Ghana: Beerdigungen sind ein Fest - DER SPIEGEL
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Begräbnisse in Ghana Ein Fest und eine Falle

Hunderte Gäste, tagelange Feierlichkeiten, Unsummen von Geld: In Ghana sind Begräbnisse eine Party - und für viele eine finanzielle Falle. Die Fotografin Ana Palacios zeigt Bestattungen in dem westafrikanischen Land.
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In Ghana ist der Tod ein Anlass, das Leben der Verstorbenen zu feiern. Um diese Tote, Vida Abena Agbozo, haben sich Verwandte versammelt. In dem westafrikanische Land dauern Beerdigungen mindestens drei Tage.

Foto: Ana Palacios
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Die Vorbereitungen beginnen aber schon viel früher. Nach dem Tod folgt zunächst die Autopsie. Dann wird der Verstorbene in einer Kältekammer aufbewahrt, während seine Familie die Vorbereitungen für die Beerdigung trifft. Das kann Monate dauern, manchmal sogar Jahre. Hier nimmt ein Angestellter in der Leichenhalle eines Krankenhauses in Ghanas Hauptstadt Accra einen Körper aus der Kältekammer, wäscht ihn und macht ihn bereit für die Beerdigung.

Foto: Ana Palacios
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Das Anfertigen von Särgen ist in Ghana eine Kunst. Oft haben die Särge eine ausgefallene, auf die Wünsche des Toten und seiner Familie zugeschnittene Form. Manch ein Schuhmacher ist schon in einem "Schuh", manch ein Fischer in einem "Fisch" beerdigt worden.

Foto: Ana Palacios
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Die Totenwache findet am Abend vor dem Begräbnis statt, meist an einem Freitag. Diese Verstorbene wird elegant gekleidet und offen aufgebahrt.

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Vida Abena Agbozos Mann, Samuel, und ihre Kinder verabschieden sich in einem separaten Zelt von der Toten. Dort schließen sie den Sarg. Dieser Teil der Beerdigung findet im kleinen Kreis statt. Die 600 Gäste haben keinen Zutritt.

Foto: Ana Palacios
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Die Beerdigungen sind mehrtägige Veranstaltungen: Die Trauerfeier findet in der Regel freitags statt. Am Samstag wird der Tote zu Grabe getragen. Am Sonntag gibt es dann eine Messe.

Foto: Ana Palacios
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Vida Abena Agbozos Töchter, Ester und Abena, nehmen Abschied von ihrer Mutter. Der Tod ist in Ghana zwar ein Fest. Bei den Beerdigungen wird aber selbstverständlich auch getrauert.

Foto: Ana Palacios
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Die Tote wird zu Grabe getragen. Die Zahl der Gäste ist auch ein gesellschaftliches Statussymbol: Je eindrucksvoller die Beerdigung, je mehr Gäste, desto größer das Ansehen der Toten und ihrer Familie. Nicht selten verschulden sich Familien, um die Kosten des Fests zu stemmen.

Foto: Ana Palacios
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Eine Würdigung des Lebens der Verstorbenen: Jeder Gast bekommt eine Broschüre mit der Biografie und Fotos der Toten.

Foto: Ana Palacios
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Fotografen halten die wichtigsten Momente fest. Oft wetteifern Familien miteinander: Wer hat die opulentere Beerdigung? Ausschweifende Begräbnisse haben laut Fotografin Ana Palacios schon Tausende Familien in den finanziellen Ruin getrieben.

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Süßes Souvenir: Die Gäste können Tüten mit Essen und Süßigkeiten als Andenken mitnehmen. Im Gegenzug werden von den Gästen Spenden erwartet, die der Familie helfen sollen, die Kosten zu decken.

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Die nächsten Angehörigen kleiden sich in der Regel schwarz. Bei den Gästen ist das Outfit hingegen oft farbenfroh.

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Am Tag nach dem Begräbnis folgt ein Gottesdienst. Oft ist das der dritte und letzte Tag des Fests. Manche Beerdigungen gehen aber noch tagelang weiter.

Foto: Ana Palacios
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?