Geheime Atomforschergruppe Todeswarnungen für die Ewigkeit
Bis in alle Ewigkeit: Wie kann man verhindern, dass innerhalb der nächsten 10.000 Jahre ein Mensch in ein atomares Endlager eindringt? Das war die Frage, mit der sich die "Human Interference Task Force" Anfang der Achtziger im Auftrag der US-Regierung beschäftigte. Im ehemaligen DDR-Endlager in Morsleben in Sachsen-Anhalt schien man sich zumindest unterirdisch mit einer Kette und einem Warnschild zufriedenzugeben.
Endlager Morsleben im Oktober 2009
Hieroglyphen der Zukunft: 2007 führte die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) dieses neue, international gültige Zeichen für radioaktive Strahlung ein - weil das einfache Strahlenwarnzeichen oftmals fehlinterpretiert wurde. Laut IAEO hielten Kinder das Warnsymbol häufig für einen Propeller und auch Erwachsene wussten mit dem Zeichen bisweilen nichts anzufangen.
Die neuen Schilder und Aufkleber gelten für besonders stark strahlende radioaktive Quellen, die schwere bis lebensgefährliche Verletzungen hervorrufen können. Kritiker bemängeln allerdings, dass die vielen Symbole auf dem Schild zu kleinteilig sind - und eher verwirren als warnen.
Atomwarnung auf Arabisch: Einer der Lösungsvorschläge der "Human Interference Task Force" war die Errichtung eines atomaren Stonehenge mit Warnhinweisen in den wichtigsten Sprachen der Welt - darunter auch Arabisch. Auf diesem Schild am Eingang eines ehemaligen Atomtestgeländes in Algerien steht übrigens: "Gefahr".
Eine weitere Sprache, in der die Warnhinweise formuliert werden sollten, war...
...Russisch. Dieses Warnschild in kyrillischer Schrift wurde in der Gefahrenzone um den havarierten Unglücksreaktor in Tschernobyl aufgenommen. Das Schild warnt vor Betreten des Gebiets - und dem Sammeln von Gras und Pilzen.
Reagans Favorit: Neun Standorte in sechs Bundesstaaten standen 1982 potentiell zur Auswahl, Atommüll-Endlager der USA zu werden. Die Anlage in Yucca Mountain zählte von Anfang an zu den Favoriten der Reagan-Regierung. Das Felsplateau in der Wüste von Nevada war ohnehin bereits hohen Strahlenmengen ausgesetzt gewesen: Yucca Mountain war während des Kalten Kriegs als Testgelände für Kernsprengsätze benutzt worden.
Kommando zurück: 2011 beendete die US-Regierung von Barack Obama das Yucca-Mountain-Projekt. Bis heute gibt es in den USA keine Endlagerstätte für den Strahlenmüll amerikanischer Atomkraftwerke.
Der US-Rechnungshof erklärte laut "New York Times", die Entscheidung der Obama-Regierung, das Projekt zu beenden, habe politische und keine technischen Gründe gehabt. Die Suche nach einem Endlager könnte sich um weitere 20 Jahre verzögern, schätzt das Kontrollgremium.