Gehaltsverhandlungen Sieben goldene Regeln
Gehaltsgespräche: Sieben Tipps für mehr Geld
Beim Verhandeln fühlen Angestellte sich oft in einer schwachen Position. Nötig ist das nicht: Selbstbewusst Ansprüche stellen, statt verschämt um mehr Gehalt zu flehen - das ist nicht nur erlaubt, sondern professionell. Wer es nicht tut, verschenkt leichtfertig Geld. Monat für Monat, Jahr für Jahr, in der Summe ein kleines oder auch größeres Vermögen. Gehaltsgespräche sind keine Raketenwissenschaft. Meist folgen sie recht simplen Regeln. Wie macht man's, wie geht's am besten?
2. Berufsstart: Tiefstapeln oder hoch pokern?
"Und welches Gehalt haben Sie sich vorgestellt?" Die Mutter aller tückischen Fragen im Vorstellungsgespräch, gerade Einsteiger wirft sie schnell aus der Bahn. Oft drücken sie sich vor einer klaren Antwort oder reagieren mit Gegenfragen; andere trumpfen jetzt auf. "Forsch ist schön und gut, nassforsch nicht", sagt Adrian Schimpf, Personalleiter der Madsack-Mediengruppe. Grundregel: Das Gehaltsthema selbst anzusteuern, kann gierig wirken. Sobald der Personalchef oder künftige Chef es anspricht, sollte man aber mindestens eine Gehaltsspanne parat haben und die Wunschsumme gut begründen können durch Qualifikationen und Kenntnisse.
3. Bestens vorbereitet: Frag dich schlau.
Was geht, wo die untere und die obere Grenze verlaufen - dafür muss man ein Gespür entwickeln. Erste Hinweise geben Datenbanken, Gehaltsvergleiche, Tarifverträge und die Seiten von Branchenverbänden im Netz. Einmal googeln ist aber zu wenig. Nichts geht über ein gutes Netzwerk: Gibt's Kontakte ins Unternehmen oder zu Angestellten der gleichen Branche? Was sagen frühere Mitstudenten oder Kollegen, was weiß der Chef aus dem letzten Praktikum? Fragen kostet nichts, kann sich aber auszahlen. Die meisten werden reden, wenn man sich freundlich erkundigt.
4. Gutes Timing: Wenn nicht jetzt, wann dann?
Wenn es allein nach den Vorgesetzten geht, gibt es keinen richtigen Zeitpunkt für Gehaltsverhandlungen. Nie. "Vor der Krise heißt es: Da braut sich was zusammen. In der Krise müssen sie sparen. Und nach der Krise müssen sie sich erst mal erholen", so schildert Martin Wehrle das übliche Abwehrmuster . Klar ist aber auch: Wer nicht ab und zu den Arm hebt, geht lange leer aus. Besser spricht man öfter über kleine Gehaltshüpfer als in langen Abständen über den einen großen Sprung. Das Timing ist wichtig. Das Jahresgespräch kann eine gute Gelegenheit sein, dann allerdings stehen alle auf der Matte, ebenso wenn zum Jahresende die Etatverhandlungen laufen. Ungeschickt: in der tiefsten Firmenkrise, mitten im hektischen Projekt. Geschickt: wenn ein großer Auftrag hereingekommen und der Boss in Geberlaune ist. Über Geld reden sollte man stets mit Termin, nie zwischen Tür und Angel - und nicht jedes halbe Jahr, aber etwa alle anderthalb Jahre.
5. Rein ins Getümmel: Mit einem Feuerwerk beginnen. Dann steigern.
Karriereberaterin Claudia Kimich vergleicht Gehaltsgespräche mit Paartanz: "Auffordern, einen Korb kriegen, führen, führen lassen, auf die Füße treten." Es ist ein Spiel mit verteilten Rollen, man sollte die Perspektive des Gegenübers vorausahnen und argumentieren, nicht jammern. Was Chefs garantiert nicht beeindruckt: Hinweise auf die gestiegene Miete, den teuren Urlaub, die hungrigen Kinder. Tabu ist auch Neid auf besser bezahlte Kollegen. Viel besser: vorher Erfolge notieren, memorieren, rezitieren. Was kann ich besonders gut, wo habe ich Verantwortung übernommen, was ist mein nächstes Projekt? Welche Einnahmen habe ich der Firma gebracht, welche Ausgaben erspart? Und wie kann ich das alles belegen? Wichtig: Nicht sofort alle Trümpfe auf den Tisch legen - besser überlegt ausspielen und ein, zwei starke Argumente fürs Finale aufsparen. "Am Ende sollte man sich in die Augen schauen können, man sieht sich immer 27 Mal im Leben", so Claudia Kimich.