Geheime Notfallwährung - DER SPIEGEL
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Geheime Notfallwährung Die Mark, die nie in Umlauf kam

Scheine für den Ernstfall: Während die Bundesbürger in den Sechzigern die D-Mark mit vollen Händen ausgaben, druckte die Bundesbank eine geheime Ersatzwährung. Rund 30 Milliarden Mark lagerten jahrzehntelang versteckt. einestages zeigt die Banknoten - von denen heute nur noch wenige existieren.
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Notfallgeld für Westdeutschland: Im Jahr 1959 beschloss die Bundesbank die Herstellung einer Serie von Ersatzgeldscheinen für die D-Mark. Die Banknoten im Gesamtnennwert von 25,3 Milliarden Mark kamen jedoch nie in Umlauf.

Für diese Sonderserie, bundesbankintern "BBk II" genannt, wurde...

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...der Entwurf des freiberuflichen Grafikers Max Bittrof verwendet. Sein Design hatte im Wettbewerb um die Gestaltung der D-Mark-Scheine, die im Umlauf waren,…

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…verloren. Nun nutzte die Bundesbank ihn für die Notfallserie, die daher auch "Bittrof-Serie" genannt wird. Die Scheine sind...

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...auf ihren Rückseiten mit auffälligen Kurvendarstellungen versehen. Die Vorderseiten...

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...der Scheine zeigen die gleichen Porträts von Malern der Renaissance, wie die in Umlauf gegangene Serie "BBk I" - eine Gestaltungsvorgabe der Bundesbank. Die detaillierten Bilder sollten das Fälschen erschweren.

Für die Ersatzserie wurden nur Noten mit den Nennwerten 10, 20, 50 und 100 Mark gedruckt. Hergestellt wurden sie...

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...zwischen 1963 und 1974. Etwa die Hälfte...

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...des Geldes lagerte bis 1988 im geheimen Bundesbankbunker in Cochem, Rheinland-Pfalz. Die mit umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen geschützte und streng geheime Anlage liegt 30 Meter unter der Erde.

Im Fall eines atomaren Angriffs während des Kalten Kriegs...

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...sollte sie nicht nur der Ersatzwährung, sondern auch bis zu 175 Personen Schutz bieten. Viermal im Jahr überprüften Mitarbeiter der Bundesbank den eingelagerten Geldbestand. Sie waren die einzigen, die Zugang zu der Anlage hatten.

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Die rätselhafte "Berlin-Serie": Eine gesonderte Ersatznotenserie wurde für West-Berlin gestaltet. Für diese Serie war zusätzlich die 5-Mark-Note vorgesehen. Entworfen wurde die Serie von...

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...dem Berliner Grafiker der Bundesdruckerei Rudolf Gerhardt. Genau wie Max Bittrof hatte auch Gerhardt die Ausschreibung für die Gestaltung der Hauptserie verloren und...

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...so wurden auch seine Entwürfe nun für eine Ersatzserie verwendet. Deren Vorderseiten zieren ebenfalls die bekannten Porträts. Die "Berlin-Serie" kam auf einen Nennwert von mehr als...

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...3,9 Milliarden Mark. Sie war etwas günstiger produziert worden und hatte nur wenige Sicherheitsmerkmale: Die Serie enthielt keinen Sicherheitsfaden und auch auf fluoreszierende Elemente wurde verzichtet. Das einzige Merkmal war...

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...das Flächenwasserzeichen aus der sich wiederholenden Buchstabenfolge "BBk". Die Berliner Serie wurde in der Landeszentralbank in West-Berlin eingelagert und...

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...fand wie die westdeutsche Serie ab 1988 - nach Ende des Kalten Kriegs - ihr Ende im Reißwolf. Dabei sollen jedoch einige Banknoten verschwunden sein und bis heute angeblich unter Sammlern hoch gehandelt werden. Insgesamt waren für beide Serien...

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...etwa 785 Millionen Banknoten hergestellt worden. Was nicht in Cochem oder in Berlin untergebracht war, lagerte im Bundesbanktresor in Frankfurt. Zu der Berliner Serie sind heute...

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...fast alle Unterlagen verschwunden - selbst Reinhold Walburg, der Leiter der Münz- und Geldscheinsammlung der Bundesbank, konnte kaum etwas über sie herausfinden.

Die Ersatzserien boten seit ihrer Drucklegung in den sechziger Jahren...

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...immer wieder Anlass für Spekulationen und Gerüchte. Denn die Bundesbank hielt sich in der Aufklärung und der Dokumentation der Fakten zu den beiden Ersatzserien...

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...reichlich bedeckt. So rankten sich lange Verschwörungstheorien um Deutschlands geheime Zweitwährung.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?