Gefeierter Gastarbeiter - DER SPIEGEL
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Gefeierter Gastarbeiter Ismail, der Millionär

Ismail Bahadir war fleißig, unauffällig und für wenige Tage eine Berühmtheit: 1969 wurde der Türke am Münchner Hauptbahnhof als "Millionster Gastarbeiter aus Südosteuropa" begrüßt. Bahadir malochte und verhielt sich so, wie es sich die Deutschen wünschten - er fuhr zurück in die Türkei.
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Abschied: 1969 verabschiedet sich Ismail Bahadir, hinten, von seiner Familie und nimmt dieses Gruppenfoto, das in Istanbul aufgenommen wurde, als Erinnerung mit nach Deutschland. Seine Frau Emine und seine Tochter Ayse, die er hier auf den Schultern trägt, kamen erst zwei Jahre später nach.

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Karges Zimmer: Ismail Bahadir ein paar Tage nach seiner Ankunft in einem Wohnheim in Mainz-Mombach. Im Hintergrund der Fernseher, sein Willkommensgeschenk.

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Werksausweis: Bei dem Autohersteller Opel arbeitete Ismail Bahadir einige Monate als Dreher.

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Intimes aus der Heimat: Ein Männerwohnheim der Firma Opel in Rüsselsheim 1977, bei der auch Ismail Bahadir beschäftigt war. In den Räumen der Heimleitung befanden sich die "Briefkasten". In den einzelnen Fächern, beschriftet mit den Zimmernummern, lag die Post. Geheimnisse durfte man nicht haben - praktisch jeder Brief war für jedermann zugänglich.

Foto: Mehmet ÜNAL
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"Mein erstes Auto": Dieses Foto von 1970 zeigt Bahadirs Familie in Konya, Türkei - dahinter versteckt sein "erstes Auto", wie er dieses Bild nennt.

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Im "Heim für Gastarbeiter": Am Anfang seines Deutschland-Aufenthalts wurde Ismail Bahadir in einem "Heim für Gastarbeiter" in Mainz-Mombach untergebracht. Foto von 1969.

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Bahadir mit seinen Kindern: Elf Jahre lang lebte der Gastarbeiter Ismail Bahadir in Deutschland, hier mit seinen drei Töchtern 1975 im Wohnzimmer seiner Wohnung in Wiesbaden.

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Ausflug nach Kiel: 1970 machte Ismail Bahadir Urlaub in Kiel - Fotos wie dieses sind das letzte bisschen Deutschland, das dem ehemaligen Gastarbeiter geblieben ist.

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Ausfahrt an die Mosel: 1970 organisierte das "Heim für Gastarbeiter" in Mainz eine Bustour. Ismail Bahadir schoss dieses Foto von einem Ausflugsboot auf der Mosel.

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Sechsfacher Vater: Zunächst reiste Ismail Bahadir, rechts, 1969 allein nach Deutschland. Seine Frau Emine und seine Tochter Ayse kamen erst 1971 nach. Fünf weitere Töchter wurden in Deutschland geboren. Das Bild zeigt den sechsfachen Vater 1977 mit seinen Kindern in seiner Wohnung in Wiesbaden.

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Führungszeugnis: Von 1969 bis 1971 war Ismail Bahadir als Dreher bei der Klöckner-Humboldt-Deutz AG in Mainz beschäftigt. Das Unternehmen bestätigte dem Gastarbeiter in seinem Führungszeugnis "gute Leistungen".

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Bernkastel-Kues: Außer in Mainz und Kaiserslautern arbeitete Ismail Bahadir auch in Wiesbaden. 1970 machte er diese Aufnahme - bei einem Busausflug - von der Moselbrücke in Bernkastel-Kues.

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Güle Güle, Deutschland: Abmeldebestätigung aus Wiesbaden. 1981 verlassen Ermine und Ismail Bahadir mit ihren Kindern das Gastland.

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Zurück in der Türkei: Inzwischen lebt Ismail Bahadir, heute 65 Jahre alt, mit seiner Frau Emine wieder in der Türkei. Das Foto zeigt die beiden in ihrer Dreizimmerwohnung am 20. Oktober 2010 in Konya, einer Industriestadt im anatolischen Hochland.

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Zu Hause in Konya: Ismail Bahadir am 20. Oktober 2010 im Zentrum der anatolischen Stadt Konya. Die Entscheidung, damals im Alter von 24 Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland zu gehen, bezeichnet er rückblickend als "ein gutes Geschäft".

Foto: DER SPIEGEL/Agata Skowronek
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Ehepaar Bahadir: Die Wohnung in der "Straße des Gottgebenen" ("Hakverdi Sodak") hatte Ismail Bahadir, hier mit seiner Frau Emine vor seinem Haus, von dem Geld gekauft, das er als Gastarbeiter in Deutschland verdient hatte.

Foto: DER SPIEGEL/Agata Skowronek
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