Geheime Kriegstaktik - DER SPIEGEL
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Die Geisterarmee Federleichte Panzer

Mit aufblasbaren Panzern und Trucks zog nach dem D-Day eine streng geheime US-Spezialeinheit schutzlos in den Krieg, um der Wehrmacht Fallen zu stellen. Noch heute wirft diese unbekannte "Geisterarmee" Rätsel auf: Rettete sie Zehntausenden das Leben - oder täuschte sie eher die eigenen Truppen?
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Panzer marsch! Vier Soldaten tragen einen aufblasbaren Gummipanzer. Die Attrappen der Alliierten sollten die Luftaufklärung der Wehrmacht in die Irre führen und beispielsweise eine größere Truppenstärke vorgaukeln als tatsächlich bestand.

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Tarnen und verstecken: Das Bild zeigt ein inoffizielles Abzeichen der Soldaten der "Geisterarmee", das natürlich nicht zum Einsatz kam. Auf einem anderen Entwurf ist um das Logo auf Latein und Englisch zu lesen: "Lasst uns diejenigen vortäuschen, die nicht existieren. Diejenigen die existieren, sollten wirklich versteckt werden."

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Russische Luft-Waffe: Ein Arbeiter bläst im Jahr 2009 das Modell eines russischen T-72B Panzers auf. Im Vordergrund die Attrappe eines SU-27 Kampfjets. Die Firma RusBal aus der Nähe von Moskau hat sich auf die Produktion solcher Attrappen für den russischen und internationalen Markt spezialisiert.

Foto: REUTERS
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Übermenschliche Kräfte: Eine Zeichnung des US-Illustrators Arthur Shilstone, der ebenfalls in der "Geisterarmee" diente. Er hält die Szene fest, die damals in der Truppe für viel Erheiterung sorgte. Zwei französische Zivilisten beobachten fassungslos, wie vier GIs einen Sherman-Panzer hochheben, umdrehen und wieder abstellen - sie ahnten nicht, dass der Panzer aus Gummi war.

Das Foto wurde von Ghostarmy.org zur Verfügung gestellt.

Foto: Arthur Shilstone/Ghostarmy.org
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Jack Masey: Mit 18 Jahren wurde Jack Masey in die Armee eingezogen und durchlief seine Grundausbildung in Fort Meade, Maryland (Bild). Danach wurde in Großbritannien weiter auf seinen Spezialauftrag in der "Geisterarmee" vorbereitet und erreichte die Normandie wenige Wochen nach dem D-Day am 6. Juni 1944.

Foto: Jack Masey
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Schüsse aus dem Lautsprecher: Ein Halbkettenfahrzeug der "Ghost Army" mit Ausrüstung zur akustischen Täuschung der Deutschen. Es wurden beispielsweise Geräusche von Manövern, rollenden Panzern oder Artillerie vorgetäuscht. Wie erfolgreich solche Manöver insgesamt waren, lässt sich nur schwer nachweisen. Zumindest feuerten die Deutschen manchmal in die Richtung der Attrappen.

Das Foto wurde von Ghostarmy.org zur Verfügung gestellt.

Foto: Ghostarmy.org
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Armee der Kreativen: In den "23. Headqurters Special Troops", Spitzname "The Ghost Army", waren überdurchschnittlich viele Künstler, Designer oder Maler eingesetzt. Einige von ihnen wurden später berühmt. Diese Zeichnung, entstanden während des Krieges, karikiert den später weltbekannten Modedesigner Bill Blass - gezeichnet hat sie sein Freund Jack Masey.

Das Foto wurde von Ghostarmy.org zur Verfügung gestellt.

Foto: Jack Masey/Ghostarmy.org
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Attrappe und Original: Das Foto, aufgenommen nach dem Krieg im Dezember 1945, zeigt rechts einen Gummi-Panzer, der in den USA produziert wurde. Er konnte innerhalb 20 Minuten aufgeblasen werden. Daneben steht zum Vergleich ein echter US-Panzer vom Modell M4A1 Sherman.

Foto: AP
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Täuschend echt: Die US-Luftaufnahme zeigte eine Gruppe von aufblasbaren Panzern in der Nähe von Anrath (bei Düsseldorf) bei einer Rhein-Operation im März 1945. Gut zu erkennen sind auch die (mit Halbkettenfahrzeugen) vorgetäuschten Panzerspuren.

Das Foto wurde von Ghostarmy.org zur Verfügung gestellt.

Foto: Ghostarmy.org
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Leichtgewicht: Offiziere, die zuvor schon einen echten tonnenschweren Sherman-Panzer gefahren hatten, waren mitunter frustriert über die Leichtgewichte aus Gummi. Die Attrappen wogen, voll aufgeblasen, gerade einmal 42 Kilogramm.

Das Foto wurde von Ghostarmy.org zur Verfügung gestellt.

Foto: Ghostarmy.org
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Verwirrungstaktik: Das Foto von November 1944 zeigt ein aufblasbares Geschütz, wie es eine Einheit der Geisterarmee eingesetzt hat, um die deutsche Luftaufklärung über die wahre Lage und Stärke der US-Truppen in die Irre zu führen.

Foto: U.S. National Archives
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Falsche Nummern: In den meisten Manövern täuschten die Soldaten der "Geisterarmee" real existierende Einheiten vor, die jedoch tatsächlich ganz woanders lagen - und so Spielraum für einen Überraschungsangriff gewannen. Für die Täuschung trugen die Soldaten Abzeichen der jeweiligen Einheit, die sie spielten. Wie auf dem Bild zu sehen, änderten sie auch entsprechend die Kennzeichen ihrer Fahrzeuge.

Foto: U.S. National Archives
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Monstrum aus Gummi: Auch solch eine aufblasbare Attrappe gehörte zur Ausrüstung der "Geisterarmee", mit der die US-Truppe die Wehrmacht bei wichtigen Manövern in die Irre führen wollte. Das Foto wurde erst nach dem Krieg in den USA aufgenommen.

Foto: AP
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Rick Beyer: Der US-Filmemacher bei Aufnahmen in der Stadt Luxemburg, wo die Truppen der "Ghost Army" lange stationiert waren. Rick Beyer arbeitet derzeit an einem Dokumentarfilm zu dem Thema.

Das Foto wurde von Ghostarmy.org zur Verfügung gestellt.

Foto: Ghostarmy.org
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Ablenkung vom Kriegsalltag: Im November 1944 sahen einigen Soldaten der "Geisterarmee" US-Star Marlene Dietrich bei einem Auftritt in Luxemburg.

Das Foto wurde von Ghostarmy.org zur Verfügung gestellt.

Foto: Leonard Simms/Ghostarmy.org
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"Operation Viersen": Insgesamt führte die "Ghost Army" 21 Operationen durch. Das Foto stammt vom letzten und größten Manöver, "Operation Viersen". Zum ersten Mal wurden fast alle aufblasbaren Attrappen von Jeeps, Panzern, Trucks und Flugzeugen gleichzeitig eingesetzt, zusammen mit akustischen Spezialeffekten. Die Operation im Raum Düsseldorf sollte von der wahren Rheinüberquerung bei Wesel ablenken.

Das Foto wurde von Ghostarmy.org zur Verfügung gestellt.

Foto: Bob Tompkins/Ghostarmy.org
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Steile Nachkriegskarriere: "Ghost-Army"-Veteran Jack Masey machte nach dem Krieg Karriere. Er arbeitete als Director of Design im Diplomatischen Dienst und plante offizielle US-Ausstellungen im Ausland, beispielsweise für die Weltausstellung Expo. 1979 gründete er sein eigenes Designbüro und entwarf unter anderem das Ellis Island Immigration Museum in New York.

Foto: Jack Masey
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Fast federleicht: Zwei Männer der russischen Spezialfirma RusBal tragen im April 2009 mühelos eine aufblasbare Attrappe eines T-72B-Panzers.

Foto: REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?