Geisterschiffe - DER SPIEGEL
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Geisterschiffe Fluch und Segeln

Sie treiben führerlos über den Ozean, von der Besatzung keine Spur: Berichte über "Geisterschiffe" sind so alt wie die Seefahrt. Das berühmteste von ihnen wurde vor 150 Jahren gebaut - und bis heute ist das Rätsel der "Mary Celeste" nicht gelöst. einestages über den Spuk auf hoher See, für den es meist irdische Erklärungen gibt.
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Der Zweimastsegler "Mary Celeste" sollte im November 1872 auf seiner letzten Fahrt 1701 Fässer mit Industriealkohol von New York nach Genua bringen, kam dort jedoch nie an. Das Schiff trieb führerlos durch den Atlantik und wurde...

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...am 4. Dezember 1872 von der Bark "Dei Gratia" zwischen Portugal und den Azoreninseln gefunden. Von der Crew der "Mary Celeste" fehlte jede Spur. Nach wie vor ist ungeklärt, was mit der Besatzung des Segelschiffes um Kapitän Benjamin Briggs geschah...

Foto: Getty Images
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...dafür wurde die Tragödie um die "Mary Celeste" zu einem Mythos, den auch Schriftsteller immer wieder bearbeiteten, unter anderem der britische Autor Sir Arthur Conan Doyle mit seiner Erzählung "The Captain of the Pole-Star" von 1883. Das Bild zeigt eine Illustration aus dem Roman "The Ghost Ship" von John Conroy Hutcheson, um 1901.

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Die Aufnahme zeigt einen Holzstich zur Sage vom Fliegenden Holländer, in der ein Kapitän bis in alle Ewigkeit dazu verdammt wird, mit seinem Geisterschiff mit blutroten Segeln über die Weltmeere zu fahren. Die gleichnamige Oper von Richard Wagner wurde 1843 in Dresden uraufgeführt.

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Die "Lady Lovibond" sank 1748 vor der britischen Küste. Die berüchtigten Goodwin Sands wurden ihr zum Verhängnis - eine Reihe von Sandbänken in der Meerenge zwischen Dover und Calais. Die Legende um den Großsegler geistert seither durch die Jahrhunderte und das Schiff selbst wird angeblich alle 50 Jahre, pünktlich zum Jahrestag der Havarie, am Ort des Unglücks gesichtet.

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Im Jahr 1775 stieß das Walfangschiff "Herald" vor der Küste Grönlands auf die herrenlose "Octavius". Besatzungsmitglieder der "Herald" entdeckten an Bord des Schiffes die Leichen der Besatzung und der Passagiere - gefroren durch die arktische Kälte. Der tote Kapitän saß noch an seinem Schreibtisch. Er hatte an einem Logbuch-Eintrag aus dem Jahr 1762 geschrieben - die "Octavius" trieb also bereits seit 13 Jahren über die arktische See.

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Überlebende der Havarie der "SS Valencia" am 21. Januar 1906 werden drei Tage nach dem Unglück von der "SS City of Topeka" gerettet. Die "Valencia" war auf dem Weg von San Francisco nach Seattle, als sie in ein Unwetter geriet und auf ein Riff auflief - 136 Menschen starben und mehrere Rettungsboote verschwanden spurlos. In den folgenden Jahrzehnten entstanden zahlreiche Legenden um gesichtete Rettungsboote mit Skeletten oder der "Valencia" ähnelnde Geisterschiffe. 1933 tauchte eines der Rettungsboote tatsächlich wieder auf.

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Die "Carroll A. Deering" verkehrte ab 1919 als Handelsschiff zwischen Neuengland und Brasilien. Am 2. Dezember 1920 brach sie zum letzten Mal in Rio auf und wurde am 31. Januar 1921 von der Küstenwache auf einer Sandbank vor Cape Hatteras bei North Carolina wiedergefunden...

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...Die "Carroll A. Deering" wurde wieder so weit fahrtüchtig gemacht, dass sie in den nächsten Hafen gebracht und dann später gesprengt werden konnte. Was sich tatsächlich an Bord ereignet hatte, konnte nie geklärt werden. Die Theorien darüber reichen von Meuterei über Piraten und Hurrikane bis hin zu einem Zusammenhang mit dem Mythos um das Bermudadreieck.

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...Das Schiff war nicht nur 600 Kilometer von seinem ursprünglichen Kurs abgekommen, es war auch menschenleer. Auf dem Herd stand noch Essen und der Tisch war gedeckt, aber von der Crew, den Navigationsinstrumenten, Rettungsbooten und persönlichen Gegenständen der Besatzung fehlte jede Spur, lediglich die Schiffskatzen waren noch an Bord, um das Bergungsteam zu begrüßen...

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Das Unglück des Dampfschiffs "Ourang Medan" im Jahr 1947 in der Südsee ist bis heute ungeklärt. Die Dampfer "City of Baltimore" und die "Silver Star" hatten einen SOS-Notruf des Schiffes aufgefangen, an Bord habe es Tote gegeben. Als sie die Unglücksstelle erreichten, trieb das Schiff führerlos im Meer, an Bord fanden sich Leichen ohne äußere Verletzungen. Die "Ourang Medan" hatte Chemikalien geladen. Wahrscheinlich entstanden giftige Dämpfe, die zum Tode der Besatzung führten.

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Die "Joyita" fuhr am 3. Oktober 1955 frühmorgens mit 25 Menschen an Bord von Samoa im Südpazifik in Richtung der 430 Kilometer entfernten Tokelau-Inseln. Als sie dort nicht planmäßig ankam, wurde eine großräumige Suchaktion gestartet, die jedoch erfolglos blieb. Erst im November 1955 stieß ein Handelsschiff zufällig vor den Fidji-Inseln auf das verlassene Wrack der "Joyita" - etwa tausend Kilometer von ihrer ursprünglichen Route entfernt. Ein Teil des Schiffes lag unter Wasser, vier Tonnen der Ladung waren verschwunden und von den 16 Besatzungsmitgliedern und neun Passagieren fehlte jede Spur. Zudem war das Funkgerät auf die internationale Notruffrequenz eingestellt und an Deck wurden eine Artztasche und blutige Verbände gefunden. Was sich tatsächlich ereignet hatte, konnte nicht mit Sicherheit geklärt werden. Möglich wäre ein Überfall durch Piraten, die die Ladung gestohlen und Passagiere und Besatzung umgebracht und von Bord geworfen haben. In mehreren Zeitungen wurde berichtet, die "Joyita" habe eine japanische Flotte passiert, wobei die Mannschaft etwas auf den japanischen Schiffen gesehen habe, was die Japaner lieber geheimgehalten hätten. Einer anderen Theorie zufolge wusste der Kapitän Thomas H. Miller, dass die "Joyita" aufgrund ihrer besonderen Bauweise praktisch unsinkbar war und hätte sie daher auch in Seenot niemals verlassen. Nach einem Unfall, so die Theorie, soll er darüber einen Streit mit dem ersten Maat Chuck Simpson gehabt haben, mit dem er sich von vornherein nicht verstanden haben soll. Dabei wurde Miller schwer verletzt - was das Blut erklären würde - und an Bord brach Panik aus, die die Passagiere und Crew veranlasste, das Schiff doch zu verlassen, nicht ohne vorher ein Notsignal abzusenden, das jedoch nie ankam. Weitere Theorien erzählen von Meuterei und Versicherungsbetrug.

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Cunards "Queen Mary" wird im September 1967 von einer Helikopterstaffel der Royal Navy begleitet, als sie den Hafen von Southampton zu ihrer letzten Reise nach Long Beach in Kalifornien verlässt, um dort zu einem schwimmenden Hotel umgebaut zu werden. Auf der Touristenattraktion sollen immer wieder Geister gesichtet worden sein, darunter eine "White Lady".

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Der außer Dienst gestellte französische Flugzeugträger "Clemenceau" wird am 31. Dezember 2005 aus dem Militärhafen von Toulon geschleppt. 1997 sollte das Schiff bereits vor der spanischen Atlantikküste abgewrackt werden. Eine spanische Werft sollte das Schiff auseinandernehmen und die 22.000 Tonnen Eisen verkaufen. Im Gegenzug sollten die Franzosen das im Rumpf verbaute Asbest entsorgen. Doch die "Clem" verschwand am 13. Oktober samt Schlepper und kam nie an ihrem Bestimmungsort an. Sie tauchte später an der sizilianischen Ostküste wieder auf. Die Gründe für ihr Verschwinden waren jedoch wenig mysteriös: Die Spanier hatten den Abwrackjob weitervergeben - an eine andere Werft mit weniger scharfen Vorschriften bei der Asbestbeseitigung.

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Die "Kaz II" wurde im April 2007 vor der Nordküste Australiens treibend gefunden. Der Motor der Segelyacht lief, an Bord befanden sich ein voll funktionstüchtiges GPS und ein Laptop sowie die Schwimmwesten und Wertsachen der verschwundenen drei Besatzungsmitglieder. Der Besitzer der Yacht, Derek Batten, und seine Freunde Peter und James Tunstead waren erfahrene Segler. Sie konnten auch nach eingehender Suche nicht gefunden werden. Es wurde vermutet, sie könnten in einen Sturm geraten und von Bord gespült worden sein. Doch nach einem Sturm hätte mehr Unordnung herrschen müssen. Die Möglichkeit einer Entführung ließ sich ebenfalls nicht bestätigen. Wahrscheinlich gab es einen Unfall an Bord, bei dem einer der Männer ins Wasser fiel. Bei dem Versuch, ihn zu retten, müssen die anderen ebenfalls von Bord gefallen sein. Die Yacht hat sich dann mit laufendem Motor und starkem Wind sehr schnell entfernt. Batten und die Tunsteads sind vermutlich ertrunken.

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Richard Dix als Kapitän an Bord der "Altair", Szene aus dem Film "The Ghost Ship" von 1944.

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Das Geisterschiff aus John Carpenters Horrorfilm "The Fog - Nebel des Grauens" aus dem Jahr 1980. Das Mysterium der spukenden Kähne war im Kino immer wieder gern gesehen und auch das Schicksal der "Mary Celeste" wurde bereits 1935 in einem Drehbuch verarbeitet. Doch der Film "The Mystery of the Marie Celeste" von Regisseur Denison Clift gilt nicht nur als grottenschlecht, er erzählt auch eine hanebüchene Story der "Mary Celeste". Demnach habe es eine Meuterei auf dem Schiff gegeben.

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Das Szenenbild zeigt das Geisterschiff aus Steve Becks Horrorfilm "Ghost Ship - Meer des Grauens", eine australisch-amerikanische Produktion aus dem Jahr 2002. Auf dem Luxusdampfer "Antonia Graza" kommen Passagiere und Crew unter blutigen und mysteriösen Umständen ums Leben. Der Film nimmt eingangs Bezug auf das ungeklärte Schicksal der "Mary Celeste".

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Das Geisterschiff aus dem Doku-Drama "Blackbeard - Der wahre Fluch der Karibik" von 2006. Kapitän Blackbeard erlangte als berüchtigter Pirat im karibischen Meer zu Beginn des 18. Jahrhunderts zweifelhafte Berühmtheit. Die Legenden um seine Figur sind immer wieder Thema in Literatur und Film.

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