Geiselnahme in London - DER SPIEGEL
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Geiselnahme in London "Man weiß nie, wann die Angst wieder zuschlägt"

Eine Botschaft wurde gestürmt und ganz England schaute live im Fernsehen zu: Gewaltsam beendeten britische Elitesoldaten 1980 die Belagerung der Iranischen Vertretung in London. Ex-Geisel Mustafa Karkuti erinnert sich an den Horror, der ihm um ein Haar erspart geblieben wäre.
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Flucht einer Geisel: Am 5. Mai 1980 stürmten Soldaten der britischen Antiterroreinheit Special Air Service (SAS) die iranische Botschaft in London, um eine seit dem 30. April währende Geiselnahme gewaltsam zu beenden. Eine Gruppe von sechs Terroristen, die sich selbst "Demokratische Revolutionäre Bewegung für die Befreiung Arabistans" nannte, hatte das Gebäude am Prince's Gate besetzt. Das Foto zeigt die Geisel Simeon Harris, wie er während der Erstürmung der Botschaft über den Balkon des Nebengebäudes flüchtet.

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Märtyrer für Chomeini: Zwei Männer tragen den Körper eines toten Mannes vom Eingang der iranischen Botschaft in London weg. Es handelt sich um den Presseattaché Abbas Lavasani, der zuvor von den Terroristen in der Botschaft getötet worden war. Den Berichten von Ex-Geiseln zufolge hatte sich Lavasani während der Belagerung mehrfach mit den antiiranisch eingestellten Terroristen angelegt und immer wieder angeboten, als Märtyrer für Ajatollah Chomeini zu sterben.

Foto: AP
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Live in den Medien: Schwarzer Rauch qualmt aus dem Dach der iranischen Botschaft in London. Live verfolgten Millionen von Briten am Abend des 5. Mai 1980 vor dem Fernseher den Sturm von SAS-Elitesoldaten auf das Konsulat.

Foto: AP
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Stoßgebet in Richtung Mekka: Londoner Polizisten stehen am 1. Mai 1980 hinter einer Absperrung der iranischen Botschaft, davor beten kniend Chomeini-Anhänger in Richtung Mekka.

Foto: AP
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Machtloser Westen: Ein Polizist zielt mit seiner Waffe am 30. April 1980, am ersten Tag der Besetzung, auf die iranische Botschaft in London. Sechs Tage dauerte die Besetzung der Botschaft durch die vom Irak geschickten Terroristen. Nachdem die Amerikaner bereits am 24. April gescheitert waren, die ebenfalls besetzte US-Botschaft in Teheran zu befreien, schien der Westen in einer zunehmend machtlosen Position. Darum war es Premierministerin Margaret Thatchers oberstes Ziel, die Geiselnahme in London erfolgreich zu beenden.

Foto: AP
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Geisel Harris: Flankiert von einem schwerbewaffneten SAS-Elitesoldat verlässt Geisel Simeon Harris die Botschaft. Harris, damals Tonmann der BBC, war mit seinem Kollegen, dem Journalisten Chris Cramer in der Botschaft, weil er Visa für eine anstehende Iran-Reise abholen wollte.

Foto: AP
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Botschaft in Brand: Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen am 5. Mai 1980 von außen die Flammen in der iranischen Botschaft zu löschen. Die Elitesoldaten der Antiterroreinheit SAS hatten vor dem Sturm auf das Gebäude eine Sprengladung detonieren lassen.

Foto: AP
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"Operation Nimrod": Mit Tränengas schießen Soldaten der britischen Antiterroreinheit SAS kurz vor der Erstürmung auf die iranische Botschaft in London. Nachdem zunächst die Polizei mit den Terroristen verhandelt hatte, übernahm am 5. Mai das Militär. Um 19.23 Uhr begann der Sturm auf die Botschaft. Die sogenannte Operation Nimrod des SAS dauerte nur 17 Minuten, am Ende waren fünf der sechs Terroristen sowie eine weitere Geisel tot.

Foto: AP
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Weiße Fahne: Kurz vor dem Sturm der Botschaft durch die britischen SAS-Elitesoldaten am 5. Mai 1980 filmte die BBC, wie ein Mensch weiße Tücher und Waffen aus dem Fenster der iranischen Botschaft warf - ein Hinweis darauf, dass die Geiselnehmer bereit waren, die Aktion friedlich zu beenden.

Foto: AP
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Festgenommener Geiselnehmer: Fowzi Badavi Nejad, einer der sechs Terroristen, überlebte die "Operation Nimrod", weil er sich unter die aus dem Gebäude laufenden Geiseln gemischt hatte. Das Foto zeigt, wie er am 8. Mai 1980 unter strengster Polizeibewachung in einem gepanzerten Wagen am Magistratsgericht von Horseferry in London ankommt.

Foto: AP
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Mustafa Karkuti: Der syrischstämmige Journalist Mustafa Karkuti war einer von 26 Geiseln in der besetzten iranischen Botschaft in London. Er arbeitete damals für die libanesische Zeitung "Assafir". Zur Botschaft ging er, um eine anstehende Recherchereise nach Iran zu besprechen.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?