Geschichte der Sonnenbrille - DER SPIEGEL
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Geschichte der Sonnenbrille Zwei Gläser Geheimnis

Sie zieren die Gesichter von Diktatoren und Popstars, dabei galten Sonnenbrillen lange nur als Erfindung für Menschen mit Augenleiden. Dann leiteten die US-Fliegerstaffeln den Siegeszug der dunklen Gläser ein und machten sie zum Mode-Statement für Jedermann. Nur ein Berufsstand trägt nie welche.
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Mit Sonnenbrillen nach Chicago: "Es sind 106 Meilen bis Chicago, wir haben genug Benzin im Tank, ein halbes Päckchen Zigaretten, es ist dunkel und wir tragen Sonnenbrillen." Mit diesem Satz im Film "Blues Brothers" spielten sich Dan Aykroyd und John Belushi bereits 1980 auf ewig in die Herzen ihrer Fans. Dabei trugen die beiden "Wayfarer"-Sonnenbrillen, deren Verkaufszahlen anschließend explodierten.

Foto: ddp images/Universal Pictures
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Mit Perlen: Als ultimativ eleganteste Sonnenbrillenträgerin hatte sich Audrey Hepburn jedoch bereits 1961 in "Frühstück bei Tiffany" herausgestellt.

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Skurriles Markenzeichen: Auch der alternde nordkoreanische Diktator Kim Jong Il zeigt sich in der Öffentlichkeit kaum mehr ohne seine Sonnenbrille. Auch nicht, als er 2001 während eines Besuchs in Russland an einem Bahnhof in Khasan eine Ansprache hielt.

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Die Pfarrerstochter und der Macho: War es Symbol der Ablehnung des Staates oder Coolness bis zum Schluss? Der spätere RAF-Mitbegründer Andreas Baader nahm auch bei der Urteilsverkündung im Frankfurter Brandstifter-Prozess am 31. Oktober 1968 nicht seine Sonnenbrille ab.

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Coolnessfaktor Fliegerbrille: Die erste "Ray Ban Aviator" war bereits 1936 auf den Markt gekommen. Doch erst mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und den US-Fliegerstaffeln, deren offizielle Brille sie war, kam sie nach Deutschland und wurde zum Prototyp des amerikanischen Traums. In den Achtzigern trug Tom Cruise sie in "Top Gun" und löste einen erneuten Run auf die Sonnenbrille aus.

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Fidel Castro: Es liegt sicher nicht nur am guten Wetter auf der sonnigen Karibikinsel Kuba, dass Kubas Machthaber gerne zur Sonnenbrille greift. Dunkle Gläser verströmen eine Aura kühler Autorität und Unnahbarkeit - vielleicht sind sie deshalb bei vielen Diktatoren so beliebt.

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Oft kopiert, nie erreicht: Das Vorbild für die meisten Sonnenbrillenträgerinnen bleibt jedoch die Präsidentenwitwe Jacqueline Kennedy Onassis (hier im November 1968 kurz nach ihrer Hochzeit mit Aristotle Onassis in New York). Von ihr erzählt man sich, sie wäre gern im New Yorker Central Park spazieren gegangen und dabei nie von Passanten belästigt worden. Lag es an ihrer außergewöhnlichen Eleganz - oder trauten sich die Menschen einfach nicht, eine so dunkel bebrillte Frau anzusprechen?

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Sonnenbrille gegen Gangster: Ein legendärer Sonnenbrillenträger neuster Zeit ist der von David Caruso gespielte Lieutenant Horatio Caine in der Fernsehserie "CSI: Miami". Gebannt warten die Fans wöchentlich vor dem Fernseher auf seine Sonnenbrillen Auf- und Absetz-Orgien.

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Ein Hauch von Freiheit: Wenn es um Coolness geht, dürfen selbstverständlich auch Dennis Hopper und Peter Fonda in "Easy Rider" von 1969 nicht fehlen. Auch die beiden freiheitsliebenden Biker trugen Sonnenbrillen.

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Kanonen und Sonnenbrillen: Für die "Men in Black"-Agenten Kay und Jay (Will Smith und Tommy Lee Jones) waren tiefschwarze Sonnenbrillen sogar ein äußerst wichtiges Accessoire für den Beruf. Denn wer im Film den Apparat "Blitzdings" benutzt und keine Sonnenbrille trägt, verliert sein Gedächtnis.

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Formvollendet: Zum ganz normalen Leben eines Topmodels gehörte spätestens seit den Neunzigern eine schicke Limousine, ein Handy und eine modische Sonnenbrille. Für Cindy Crawford kein Problem.

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Die Brille der Filmhelden: Bereits Marcello Mastroianni trug sie 1961 in "Scheidung auf Italienisch". Und auch Steve McQueen mochte 1968 als der elegante Betrüger Thomas Crown (Bild) nicht darauf verzichten - die legendäre "Persol"-Sonnenbrille. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass sie auch für 007-Darsteller Daniel Craig in "Casino Royal" die Brille seiner Wahl war.

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Ein neues Kind: Viele Stars tragen in der Öffentlichkeit gern eine Sonnenbrille, entweder um unerkannt zu bleiben oder aber um erst recht aufzufallen. Popsängerin Madonna hatte zwar schon immer ein Faible für auffallende Outfits, im April 2007 erzeugte sie jedoch wohl eher Aufregung durch die Adoption des kleinen David in Malawi.

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Rote oder Blaue Pille? Einer der Sonnenbrillen-Filme überhaupt war 1999 "Matrix". Die Modelle, die die Hauptdarsteller trugen, waren hinterher in jedem Geschäft sehr gefragt und wurden zum Verkaufsschlager.

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Eine Schwäche für Brillen: U2-Sänger Bono trägt auch auf der Bühne gern Sonnenbrillen, von denen er offenbar eine riesige Sammlung besitzt. Für ihn seien - wie er selbst behauptet - Sonnenbrillen das, was für Imelda Marcos Schuhe sind. Die ehemalige philippinische First Lady soll 1000 Paar Schuhe besitzen.

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Grand Prix mit Brille: Beim Pferderennen trägt die Dame von Welt selbstverständlich einen eleganten Hut, Catherine Deneuve kombinierte ihn beim französischen Diane Grand Prix im Juni 1992 stilsicher mit einer dunklen Sonnenbrille.

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Brillen machen Stars: Einer der Stars, die ohne schrille Sonnenbrille kaum vorstellbar sind, ist Elton John. Das Modell, das er im Juni 2003 bei einem Konzert in London trug, ist für seine Verhältnisse sogar noch richtig schlicht.

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Gaddafi mit Markenzeichen: Unter den Diktatoren war der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi fast schon ein Star der Sonnenbrillendespoten, so regelmäßig präsentiert er sich mit dunklen Gläsern.

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Ungewolltes Markenzeichen: Ohne seine Sonnenbrille würde ihn wahrscheinlich kaum jemand erkennen - Schlagerstar Heino. Die Brille, ohne die er sich bereits seit den siebziger Jahren nicht mehr in der Öffentlichkeit zeigt, wurde zu seinem Markenzeichen. Ungewollt, denn der Grund für die ständige Verhüllung ist ein Augenleiden.

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Idi Amin: Der größenwahnsinnige ugandische Diktator Idi Amin fuhr seinen Jeep auch gerne mal selbst, natürlich versteckt hinter seiner dunklen Sonnenbrille. Hunderttausende Menschen fielen seiner Gewaltherrschaft von 1971 bis 1979 zum Opfer.

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Die Not zur Tugend gemacht: Der eitle Modezar Karl Lagerfeld machte die Sonnenbrille - am liebsten vom eigenen Label - zu seinem zweiten Markenzeichen neben seinem langen Haarzopf. Mit den Brillen korrigiert er einen Sehfehler.

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Ein Schluck für Udo: Ohne Sonnenbrille und Schlapphut ist auch dieser Herr kaum wiederzuerkennen - der Altrocker und passionierte Eierlikörtrinker Udo Lindenberg.

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Ein elegantes Paar: Während einer Pause beim Dreh des Films "Prêt-à-Porter" warteten im März 1994 in Paris Sophia Loren und Marcello Mastroianni stilvoll mit Sonnenbrille und überdimensionalem Hut auf ihren nächsten Einsatz.

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General Ray Ban: Der Oberbefehlshaber der amerikanischen Truppen im Pazifikkrieg, General Douglas MacArthur, zeigte sich gern lässig - und trug genau wie seine Soldaten eine Fliegerbrille.

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Schwarzenegger als "Terminator": Ohne Sonnenbrille sähe vermutlich auch der knallharte "Terminator" nur noch halb so martialisch aus.

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Fahndungsfoto von Carlos: Kein cooler "Blues Brother", sondern eine Figur aus dem echten Leben - Ilich Ramirez Sanchez, besser bekannt als "Carlos, der Schakal". Der in Venezuela geborene Carlos war lange Zeit der weltweit am meisten gesuchte Terrorist - bis er 1994 von französischen Agenten verhaftet werden konnte und in Paris zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Vielleicht wäre er ohne Sonnenbrille unauffälliger gewesen.

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Die Beckhams: Fußballstar David Beckham mit seiner Frau Victoria im Juli 2008 in Los Angeles. Stars wie Victoria machten übergroße Brillengläser wieder zu einem echten Modetrend - auch wenn manch einer damit einer überdimensionierten Stubenfliege ähnelt. Um niemals oben ohne dazustehen, hat Ex-"Spice Girl" Victoria inzwischen ihre eigenen Sonnenbrillen designt.

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Die Diva und der Schiffsmagnat: Ganz mondän zeigte sich Sopran-Star Maria Callas mit Aristoteles Onassis im Juli 1959 auf dessen Jacht Christina IV vor Capri - beide natürlich mit topmodischer Sonnenbrille.

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Film-Diva und Trendsetterin: US-Filmstar und Oscar-Preisträgerin Joan Crawford ("Solange ein Herz schlägt") verlässt offenbar in Eile ihre Wohnung - hatte aber noch genügend Zeit, sich eine Sonnenbrille aufzusetzen.

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Rebell mit Sonnenbrille: Er ließ sich 1985 nicht nur mit weißen Turnschuhen im hessischen Landtag als Minister vereidigen - Joschka Fischer trug schon 1983 während einer Bundestagsdebatte zur Lage der Nation eine fesche Sonnenbrille im ehrwürdigen Parlament.

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Doppelt bebrillt: Auffallen um jeden Preis - Hotelerbin Paris Hilton hat sich ein ganz besonderes Outfit ausgesucht, als sie während des Sundance Film Festivals im Januar 2008 Fans auf der Straße Autogramme gab. Vielleicht sollte sie sich bei der Wahl ihrer Sonnenbrille das nächste Mal lieber an dem etwas dezenteren Modell auf ihrem T-Shirt orientieren.

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Vater und Tochter: Auch in seiner Freizeit war Präsident John F. Kennedy immer ganz der smarte, elegante Typ - wie hier im Januar 1963 mit seiner Tochter Caroline.

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Miller und Monroe: Die US-Filmdiva Marilyn Monroe am 25. Juni 1956 mit ihrem Verlobten, dem Dramatiker Arthur Miller, den sie wenige Tage später heiraten sollte und Hund Hugo.

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Schutzwall für Gefühle: Das britische Supermodel Kate Moss im März 2004 in London. Die Mundwinkel lassen einen genervten Gemütszustand erahnen, die Augen sind versteckt - für viele Stars sind Sonnenbrillen der einzige Schutz gegen aufdringliche Paparazzi.

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Beatle mit Brille: John Lennon auf einem undatierten Foto mit einer verspiegelten Sonnenbrille.

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Patrouillenboot Flak 8,8: Das Foto zeigt die Bedienung der 8,8 Flak auf einem Patrouillenboot in Nordsee oder Ostsee. Die Mannschaft war bei Bedarf augenscheinlich ebenfalls mit Sonnenbrillen ausgerüstet. Offiziell war das Fotografieren oder Führen von Tagebüchern an Bord verboten.

Foto: Martin Mücke
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