Geheimprojekt Bachem "Natter" Höllenritt auf der Holzrakete
Bachem Ba 349: Replik einer Bachem "Natter" im Fantasy Of Flight Museum in Florida. Das Raketenflugzeug wurde in der Endphase des Zweiten Weltkriegs vom Hersteller Bachem entwickelt und sollte als Abfangjäger eingesetzt werden.
Kriegsbeute: Eine Bachem Ba 349 "Natter" auf der Kriegsbeuteschau 1946 in Farnborough (England). Die Hakenkreuze wurden von den Briten nachträglich aufgemalt. Insgesamt wurden 30 Exemplare der "Natter" gebaut - vier davon fielen nach Kriegsende in die Hände der Alliierten.
Fundstück: Amerikanische Soldaten inspizieren 1945 ein erbeutetes Flugzeug vom Typ Bachem 349 "Natter".
"Natter"-Nachbau: Replik einer Bachem Ba 349 "Natter", zu sehen im Deutschen Museum in München.
Startvorbereitung: Ein unbemannter Prototyp der "Natter" wird im Frühjahr 1945 für einen Testflug vorbereitet.
Startklar: Oberleutnant Lothar Sieber besteigt am 1. März 1945 die Rakete durch eine enge Einstiegsluke. Unten am Fluggerät sind drei der vier Startraketen zu erkennen, die in den ersten Sekunden für zusätzlichen Schub sorgten.
Abgehoben: Die Bachem Ba 349 "Natter" am 1. März 1945 über dem Ort Heuberg bei Stetten. Noch ist sie im Steigflug - nur wenig später stürzte sie zu Boden.
Im Steigflug: Die extreme Abweichung aus der Senkrechten kurz nach dem Start war Bestandteil des Versuches. Sekunden später versagten jedoch alle vier Startraketen, und die Testrakete M51 stürzte ab.
Bachem-Führung: Einige der wenigen Farbaufnahmen des Bachem-Teams zeigt Farnbacher (v.l.), Erich Bachem, Gebhard Zorell als wirtschaftlicher Direktor und Personalchef sowie Diplom-Ingenieur Wolfgang Offik als Technischer Leiter bei der Planung.
Bachem-Produktion: Blick in die Fertigungshalle für die "Natter", etwa Oktober 1944. Es werden gerade die ersten Versuchsmuster hergestellt. Rechts unten im Bild ist Chefkonstrukteur Henri Franz Bethbeder zu sehen.
Montage der Einzelteile: Ein Höhenleitwerk für eine "Natter" vor der Beplankung mit Sperrholz. Holz war in den letzten Kriegsjahren der einzige Rohstoff, über den das NS-Regime noch ausreichend verfügte.
M1 auf dem Startwagen: Beim ersten sogenannten Tragschleppversuch am 7. November 1944 in Neuburg an der Donau soll unter anderem die Tauglichkeit des Rettungsschirms und des Startwagens geprüft werden. Das Bild zeigt die Mustermaschine M1 auf einem solchen Startwagen.
Steilstarttest: Die Mustermaschine M16 befindet sich in Startposition für den Steilstarttest am 22. November 1944. Es sollen die Startraketen und die Lafette erprobt sowie die Stabilität beim Startvorgang untersucht werden.
"Natter"-Bewaffnung: Die komplette Munition einer Bachem Ba 349 ausgebreitet auf dem Flugplatzgelände von Wright Field in Ohio.
Bugbewaffnung: Die Zieleinrichtung - ein einfaches Fadenkreuz auf dem Bug der "Natter".
M58-Transport: Eine "Natter", die am 6. April 1945, wenige Tage vor Kriegsende fertiggestellt wurde, wird per Lkw nach Silver Hill, USA, gebracht. Das undatierte Foto wurde in einem New Yorker Vorort aufgenommen.
Cockpit-Inspektion: Zwei amerikanische Soldaten untersuchen das Cockpit einer erbeuteten "Natter". Nach Kriegsende fielen vier Exemplare in die Hände der Alliierten.
In Startposition: Von der Bachem "Natter" wurden insgesamt 22 Versuchsmuster gebaut - eines davon war die Mustermaschine M22 (Foto).
Motorsegler "Lerche": Quasi nebenbei konstruierte Erich Bachem für seine Lehrlinge den Motorsegler "Lerche", der als Vorläufer heutiger Ultraleichtflugzeuge angesehen werden kann. Ursprünglich wollte Bachem die mit einem 20 PS Zündapp-Motor ausgerüstete "Lerche" als eine Art Rucksackflugzeug bauen. Der Pilot sollte das Gerät also mit einem Sprint in die Luft bekommen. Es wundert wenig, dass diese Versuche misslangen. Die spätere Variante wurde mit Kufen ausgestattet und mittels eines Gummiseils gestartet, was auch heute noch beim Segelflug mitunter praktiziert wird. Zeitzeugen, die das erstaunliche Kleinflugzeug noch selbst fliegen sahen, behaupteten, die "Lerche" sei als Nahaufklärer für den Kriegseinsatz vorgesehen gewesen. Wahrscheinlicher scheint aber die zivile Nutzung als billig zu produzierendes Sportflugzeug für die Nachkriegszeit gewesen zu sein. Doch kurz nach Kriegsende wurde der Motorsegler, den man heute nur noch von Fotos kennt, verschrottet.
Bachem-Fertigung: Die Werksproduktion der Bachem-Flugzeuge wurde während der Kriegsjahre vor allem von Frauen verrichtet.
"Natter" am Bergungsschirm: Das Bild zeigt, dass sich die "Natter" wie geplant zerlegt hat. Der Bugteil fällt zu Boden, während der zur Wiederverwertung vorgesehene Teil der Natter am Bergungsschirm hängt.
"Natter"-Betankung: Um sich vor den gefährlichen Treibstoffen zu schützen, trägt der Techniker beim Betanken einen Schutzanzug.
Fundament einer Abschussrampe: Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs errichtete die SS bei Kirchheim-Teck im Hasenholz, einem Waldstück, südlich und unmittelbar neben der A 8 gelegen, im Zuge der Operation "Krokus" noch drei Startrampen für die Bachem "Natter", von wo aus sie auf die einfliegenden alliierten Bomberpulks angesetzt werden sollte. Die Fundamente dieser Rampen sind, von der Öffentlichkeit so gut wie nicht beachtet, noch heute in nahezu unverändertem Zustand vorhanden. Allerdings werden sie in absehbarer Zeit wohl der ICE-Neubaustrecke Stuttgart-Ulm weichen müssen.
Erbeutete "Natter": Eine von den Amerikanern bei Kriegsende erbeutete Bachem "Natter" auf ihrer Lafette.
Raketenflugzeug: Ein Zivilist öffnet die Cockpit-Haube einer von den Amerikanern bei Kriegsende erbeuteten Bachem "Natter". "Deutscher raketengetriebener Abfangjäger 'Natter'" steht in der getippten Bildlegende.
Abschussbereit: Eine Bachem "Natter" wird von zwei Männern auf der Startrampe betankt. Das Foto fiel den Amerikanern bei Kriegsende in die Hände.
Senkrechtstarter: Unmittelbar nach dem Abheben von der Startrampe zeichnet sich die charakteristische Shilouette des Raktenenjägers Bachem "Natter" klar gegen den bewölkten Himmel ab. Das Foto erbeuteten die Amerikaner bei Kriegsende, es liegt heute im US-Nationalarchiv.
Nachbau der "Natter": Militärgeschichtliche Sammlung des Standortes Stetten a.k.M. im Lager Heuberg.
Zentrum einer Bachem-Abschussrampe: Bei den drei gut erhaltenen Raketenabschussrampen im "Hasenholz" bei Kirchheim kann man noch einen Einblick in das Zentrum der Platten werfen. In diesen Kasten konnte der Abschussturm eingesetzt werden, von dem aus die sechs Meter lange Holzrakete gestartet werden sollte. Der Einsatz von den Kirchheimer Rampen aus war für den 20. April, Hitlers Geburtstag, geplant. Doch wenige Tage zuvor überrollten die US- Streikräfte die Stellung.
Natter auf der Abschussrampe: Das Bild zeigt die kreisförmige Abschussrampe mit der im zentralen quadratischen Aufnahmeloch montierten Abschussschiene auf dem Versuchsgelände des Heubergs. Mit einem Rad in der Laufrille der Rampe konnte die Richtung der Abschussschiene geändert und die Zielrichtung eingestellt werden.