Geisterbilder - DER SPIEGEL
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Geisterbilder Ein Foto mit der toten Oma

Mit simplen Tricks ließen selbsternannte Geisterfotografen seit Mitte des 19. Jahrhunderts Verstorbene auf Bildern auferstehen und zockten so Gutgläubige ab. einestages erzählt die Geschichte eines gespenstisch gut laufenden Geschäfts - und zeigt die unheimlich witzigen Bilder.
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Gespenstisch gut laufendes Geschäft: Mit simplen Tricks ließen "Geisterfotografen" ab Mitte des 19. Jahrhunderts Verstorbene auf Bildern auferstehen und zockten damit Gutgläubige ab. (mehr...) William H. Mumler, Hobby-Fotograf in Boston, gelang 1871 die erste Aufnahme dieser Art. Zahlreiche Fotografen übernahmen seine Geschäftsidee, etwa der Franzose Jean Buguet, der 1873 auf dem Boulevard Montmartre in Paris ein Studio für Geisterfotografie betrieb. Zu den leichtgläubigen Kunden gehörten...

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...zumeist Sympathisanten des sogenannten Spiritismus. Die ab Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA aufkommende Glaubensrichtung ging fest davon aus, dass sich die Geister der Verstorbenen über ein "Medium" mitteilten. Gleich von mehreren Gespenstern umringt ist diese in Chicago porträtierte Frau. Die Aufnahmen entstanden stets bei "Séancen": spiritistischen Sitzungen, bei denen der zum "Medium" stilisierte Geisterfotograf den Kontakt mit den Seelen der Verstorbenen herstellte - und sich seine Dienste meist gut bezahlen ließ.

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Phantom-Frau: Ziemlich kuhäugig blickt die Klavierspielerin in Richtung dieses weiblichen Geistes, der sich mit aufs Foto gedrängt hat. Entstanden ist die nachcolorierte Postkarte aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch einen simplen Kniff: Die sitzende Frau musste während der Belichtungszeit unbeweglich sitzen bleiben, während das "Gespenst" etwas später ins Bild kam - und es früher wieder verließ.

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Simple Tricks - begeisternde Wirkung: Meist arbeiteten die Geisterknipser mit vorbehandelten Foto-Platten, auf denen bereits vor der "Séance" ein Phantom aufbelichtet worden war. Ihren nebulösen Charakter erhielt die Traumgestalt, indem der Fotograf etwa ein Stück Gaze vor sein Objektiv hängte und eine sehr kurze Belichtungszeit wählte.

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Doyle und Sohn: Arthur Conan Doyle, der Erfinder des Detektivs Sherlock Holmes, ließ sich mehrfach von William Hope ablichten. Den Geist, der sich auf dieser Aufnahme von rechts ins Bild drängt, identifizierte der porträtierte Schnauzbartträger als seinen im Ersten Weltkrieg gefallenen Sohn Kingsley.

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Geistertruppe - aus lebenden Sportlern: Diese von der britischen Putzfrau und Hobbyfotografin Ada Emma Deane erstellte Aufnahme stammt von 1923. Sie wurde während der beiden Schweigeminuten des britischen Armistice Day geschossen und zeigt angeblich eine Gruppe toter Soldaten. Als Deane 1924 ein ähnliches Foto veröffentlichte, identifizierte die britische Zeitung "Daily Sketch" die vermeintlichen Toten als quicklebendige Sportler - und der Ruf der selbsternannten Geisterfotografin war dahin.

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Gestellt? Auch Szenen wie diese wurden von Geisterfotografen inszeniert. Ob auch die hier Abgelichteten glaubten, dass es sich um echte Erscheinungen handelte, die hier zum Fotoshoot erschienen, ist nicht bekannt.

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Totentanz: Nicht gerade erfreut blickt der hinter seinem Schreibtisch abgelichtete Gelehrte, als ihn dieser mit einem Leichentuch bewehrte Totenkopf zum Reigen auffordert.

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Geisterwache: Auf diesem Foto von 1889 überrascht die in ein Tuch gehüllte Phantomgestalt zwei Herren beim Übersteigen eines Zaunes.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?