Gedenken an Lothar Bisky Mann mit brummigem Humor
Bei der Gedenkveranstaltung für den kürzlich verstorbenen früheren Parteivorsitzenden der Linken, Lothar Bisky, lag im Foyer der Berliner Volksbühne ein Kondolenzbuch aus. Die gesamte linke Prominenz hatte sich versammelt: Oskar Lafontaine, Hans Modrow sitzend, Dietmar Bartsch, Katja Kipping und Gregor Gysi. Nur Sahra Wagenknecht fehlte.
Linken-Fraktionsvorsitzender Gregor Gysi bezeichnete Bisky als Anti-Politiker" und als Rarität.
Regisseur Andreas Dresen hatte an der Potsdamer Filmhochschule erlebt, wie Bisky sich vor seine Studenten stellte und 1989 geheim darüber abstimmen ließ, ob sie ihn behalten wollen. Es war Hundert-Prozent-Ergebnis, und zwar ein ehrliches. Zum ersten Mal hatte ich die Kraft wahrer Demokratie erlebt, echter, wirklicher Legitimation, sagte Dresen in seiner Rede.
Der frühere Vorsitzende der Europäischen Linkspartei, der Italiener Fausto Bertinotti, hielt ebenfalls eine Rede auf Bisky.
"Dass du in die Politik gegangen bist, begriff ich, lieber Lothar, dass du dort geblieben bist, nicht", sagte Regiseur Dresen. Aber auch das hatte wohl mit dem "aufrechten Charakter" zu tun: "Verlässlich wolltest du sein, auf keiner konjunkturellen Welle reiten. So vergeht Zeit, so vergeht Leben."