eigentlich ausgehen: Ash fällt durch den Zaubertrank im Mittelalter in Tiefschlaf - und verpennt die Menschheit. Er erwacht in einer postapokalyptischen Welt, in der von der Zivilisation nur noch Trümmer übrig sind.
Universal Pictures, lehnte den Schluss als zu negativ ab - und wies Regisseur Sam Raimi an, ein optimistischeres Ende zu drehen.
Screenshot des ursprünglichen Endes
Eine echte Kampfmaschine
In Ridley Scotts düsterem Science-Fiction-Film-Noir "Blade Runner" (1982) hat die Menschheit künstliche Menschen, sogenannte Replikanten, geschaffen, die für sie als Sklaven im Weltraum arbeiten. Sie fühlen und träumen, haben implantierte Erinnerungen - aber sterben nach nur vier Jahren und dürfen die Erde nicht betreten. Harrison Ford spielt Rick Deckard, einen 'Blade Runner', der jene Kunstmenschen tötet, die trotz des Verbotes auf die Erde kommen. Doch auf seiner Jagd verliebt Deckard sich in die Replikantin Rachael.
So kennen wir das Ende: Nachdem ihm von einem Replikanten das Leben gerettet wurde, gibt Deckard seinen Job auf - und flieht mit Rachael aus der Stadt. Während beide durch unberührte Natur davonfliegen, erzählt Deckard, dass sie ein neuer Replikantentyp sei, der nicht nach vier Jahren sterben müsse.
Und so...
...sollte es eigentlich ausgehen: Deckard verlässt mit Rachael sein Apartment und findet vor der Tür ein Origami-Einhorn, das sein Polizeikollege Gaff hinterlassen hat. Deckard hat von einem Einhorn geträumt, aber Gaff nie davon erzählt. Da Gaff seinen Traum kennt, muss der Traum künstlich implantiert sein - und Deckard selbst ein Replikant sein. Die Türen schließen sich hinter Deckard und Rachael und beide verschwinden in eine ungewisse Zukunft.
Das düstere Ende verwirrte die Zuschauer bei Testvorführungen aber so sehr, dass man eilig ein Happy End mit idyllischen Luftaufnahmen zusammenbastelte - die beim Dreh eines ganz anderen Filmes übriggeblieben waren: Stanley Kubricks "Shining".
Screenshot des ursprünglichen Endes
Ungeboren und schon Selbstmörder
Im Mystery-Thriller "Butterfly Effect" stellte der junge Evan Treborn (Ashton Kutcher) fest, dass er durch die Zeit in seine eigene Vergangenheit zurückreisen kann. Um Traumata in seiner Kindheit zu beheben, versucht er, die Vergangenheit zu ändern - und löst damit unbeabsichtigt Kettenreaktionen mit immer verheerenderen Folgen für sich und seine Umwelt aus. Am Ende erkennt er, dass er selbst der Ursprung all des Leids um ihn herum ist.
So kennen wir das Ende: Um seine Kindheitsfreundin Kayleigh zu retten, reist Evan zu einem Kindergeburtstag zurück und flüstert ihr zu, er hasse sie und werde ihre Familie töten, wenn sie je wieder mit ihm redet. Kayleigh wächst dadurch bei ihrer Mutter auf und entgeht den Misshandlungen ihres Vaters, Evan lebt ohne weitere Zeitreisen-Kettenreaktionen weiter.
Und so...
...sollte es eigentlich ausgehen: Evan greift zu weit radikaleren Maßnahmen als nur Drohungen auf einem Kindergeburtstag: Er erkennt, dass er selbst sterben muss, um das Leid um sich herum zu beenden. Und so reist er bis kurz vor seiner eigenen Geburt in der Zeit zurück - und erdrosselt sich selbst im Mutterleib mit der eigenen Nabelschnur.
Auch wenn das Ende die Grundidee am radikalsten zu Ende dachte (es legt nahe, dass zwei frühere Totgeburten von Evans Mutter darauf zurückgehen, dass seine Geschwister ebenfalls seine Fähigkeit hatten und genau wie er beschlossen, nie geboren zu werden) - es war offenbar zu düster für das Kinopublikum. Und so wurde das Selbstmord-Ende erst viel später mit der "Director's Cut"-Edition der DVD veröffentlicht.
Screenshot des ursprünglichen Endes
Besser tot als untot
Jim, gespielt von Cillian Murphy, erwachte 2002 am Anfang von "28 Tage später" in einem Krankenhausbett aus dem Koma, in das er nach einem Unfall gefallen war - und stellt fest, dass die Bewohner Englands von einem Virus in Zombies verwandelt wurden. Mit einer kleinen Schar Überlebender versucht er, den Untoten zu entkommen.
So kennen wir das Ende: Jim rettet Hannah und Selena vor der Vergewaltigung durch eine Einheit von Soldaten, wird dabei aber angeschossen. Die beiden Frauen pflegen ihn wieder gesund, während die Untoten in England allmählich an Unterernährung sterben. Das Trio schafft es, ein Hilfesignal an einen Militärpiloten zu senden, der das Gelände überfliegt.
Und so...
...sollte es eigentlich ausgehen: Hannah und Selena fahren den angeschossenen Jim in ein verlassenes Krankenhaus. Ohne jedes medizinische Fachwissen versuchen sie verzweifelt, ihn zu retten, spritzen ihm Morphium und Adrenalin und bemühen sich, ihn künstlich zu beatmen. Und so liegt Jim am Ende des Filmes wieder, wie zu Beginn, in einem Krankenhausbett - nun jedoch tot. Hannah und Selena verlassen die Klinik ohne ihn.
Regisseur Danny Boyle und Drehbuchautor Alex Garland hatten dieses Ende eigentlich hoffnungsvoll gemeint: Für sie verdeutlichte die Szene, in der Hannah und Selena das Krankenhaus verlassen, dass die Frauen dem Tod und der Zerstörung am Ende entkommen sind. Das Testpublikum fasste das jedoch anders auf - es ging davon aus, dass die Frauen dem sicheren Tod entgegengehen und war entsetzt über das deprimierende Ende. Zunächst drehte Boyle ein neues Ende, in dem deutlich wurde, dass die Frauen gerettet werden - dann beschloss er, ein drittes aufzunehmen, in dem auch seine Hauptfigur Jim überlebt.
Screenshot des ursprünglichen Endes
Trauerfeier für das Teufelskerlchen
1976 versetzte der beim Dreh gerade mal vier Jahre alte Harvey Stephens in "Das Omen" die Kinowelt in Angst und Schrecken. In dem Horrorfilm spielte er den jungen Damien Thorn, der sich als Sohn des Teufels entpuppte - aufgewachsen in der Obhut eines nichtsahnenden US-Diplomaten und seiner Frau.
So kennen wir das Ende: Damiens Adoptiveltern entdecken seine wahre Identität - und kommen unter mysteriösen Umständen ums Leben. Damien wird in die Obhut des US-Präsidenten, eines nahen Freundes seines Vaters, übergeben und geht mit ihm zur Beerdigung seiner Adoptiveltern. Während ihre Särge in die Erde hinabgelassen werden, dreht er sich mit einem diabolischen Lächeln zur Kamera um.
Und so...
...sollte es eigentlich ausgehen: Beim Originalende hatte der kleine Damien gar nichts zu lachen. Hier wurden nämlich nicht nur seine Eltern beerdigt - sondern auch er selbst. In dieser Fassung war es am Ende nämlich doch gelungen, ihn zu töten.
Und genau das störte Alan Ladd, den Präsidenten der Produktionsgesellschaft Twentieth Century Fox. Den Antichrist, so Ladd, könne man schließlich nicht töten. Und so stellte er Regisseur Richard Donner zusätzliches Geld zur Verfügung, um den Schluss erneut zu drehen.
Symbolbild aus der Kinofassung
Aus Liebe zum Geld
Molly Ringwald hatte als exzentrische Highschool-Schülerin Andie Walsh 1986 in dem Achtziger-Jahre-Kultfilm "Pretty in Pink" die Qual der Wahl: Ihr schrulliger Kumpel Duckie (Jon Cryer) ist insgeheim über beide Ohren verknallt in sie - aber sie interessiert sich viel mehr für den reichen, schönen Blane (Andrew McCarthy). Doch der kann sich gegenüber seinen schnöseligen Freunden nicht dazu herablassen, mit einem armen Mädchen anzubändeln.
So kennen wir das Ende: Als Andie notgedrungen mit ihrem besten Freund Duckie zum Abschlussball erscheint, offenbart ihr Blane seine Liebe und verlässt den Ball. Duckie rät Andie, ihm nachzulaufen - und draußen fallen sich beide in die Arme.
Und so...
...sollte es eigentlich ausgehen: Andie geht mit Duckie auf den Abschlussball und entdeckt ihre eigenen Gefühle für ihn. Sie gibt das selbsterniedrigende Buhlen um Blane auf, tanzt mit Duckie und amüsiert sich bestens. Es scheint, dass beide sich ineinander verliebt haben.
Das antimaterialistische Ende, bei dem Andie ihre Selbstachtung wiedergefunden hatte, fiel jedoch bei dem Testpublikum durch. Und so musste Andie am Ende ihren reichen Playboy doch bekommen - samt Kussszene vor seinem dicken BMW.
Pressebild des Films
Ein Blümchen unterjocht die Welt
Seymour (Rick Moranis) hat es nicht leicht in "Der kleine Horrorladen", einer Musical-Verfilmung von 1986: Der schrullige Blumenverkäufer ist chancenlos bei seiner Angebeteten Audrey (Ellen Greene). Doch eine von ihm gezüchtete fleischfressende Pflanze, "Audrey II", verspricht, ihn reich und berühmt zu machen - wenn er sie regelmäßig mit Blut und Menschenfleisch füttert.
So kennen wir das Ende: Nachdem Seymour Audrey aus dem Maul von Audrey II gerettet und die mordlüsterne Pflanze getötet hat, heiraten er und seine Angebetete.
Und so...
...sollte es eigentlich ausgehen: Seymour verfüttert seine Geliebte an Audrey II. Als er danach versucht, die Pflanze zu zerstören, frisst sie auch ihn mit Haut und Haaren. Anschließend bildet Audrey II plötzlich Ableger, die schnell zu gigantischer Größe heranwachsen und die Herrschaft über die Welt übernehmen.
Auch, wenn dieses Ende originalgetreu dem Musical entnommen war, auf dem der Film basierte - die Testzuschauer waren empört, dass alle Hauptfiguren von einer Pflanze aufgefressen wurden. Also drehte Regisseur Frank Oz einen neuen, glücklichen Ausgang der Geschichte.
Screenshot des ursprünglichen Endes
Diskussionsrunde mit Raubüberfall
In Kevin Smiths Kultfilm "Clerks - Die Ladenhüter" von 1994 begleiten die Zuschauer den Gemischtwarenladenverkäufer Dante, gespielt von Brian O'Halloran, durch einen Tag seines Lebens. Gemeinsam mit Randal, dem Verkäufer der Videothek nebenan, philosophiert er in seinem kleinen Laden über Gott, die Welt und vor allem Filme.
So kennen wir das Ende: Nach einem Streit stürmt Randal aus Dantes Laden heraus. Und kommt noch einmal kurz herein, um das "Offen"-Schild an der Tür fluchend nach ihm zu werfen. Dann bricht der Film abrupt ab.
Und so...
...sollte es eigentlich ausgehen: Dante zählt nach dem Streit hinter der Kasse die Einnahmen aus und macht sich bereit, den Laden zu schließen, als ein Mann eintritt. Er erklärt ihm, sie hätten bereits geschlossen, doch der Mann schießt ihn ohne ein Wort nieder und räumt die Kasse leer. Reglos liegt Dante hinter dem Tresen - er ist tot.
John Pierson und Bob Hawk, zwei mit Regisseur Kevin Smith befreundete Filmemacher, hatten ihm nach einer ersten Vorführung des Films davon abgeraten, mit einer so deprimierenden Szene abzuschließen. Regieneuling Smith, der zugab, es nur so gedreht zu haben, weil er "nicht wusste, wie man einen Film beendet", schnitt die kritisierte Szene kurzerhand einfach weg.
Screenshot des ursprünglichen Ende
Keine Lust auf Überleben
In George A. Romeros Horrorfilmklassiker "Zombie - Dawn of the Dead" von 1978 hat sich ein Großteil der Menschen in lebende Tote verwandelt. Eine kleine Gruppe Überlebender verschanzt sich vor den hungrigen Horden in einem riesigen Einkaufszentrum. Doch einer nach dem anderen fällt den Zombies zum Opfer - und einer gewalttätigen Gang von Motorradfahrern.
So kennen wir das Ende: Nachdem Horden von Zombies in das Shopping-Zentrum eingedrungen sind, fliehen die letzten Überlebenden der Gruppe, Peter und Francine, in einem Helikopter vom Dach des Gebäudes.
Und so...
...sollte es eigentlich ausgehen: Nur Peter (Ken Foree) und Francine (Gaylen Ross) sind noch am Leben. Francine startet bereits den Motor des Helikopters auf dem Dach, als Peter plötzlich von Zombies umzingelt wird. Er hält sich seine Pistole an die Schläfe und drückt ab. Die allein zurückgebliebene Francine erträgt die Hoffnungslosigkeit ihrer Lage nicht mehr und enthauptet sich, indem sie ihren Kopf in den rotierenden Propeller des Hubschraubers stößt. Am Ende des Nachspanns zeigt eine Aufnahme der Tankanzeige, dass sie ohnehin nicht genug Treibstoff gehabt hätten, um zu entkommen.
Dieses pessimistische Ende war offenbar selbst Romero zu düster - und so wurde es noch während des Drehs geändert. Der Regisseur behauptete, es sei nie aufgenommen worden - doch Fotografien vom Dreh belegen, dass zumindest Testaufnahmen des Originalendes stattgefunden haben müssen.
Symbolbild aus der Kinofassung