Geigenbauer Hörst Du das Holz?
Klangtest: Florian Friedrich Lehmann arbeitet als Geigenbauer in Berlin. Das Holz dieser Geige stammt noch vom Meister seines Meisters - mindestens ein halbes Jahrhundert muss es lagern, bis es zum Bau einer Geige taugt. Auch Lehmann kauft Hölzer ein, die erst seine Nachfolger bearbeiten können. Ausbildungsstellen sind rar, doch Interessenten für den Job gibt es viele. mehr...
Deckel drauf: Der Geselle von Lehmann arbeitet zur Zeit in Italien. Der Blick ins Ausland lohne sich, sagt Lehmann. Italien, Frankreich und Deutschland gehörten zu den führenden Geigenbauländern. "Am Besten ist es, in allen drei Ländern die verschiedenen Arten der Geigenbaukunst zu lernen."
Feinschliff: Das Hauptgeschäft von Lehmann ist im Sommer, wenn die Orchester Urlaub haben. Dann bringen die Profimusiker ihre Instrumente zur Überprüfung. Sommerurlaub plant er mit seiner Familie deshalb schon gar nicht mehr.
Spurensuche: Der berühmteste Geigenbauer der Welt ist Antonio Stradivari. Wissenschaftler sind seit Jahrzehnten dem Klanggeheimnis seiner heute zum Teil millionenteuren Instrumente auf der Spur.
Ungelöstes Rätsel: Eine Analyse mit einem Teilchenbeschleuniger hat gezeigt, dass Stradivari zunächst das Holz mit einem Öl versiegelte, das auch Maler dieser Epoche benutzten. Zu der obersten Schicht fügte Stradivari rote Pigmente wie Eisenoxide sowie einen Anthrachinon-Farbstoff zu. Diese Technik könnte laut den Forschern das Schillern und die holzlackartige Oberfläche der Geigen erklären - nicht aber den Klang. Er bleibt weiter ein Rätsel.