Geschichte der Black Box Der letzte Zeuge
Black Box: Diese Konstruktion beherbergt den digitalen Flugdatenschreiber und das Sprachaufzeichnungsgerät, den sogenannte Stimmenrekorder. Sie spielen bei der Aufklärung von Flugzeugabsturzursachen eine wichtige Rolle. Obwohl die meisten Modelle, die heute verwendet werden, grell orangefarben sind, wird der Flugschreiber Black Box genannt.
Flugdaten: Ein Spezialist entnimmt in Moskau das Aufzeichnungsband aus dem Flugschreiber der am 28. Juli 2002 abgestürzten Passagiermaschine vom Typ Iljuschin
Alte Black Box: Flugdatenschreiber aus der Sowjetunion (vermutlich frühe sechziger Jahre). Links am unteren Gehäuseteil befinden sich Schlauchanschlüsse für die Messung des Umgebungsdrucks. Der Metallzylinder ist der Behälter für den beschriebenen Spezialpapierstreifen. Das äußere Gehäuse ist luftdicht und besteht aus faserverstärktem Phenolharz.
Dr. David Warren: Der Erfinder des Flugschreibers mit einem Prototyp.
Die Erste: David Warrens "Memory Flight Unit" von 1957. Die erste Black Box konnte bereits die Gespräche im Cockpit sowie acht Instrumentendaten pro Sekunde aufzeichnen. Heutige Flugrekorder können bis zu 1000 Parameter pro Sekunde speichern.
Zwischen Trümmern: Eine Black Box in einem Feld von Wrackteilen eines Flugzeuges, das am 23. März 1994 in Sibirien abstürzte.
Der Prototyp des Flugschreibers von 1962: Bereits 1957 entwickelte der Australier David Warren den ersten Flugschreiber. Doch es sollte fünf Jahre dauern, bis der erste Prototyp für die Produktion (Bild) entsteht. Der Grund dafür war, dass in Australien bis zu diesem Zeitpunkt praktisch keine Flugzeuge abgestürzt waren. Die australischen Behörden sahen daher keinen Sinn in einem solchen Gerät.
Playback Station: Mit diesem Gerät wurden die Daten der Flugschreiber ausgewertet.
Nach einem Feuer: Einer der Flugschreiber des Airbus A320 der TAM-Linhas-Aéreas. Die Maschine war am 17. Juli 2007 in Sao Paulo nach einer Bruchlandung auf eine Tankstelle und ein weiteres Gebäude außerhalb des Flughafengeländes geprallt. Dennoch waren die Daten auswertbar. Ein Flugschreiber ist bis zu einer Tiefe von 6000 Metern wasserdicht und hält Temperaturen von mehr als 1000 Grad Celsius stand.
Tauchdrone: Mit ferngesteuerten Tauchrobotern wie dieser Deep Drone 7200 können Flugschreiber aus großer Tiefe geborgen werden.
Einziger Zeuge: Zwei Mitglieder des National Transportation Safety Boards (die US-Behörde beschäftigt sich mit der Aufklärung von Unglücksfällen im Transportwesen) zeigen auf einer Pressekonferenz am 2. September 1986 die Überreste einer Black Box. Zwei Tage zuvor war eine Douglas DC-9 der Aeroméxico beim Landeanflug auf den Flughafen von Los Angeles mit einem Privatjet zusammengestoßen. Alle Passagiere starben.
Die Brüder Wright: Orville und Wilbur Wright 1910 vor ihrem Haus in Dayton, Ohio. Die US-amerikanischen Pioniere des Flugzeugbaus hoben am 17. Dezember 1903 zum ersten kontrollierten Motorflug ab. Auch sie hatten damals schon einen Flugschreiber dabei. Er registrierte unter anderem die Geschwindigkeit und die Drehzahl des Propellers. Gegen Abstürze gesichert war der Rekorder allerdings nicht. Warum auch, sie flogen nur wenigen Meter über dem Boden.
Geknackt: Der Flugdatenschreiber des TWA-Fluges 800 wird am 25. Juli 1996 in Washington D.C. präsentiert. Tage zuvor war die Passagiermaschine plötzlich in der Luft explodiert. Zwei kaum wahrnehmbare Geräusche kurz vor der Explosion auf dem Tonband des Flugschreibers lieferten den Hinweis auf die Ursache - zwei Kurzschlüsse in der Benzinanzeige.
Die Havilland "Comet": Der britische Passierjet startete im Juli 1949 zu seinem Erstflug und wurde wenige Jahre später zum ersten kommerziell erfolgreichen Verkehrsflieger in der zivilen Luftfahrt. Zwei Abstürze 1954 im Abstand von nur drei Monaten brachten die Unternehmung in Gefahr. Weltweit forschten Experten daraufhin nach möglichen Absturzursachen.