J. Edgar Hoover Der geheime Präsident
Herr im eigenen Reich: Nach seinem Jurastudium begann J. Edgar Hoover im Alter von 22 Jahren, für das Justizministerium zu arbeiten. Mit 26 war er bereits Vizedirektor des Bureau of Investigation und drei Jahre später bis zu seinem Tod der unangefochtene Chef des FBI, insgesamt 48 Jahre lang. Hoover diente unter acht verschiedenen US-Präsidenten. Autor Tim Weiner nennt Hoover einen "amerikanischen Macchiavelli".
Zwei, die sich durchboxen: Hoover sei sentimental geworden, "wenn es um seinen Hund ging", sagt Autor Tim Weiner, in seinem ganzen Leben habe der FBI-Boss jedoch "keine warmen Gefühle für andere Menschen" empfunden.
Hier trifft Hoover trifft auf eine Hündin namens Holly Spring of Ballerina. Der Anlass dieser Begegnung war der Besuch einer Gruppe, die ihre Hunde-Show promoten wollte.
Vorsicht, Polizei! Das FBI ist die bundespolizeiliche Ermittlungsbehörde des Justizministeriums der Vereinigten Staaten. Vor allem unter dem Gründer J. Edgar Hoover wurde immer wieder Kritik am angeblich unkontrollierbaren Handeln der Behörde laut. Präsident Franklin D. Roosevelt hatte dem FBI per Gesetz einen immensen Handlungsspielraum verschafft - später wollten dies viele seiner Nachfolger am liebsten rückgängig machen.
Die Aufnahme zeigt die Aktenabteilung des FBI in Washington auf einer undatierten Aufnahme.
Unter der Sonne Floridas: J. Edgar Hoover spielt eine Runde Backgammon mit Clyde Tolson, dem Vizedirektor des FBI. Der stehende Mann ist Guy Hottel, Verantwortlicher für das Hauptquartier in Washington. Die Männer hielten sich in Miami auf, um dort eine neue Dienststelle des FBI aufzubauen.
Hoover gewinnt Macht: US-Präsident Franklin D. Roosevelt unterschreibt 1934 eines von vielen Gesetzen, das die Rechte des Bureau of Investigation (BOI) erweitert. Hinter ihm stehen Justizminister Homer Cummings, J. Edgar Hoover, Direktor des BOI, Senator Henry F. Ashurst und der stellvertretende Justizminister Joseph B. Keenan (von links).
Nach der Unterzeichnung war nun unter anderem das Tragen von Schusswaffen durch die Agenten erlaubt - und die Verfolgung von Straftaten, die zuvor nur Polizisten innerhalb der US-Bundestaaten gestattet war. 1935 erhielt das Bureau of Investigation dann den Zusatz Federal.
Der Autor: Tim Weiner war jahrelang Journalist der "New York Times" und gilt als Experte des amerikanischen Geheimdienstsystems. Er legte zunächst ein Buch über die Geschichte der CIA vor, jetzt erschien "FBI - Die wahre Geschichte einer legendären Organisation".
Unliebsames Miteinander: Harry Truman (Mitte) wurde 1945 Präsident der USA. Er misstraute Hoover (links) und warf ihm vor, eine amerikanische Gestapo aufzubauen. Erdulden musste er ihn trotzdem.
Grenzen aufzeigen: Der Präsident der USA, John F. Kennedy, bei einem Treffen mit Hoover im Weißen Haus im Mai 1963. Obwohl das Verhältnis zwischen dem liberalen Politiker Kennedy und dem autokratisch handelnden FBI-Chef äußerst schlecht war, blieb Hoover weiter im Amt. Immerhin sorgte Kennedy für eine Trennung zwischen FBI und Justizministerium, auf das Hoover großen Einfluss hatte.
Kurzes Intermezzo: Louis Patrick Gray III. wurde von Präsident Richard Nixon zum kommissarischen Chef des FBI ernannt, nachdem J. Edgar Hoover 1972 gestorben war. Er konnte sich aufgrund seiner Verstrickungen in die Watergate-Affäre nur ein Jahr auf dem Posten behaupten.
Die totale Überwachung: Justizminister John Ashcroft stellt bei einer Pressekonferenz die vom FBI veröffentlichten Fotos von 19 mutmaßlichen Selbstmordattentätern vor, die in die Anschläge vom 11. September 2001 verwickelt gewesen sein sollen. Eine Folge der terroristischen Tat war die Überwachung von Millionen von Mails und Telefongesprächen durch das FBI. Durch dieses Bespitzelungs-Programm wurde laut Tim Weiner allerdings kein einziger Terrorist enttarnt.
Endlich Entspannung: Seit Barack Obama 2009 zum Präsidenten der USA gewählt wurde, hat sich das Verhältnis zwischen der Regierung und dem Federal Bureau of Investigation nach Meinung von Tim Weiner deutlich verbessert.
Der seit 2001 amtierende FBI-Chef Robert Mueller, hier bei einem Treffen mit Obama, hätte es zusammen mit dem Präsidenten geschafft, dass man "zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte des FBI davon sprechen könne, dass sich Sicherheit und Freiheit einigermaßen in einer Balance befinden."