Geschichte der mangelnden Staatsferne im ZDF - DER SPIEGEL
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ZDF-Verfassungsgerichtsurteil Der Lerchenberg als Beute

Konrad Adenauer wünschte es sich als Gegengewicht zum "Rotfunk": Das Problem der politischen Einflussnahme wurde dem ZDF in die Wiege gelegt. Wie zuletzt im Fall Brender zu sehen, ist es zumeist die Union, die den Sender dominiert.
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Konrad Adenauer, der erste Bundeskanzler, wünschte sich ein sogenanntes "Deutschland-Fernsehen" als zweites TV-Programm - staatsnah und als Gegengewicht zur vermeintlich linkslastigen ARD.

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Die "Adenauer-Fernsehen"-Pläne scheiterten vor dem Bundesverfassungsgericht. Stattdessen taten sich die Länder zusammen und hoben am 1. April 1963 das ZDF aus der Taufe - mit Karl Holzamer als Gründungsintendanten.

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Holzamer war ein Kandidat der CDU, doch der Hochschulprofessor war auch für weite Teile der SPD akzeptabel. Hier steht er ganz links bei einer Fernsehratstagung neben dem Regierenden Bürgermeister Berlins, Willy Brandt, sowie den Mainzer Fernsehräten Jockel Fuchs und Walter Wülfing.

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Noch zu Holzamers Zeiten, im Jahre 1969 nämlich, startete mit dem "ZDF-Magazin" die Sendung, die zum Symbol der politischen Rechtslastigkeit des ZDF wurde. Moderator Gerhard Löwenthal agitierte scharf gegen die DDR und andere vermeintliche Staatsfeinde.

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Nähe zweier Dauerbrenner: Mit zwanzig Jahren dauerte die Amtszeit von Dieter Stolte als ZDF-Intendant tatsächlich noch länger an als die von Helmut Kohl als Bundeskanzler. Hier überreicht der CDU-Politiker dem Fernsehmann zum Ruhestand 2002 den Medienpreis "Goldene Feder".

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Proporz auf dem Bildschirm: Im Wochenmagazin "Frontal" ließ das ZDF einen linken (Ulrich Kienzle) und einen rechten Journalisten (Bodo Hauser) das politische Geschehen kommentieren.

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Der Fall des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender brachte die Problematik des parteipolitischen Einflusses auf die Aufsichtsgremien des Senders grell ans Licht.

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Unter Führung des damaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch wurde der offenbar zu wenig gefügige Brender demontiert.

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Dieser Eingriff in die inneren Angelegenheiten des Senders ging sogar ausgemachten Konservativen wie dem ehemaligen "Heute Journal"-Moderator Peter Voß zu weit: Er gab sein CDU-Parteibuch zurück.

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Der aktuelle ZDF-Intendant Thomas Bellut am Rande der Urteilsverkündung vor dem Bundesverfassungsgericht am 25.3.2014: Er sieht die Unabhängigkeit des Senders nun gestärkt.

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