Gewinner 2015 - DER SPIEGEL
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Müller, Zuckerberg und Co. Die Gewinner des Wirtschaftsjahres 2015

Griechenland-Streit, Volkswagen-Skandal und nervende Streiks - das Wirtschaftsjahr 2015 war ein Jahr der Krisen. SPIEGEL ONLINE zeigt, wer als Gewinner daraus hervorgegangen ist.
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Eine faszinierende Firma, die Berge direkt vor der Haustür – als Porsche-Chef schien Matthias Müller ganz mit sich im Reinen. Mehr wollte er nicht, so schien es, schon gar nicht den stressigen Vorstandsvorsitz beim Mutterhaus Volkswagen in Wolfsburg. Doch dann fegte die Krise dort fast den kompletten Vorstand hinweg. Kandidaten für die Nachfolge von Martin Winterkorn gab es zu diesem Zeitpunkt nicht viele. Eigentlich nur einen: Müller. Er nahm den Job an und versprach, die Kultur des angeschlagenen Großkonzerns zu verändern. Ob ihm das gelingt, dürfte sich 2016 zeigen.

Foto: ODD ANDERSEN/ AFP
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Christine Hohmann-Dennhardt hat 2015 ihren Status als oberste Aufräumerin der Republik gefestigt. Die ehemalige Bundesverfassungsrichterin soll im Januar als erste Frau überhaupt in den Vorstand des skandalgeplagten Volkswagenkonzerns einziehen und dort das neu geschaffene Ressort Compliance (Integrität und Recht) übernehmen. Die 65-Jährige kommt vom VW-Rivalen Daimler. Auch dort war sie 2011 als erste Frau in den Vorstand eingerückt, um den Konzern nach einem Schmiergeldskandal sauber zu machen. Ob ihr das auch bei VW gelingt?

Foto: Bernd Weissbrod/ picture alliance / dpa
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Als Anshu Jain im Sommer als Deutsche-Bank-Chef zurücktreten musste, wurde ein bis dato weitgehend Unbekannter an die Spitze der Deutschen Bank gespült: Der Brite John Cryan führt das einst so noble Geldhaus seitdem ausgesprochen bodenständig. Die Allüren, die viele seiner Vorgänger pflegten, sind dem trockenen Zahlenmenschen Cryan völlig fremd. Dennoch wird sein Job einer der härtesten in der deutschen Wirtschaft: Er muss rund 9000 Stellen streichen – und nebenbei sowohl das Geschäft als auch den Ruf der Bank sanieren.

Foto: Thomas Lohnes/ Getty Images
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Für Wolfgang Schäuble war 2015 ein angenehmes Jahr – zumindest daheim in Deutschland: Zum zweiten Mal kam der Bundesfinanzminister ohne neue Schulden aus und musste dank steigender Steuereinnahmen nicht mal darum kämpfen. Härte zeigte Schäuble nur im Ausland: Griechenland drohte er mit einem vorübergehenden Euro-Austritt, als die Linksregierung schon auf Forderungen ihrer Geldgeber eingeschwenkt war. Premier Alexis Tsipras beugte sich noch härteren Auflagen, und Schäuble konnte vor allem beim konservativen Unions-Flügel punkten.

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa
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Mehr als vier Millionen Menschen waren arbeitslos, als Frank-Jürgen Weise 2004 zum Chef der Bundesagentur für Arbeit wurde. Weise krempelte die skandalgeplagte Behörde um wie kein anderer vor ihm: Aus der ehemaligen Bundesanstalt mit einem Beamtenapparat einer längst vergangenen Zeit ist eine halbwegs moderne Agentur mit einem gewissen Servicecharakter geworden. Weises Kurs – und die gute Konjunktur – zahlen sich aus: Ende 2015 zählte die Bundesagentur noch rund 2,6 Millionen Arbeitslose – der niedrigste Stand seit 1991. Nun aber muss der 64-Jährige seine neue Aufgabe als Chef der Asylbehörde Bamf in den Griff bekommen und zeigen, ob er auch 2016 zu den Gewinnern gehören wird.

Foto: Peter Endig/ dpa
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Facebook brummt. Mit 1,6 Milliarden Nutzern bleibt das soziale Netzwerk uneinholbar. Die Aktie überflog erstmals die 100-Dollar-Marke; Marktwert: 300 Milliarden Dollar. Davon profitiert vor allem Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Als er Anfang Dezember ankündigte, 99 Prozent seiner Aktien in eine wohltätige Stiftung einzubringen, traf er denn auch erst einmal auf Spott und Skepsis: Ein reiner Image- und Steuertrick, maulten viele, zumal er alleine über die Stiftung verfügen werde. Doch gerade in den USA denken viele Menschen anders: Die Milliarden sind bei einer Stiftung besser aufgehoben als beim Staat.

Foto: Alex Cruz/ dpa
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Wochenlang war mal wieder nur von seinem Mentor die Rede. Die Hollywood-Biografie "Steve Jobs" porträtierte den Apple-Gründer als eklig-egomanisches Genie - und unterstrich damit erneut das so ganz andere Temperament seines Nachfolgers Tim Cook. Leise steuert er Apple durch eine Reifephase, in der nicht mehr alles Ehrfurcht auslöst, was der Tech-Gigant erfindet (siehe die Apple-Watch). Statt Hype generiert Cook Zahlen. 2015 war Apples erfolgreichstes Jahr: 234 Milliarden Dollar Umsatz, mehr als 300 Millionen verkaufte Geräte - darunter 231 Millionen iPhones. Cook ist aus dem Schatten seines Vorgängers getreten, weil er dessen Macken nicht kopiert.

Foto: Andrew Burton / AFP
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Jahrelang stellte sich die Finanzwelt vor allem eine Frage: Wie sollen die USA und Europa jemals wieder von der Nullzinspolitik wegkommen, ohne ein Beben an den Finanzmärkten zu verursachen? Nun hat Janet Yellen allen gezeigt, wie es geht. Erstmals seit fast zehn Jahren hat die US-Notenbank Fed den Leitzins wieder erhöht. Und was passierte? Kein Beben. Im Gegenteil: Statt zu fallen, stiegen die Aktienkurse sogar. Das lag vor allem an der klugen Kommunikationspolitik, mit der Yellen die Investoren über Monate hinweg auf die Zinswende vorbereitet hatte. 2016 wird sich zeigen, ob sie auch die nächsten Schritte Richtung Normalisierung so gut meistert.

Foto: Nicholas Kamm / AFP
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Besser als Martin Blessing kann man den eigenen Abgang wohl kaum hinkriegen. Jahrelang stand der Commerzbank-Chef in der Kritik, weil die Bank einfach nicht aus der Krise kam. Sein Rausschmiss schien zwischenzeitlich nur noch eine Frage der Zeit. Doch 2015 wendete sich das Blatt: Die Bank fuhr ordentliche Gewinne ein und will erstmals seit 2008 sogar wieder eine Dividende an die Aktionäre ausschütten. Angesichts solcher Nachrichten hätte auch der Bund gerne den im Oktober 2016 auslaufenden Vertrag mit Blessing verlängert. Doch der Bankchef spielte nicht mit. Er ließ sich ein Angebot vorlegen – um es dann überraschend abzulehnen. Man soll eben gehen, wenn es am schönsten ist.

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa
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Rolf Buch hat ein rasantes Jahr hinter sich. Anfang 2015 hieß sein Konzern noch Deutsche Annington und übernahm im Frühjahr den Konkurrenten Gagfah. Wenig später wurde das vergrößerte Unternehmen in Vonovia umbenannt. Im September dann gelang Buch mit Vonovia der Aufstieg in den Dax. Erstmals schaffte es damit ein Immobilienkonzern ins Ranking der deutschen Börsenschwergewichte. Nun plant Buch den nächsten Coup: Er will den Konkurrenten Deutsche Wohnen schlucken - und die Machtstellung von Vonovia als größtem privaten Vermieter des Landes zementieren. Das Deutsche-Wohnen-Management wehrt sich noch. Bis Ende Januar soll eine Entscheidung fallen.

Foto: Monika Skolimowska/ dpa
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