Gewalt gegen Inder Proteste der Einwanderer
Protest in Australien: In Melbourne und Sydney demonstrieren indischstämmige Studenten gegen die zunehmende Gewalt gegen Ausländer.
Die Studenten (hier in Melbourne) verlangen mehr Sicherheit, verstärkte Polizei-Patrouillen in den Gegenden, in denen sie leben, ...
... sowie verbesserte Lebensbedingungen. Sie beklagen beispielsweise die teuere Unterbringung in Wohnungen mit insgesamt 15 Studenden oder die Beschränkung der Arbeitserlaubnis auf nur 20 Stunden pro Woche.
Das Bild des Studenten Sravan Kumar Theerthala machte in Indien die Runde: Der Mann wurde im Mai in Melbourne niedergestochen. Die indische Regierung verlangt von Australien größere Anstrengungen, die Einwanderer und die Gaststudenten besser zu schützen.
Indiens Botschafterin in Australien, Sujatha Singh, trug in Canberra entsprechende Forderungen vor.
Der australische Premierminister Kevin Rudd hat die Angelegenheit inzwischen zur Chefsache gemacht. Unter anderem hat er eine Arbeitsgruppe eingberufen, die Maßnahmen zum besseren Schutz von Ausländern in Australien erarbeiten soll.
Die Ereignisse in Australien sorgen in Indien für große Aufregung. Im Bild: Studentinnen protestieren in Hyderabad gegen Fremdenfeindlichkeit.
In Neu-Delhi verbrennen Mitglieder der hindunationalistischen Partei Shiv Sena eine Puppe, die Premierminister Kevin Rudd darstellen soll, ...
... und ebenso Fotos des australischen Regierungschefs.
Im nordindischen Amritsar demonstrieren Familienangehörige von Studenten, die in Australien leben, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.
Der indische Superstar Amitabh Bachchan kündigte an, eine Ehrenauszeichnung der Universität von Brisbane abzulehnen. In seinem Blog schreibt der Schauspieler: "Mein Gewissen erlaubt es mir nicht, eine Auszeichnung von einem Land anzunehmen, das meine Landsleute derart demütigt."