Gehätschelte Mitarbeiter Heute ein König
Das Personal ist auch nicht mehr wie früher: Der Wettbewerb um die besten Köpfe zwingt Unternehmen zu einem neuen Kurs in ihrer Personalpolitik. Sie buhlen um hochqualifizierte Akademiker, müssen sie für sich gewinnen und auch binden. Das ermöglicht ganz neue Arbeitsmodelle, die sich nicht allein nach den betrieblichen Anforderungen richten, sondern auch nach den individuellen Wünschen der Mitarbeiter. mehr...
SAP-Mitarbeiterin Cornelia Schmitt-Plank: Sie koordiniert die internationale Kooperation einer Abteilung und betreut ab 16 Uhr ihre Tochter. Ein besonderes Arbeitszeitmodell mit Phasen im Betrieb und mit Heimarbeit macht's möglich. "Ich will einen kreativen Job, der mich fordert", sagt Schmitt-Plank.
SAP-Zentrale in Walldorf: Der Software-Gigant weiß, wie wichtig zufriedene Mitarbeiter für den Unternehmenserfolg sind. "Bei uns gab es noch nie eine Stechuhr, wir haben Vertrauensarbeitszeit", sagt Personalleiter Jörg Staff. Die Mitarbeiter haben nicht nur Freiheiten bei der täglichen Arbeitszeit, sie können auch alle fünf Jahre eine sechsmonatige Auszeit nehmen - in Absprache mit ihren Chefs.
Der Weltreisende: Christian Deller, 40, ist SAP-Mitarbeiter im Personalmanagement und nutzte sein letztes Sabbatical für eine achtmonatige Weltreise mit seiner Familie (hier im neuseeländischen Rotorua). Zuvor hatte er bereits während einer Auszeit promoviert - über flexible Arbeitszeitmodelle aus Sicht der Beschäftigten.
Telekom-Projektmanager René Zaremba: Der Betriebswirtschaftler hat bereits einen FH-Abschluss, nun studiert er wieder an der Zeppelin-Universität. Sein Arbeitgeber zahlt die Hälfte der Studiengebühren und unterstützt die Weiterbildung zudem mit drei Wochen Sonderurlaub.
Telekom-Zentrale in Bonn: Auch die rund 126.000 Mitarbeiter allein in Deutschland machen das Unternehmen zum Rosa Riesen. Um gerade für junge Akademiker attraktiver zu werden, hat die Deutsche Telekom ein neues Programm gestartet: Angestellte können sich im und neben dem Job weiterqualifizieren, den Bachelor- und Masterabschluss erwerben oder sogar promovieren.
Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger: "Talent wird wichtiger als Kapital", sagt er. Mit ihrer Talentpolitik sei die Telekom "national weit vorn, international hintendran".
Bayer-Zentrale in Leverkusen: Auch der Chemieriese steuert um und justiert seine Personalpolitik. Das hat auch mit einem hohen Anteil älterer Mitarbeiter zu tun, der in den nächsten Jahren noch deutlich steigen dürfte. Umso wichtiger ist es, dass sie sich im Konzern wohlfühlen und nicht ausbrennen.