Geschichte von Kuba und USA - DER SPIEGEL
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US-kubanische Geschichte Vom Feind zum Freund

Wenn US-Präsident Obama in Kuba eintrifft, ist das ein historischer Moment. Jahrzehnte waren Washington und Havanna bitter verfeindet. Rückblick auf eine wechselvolle Geschichte.
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Kubanische Unabhängigkeit

1898: Nach Ende des Spanisch-Amerikanischen Kriegs (April bis Dezember 1898) entlässt die alte Kolonialmacht Spanien Kuba in die Unabhängigkeit. Die Karibikinsel gerät aber umgehend in wirtschaftliche und politische Abhängigkeit der Vereinigten Staaten, die sie zunächst unter Militärverwaltung stellen. Das Platt Amendment von 1901 gibt den USA das Recht zu intervenieren, ihnen wird die Bucht von Guantanamo für eine Flottenbasis überlassen. Im Mai 1902 verlassen amerikanische Truppen die Insel, Tomás Estrada Palma wird erster Präsident der Republik.

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Revolution in Havanna

1959: Nach einem Guerilla-Krieg unter Beteiligung von Ernesto „Che“ Guevara, nehmen Kämpfer des Revolutionsführers Fidel Castro im Januar die kubanische Hauptstadt Havanna ein. Diktator Fulgencio Batista flieht. Sechs Wochen später ist Castro Premier, kurz darauf besucht er die USA. Präsident Dwight D. Eisenhower empfängt ihn aber nicht. Der Verdacht, Castro könnte ein Kommunist sein, bestätigt sich spätestens, als er im gleichen Jahr eine Landreform und Enteignungen verfügt, Unternehmen werden verstaatlicht, auch US-Firmen, und US-Importe besteuert.

Foto: © STR New / Reuters/ Reuters
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Beginn der Eiszeit

1960: Im Oktober erlassen die USA ein Teilembargo gegen Kuba. Drei Monate später bricht Washington auch seine diplomatischen Beziehungen zu Havanna ab. Castro proklamiert offiziell einen „sozialistischen Staat“ und intensiviert die Handelsbeziehungen mit der Sowjetunion. 1962 verhängte US-Präsident Kennedy dann ein komplettes Handelsembargo.

Foto: ASSOCIATED PRESS
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Invasion der Schweinebucht

1961:im April versucht eine Söldnertruppe von Exilkubanern, mit Hilfe des US-Geheimdienstes CIA das Regime zu stürzen. Kubas Revolutionsarmee schlägt die Invasion in der Schweinebucht zurück. US-Präsident John F. Kennedy genehmigt die „Operation Mongoose“. Die CIA soll Castro beseitigen – vergeblich.

Foto: Miguel Vinas / AP
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Kubakrise

1962: Die Kubakrise führt die Welt an den Rand eines Atomkrieges. Wegen der Stationierung sowjetischer Atomraketen auf der Insel ordnet US-Präsident John F. Kennedy eine Seeblockade an. Nach bedrohlichen Tagen, gibt Kremlchef Nikita Chruschtschow nach und zieht die Raketen wieder ab. Im Laufe der 1960er und -70er Jahre verlassen Hunderttausende Menschen die Karibikinsel Richtung Vereinigte Staaten. Dort lassen sie sich vor allem in Florida nieder. Liberale Einwanderungsgesetze für Kubaner, ermöglichen es diesen schon nach einem Jahr einen permanenten Aufenthaltstitel zu erlangen.

Foto: Anonymous / AP
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Schweizer US-Interessenvertretung

1977: 16 Jahre nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen eröffnet Washington in Havanna eine Interessenvertretung unter dem Dach der Schweizer Botschaft. Bereits 1975 hatte der damalige Außenminister Henry Kissinger angekündigt, die Beziehungen zu Kuba normalisieren zu wollen. Dieser Entspannungsversuch scheitert - weil Kuba sich militärisch im angolanischen Bürgerkrieg 1976 engagiert.

Foto: Charles Tasnadi/ ASSOCIATED PRESS
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Kuba auf der Terrorliste

1982: Washington setzt Kuba auf die US-Terrorliste, weil es "bewaffnete Revolutionen" und terroristisch agierende Gruppen gefördert habe. Durch den Schritt wird Kuba von Waffenlieferungen und Wirtschaftshilfen ausgeschlossen. Erst 33 Jahre später wird der Inselstaat wieder von der Liste gestrichen.

Foto: Ramon Espinosa/ AP
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Der Fall Elian

1995: Unter Präsident Bill Clinton beschließen die Vereinigten Staaten die Einwanderungsregeln für Kubaner zu verschärfen. Die neue Regelung ist unter „wet foot/ dry foot-policy“ bekannt. Kubaner, die auf See aufgegriffen werden (wet foot), werden zurück nach Kuba gebracht. Vor diesem Hintergrund sorgt 1999 der Fall Elián González für eine Propagandaschlacht: Er war aus einem havarierten Flüchtlingsboot vor der Küste Floridas gerettet worden. Seine Mutter und weitere Menschen an Bord starben. Sein Vater in Kuba wollte Elián zurück, die Exilkubaner und Verwandte in Florida waren dagegen, Castro organisierte Demos vor der Ersatzbotschaft der USA in Havanna. Nach längeren juristischen Scharmützeln lässt die US-Einwanderungsbehörde Elián heimreisen.

Foto: JOSE GOITIA/ ASSOCIATED PRESS
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Ein Hin und Her

2004: US-Präsident George W. Bush verschärft Reisebeschränkungen für US-Bürger und schränkt Geldüberweisungen weiter ein. 2006 übergibt Fidel Castro, aus gesundheitlichen Gründen, die Amtsgeschäfte an seinen jüngeren Bruder Raúl. Was zunächst als temporäre Lösung gedacht war, wird 2008 offiziell durch eine Wahl der Nationalversammlung verstetigt. Ein Jahr später hebt US-Präsident Barack Obama die Reisebeschränkungen für Exilkubaner auf. Außerdem dürfen sie wieder Geld nach Kuba schicken. Bald darauf gibt es auch wieder Gespräche auf Regierungsebene.

Foto: © Claudia Daut / Reuters
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Entspannung

2014: Im Dezember kündigen Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro an, die bilateralen Beziehungen zu normalisieren. Nach einigen Telefonaten treffen die beiden ein halbes Jahr später erstmals zu einem direkten Gespräch beim Amerika-Gipfel in Panama. Im Juli 2015 werden die diplomatischen Beziehungen wieder hergestellt. Im August reist Außenminister John Kerry als erster US-Chefdiplomat seit 1945 nach Havanna und eröffnet die Botschaft wieder.

Foto: Ismael Francisco/ AP
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