Geheimdienste und Prager Frühling - DER SPIEGEL
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Geheimdienste 1968 Überraschung

Es war Versagen auf der ganzen Linie: Völlig unvorbereitet traf den Westen der sowjetische Einmarsch in die Tschechoslowakei am 21. August 1968 - seine Agenten hatten die größte Militäroperation in Europa nach 1945 schlicht verschlafen. Trotzdem hält sich bis heute die Mär vom gut informierten BND.
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Protest gegen die Besatzer: Prager Bürger umringen am ersten Tag des Einmarsches einrollenden sowjetischen Militärfahrzeuge. Reformpolitiker innerhalb der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei unter Führung Alexander Dubceks hatten seit Januar 1968 versucht, in der Tschechoslowakei einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" zu schaffen. In der Nacht zum 21. August 1968 beendeten Truppen des Warschauer Pakts unter Führung der Sowjetunion den "Prager Frühling" mit Waffengewalt.

Foto: dpa
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BND-Chef Gehlen: Der sowjetisch geführte Einmarsch in die Tschechoslowakei am 21. August 1968 überraschte die westlichen Geheimdienste. Dennoch prahlte der kurz zuvor pensionierte Chef des Bundesnachrichtendienstes, Reinhard Gehlen, öffentlich damit, der BND habe die Ereignisse präzise vorausgesagt.

Das Foto zeigt den notorisch fotoscheuen Gehlen am 6. April 1972 in München bei der Beerdigung des früheren Wehrmachtsgenerals Franz Halder.

Foto: DIETER ENDLICHER/ AP
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Johnson und Dobrynin: US-Präsident Lyndon B. Johnson (2.v.r.) mit Sowjetbotschafter Anatolij Dobrynin (l.) und US-Sicherheitsberater Walt Rostow am 20. August 1968 im Weißen Haus in Washington. Dobrynin informierte Johnson persönlich über die zu diesem Zeitpunkt anlaufende Invasion in der Tschechoslowakei, weil der der sowjetische Parteichef Leonid Breschnew beim Westen den Eindruck vermeiden wolte, der Einmarsch diene der Vorbereitung eines Angriffs auf die Nato.

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Warnschüsse gegen Demonstranten: Während die tschechoslowakische Führung auf militärischen Widerstand gegen die Truppen aus den "Bruderländern" verzichtete, stellten sich Tausende von Bürgern auf der Straße den Invasoren protestierend entgegen - zum Teil auch mit selbstgebastelten Molotowcocktails. Hier geben Soldaten Warnschüsse in die Luft ab, um die demonstrierende Menge auseinanderzutreiben.

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Alexander Dubcek: Der Chef der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei in einer undatierten Aufnahme. Dubceks Vision eines "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" mit Meinungspluralismus und Pressefreiheit wurde durch den Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts am 21. August 1968 beendet. Der KP-Chef selbst wurde von den Sowjets zum Waldarbeiter degradiert.

Foto: DPA
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Zivilisten gegen Panzer: Demonstranten belagern am 21. August 1968 in den Straßen Prags einen Panzer. Mit primitiven Mitteln versuchten die Tschechoslowaken, die Warschauer-Pakt-Truppen aufzuhalten - etwa, indem sie Wegweiser verdrehten, Jacken über die Sehschlitze der Panzer warfen oder sich schlicht davor stellten.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?