Giftgas-Affäre - DER SPIEGEL
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Giftgas-Affäre "Die Vergangenheit hatte mich eingeholt"

Festnahme um Mitternacht: Wegen angeblicher Lieferungen an eine libysche Giftgasfabrik wurden 1996 zwei deutsche Unternehmer verhaftet. Detlef Crusius war einer von ihnen. Auf einestages erinnert er sich an harte Monate im Knast und ein überraschendes Urteil.
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Im Gerichtssaal: Detlev Crusius, Mitte, wird am 7. Oktober 1997 von einem Gerichtsdiener des Mönchengladbacher Landgerichts in den Saal geführt, rechts Crusius' Anwalt Gottfried Reims. Crusius wird vorgeworfen, 1993 Giftgastechnologie über Belgien nach Libyen geschleust zu haben.

Foto: AP
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Giftgasanlage Rabita: Die undatierte Satellitenaufnahme zeigt die Giftgasanlage in Rabita, Libyen. 1990 brannte die Fabrik, die von dem deutschen Anlagenbauer Imhausen nach Libyen geliefert worden war, ab. Es wurde vermutet, dass eine neue Anlage in Tarhuna Rabita ersetzen sollte.

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Crusius' Zelle: Während seiner 15-monatigen Untersuchungshaft in Mönchengladbach fertigte Detlev Crusius diese Zeichnung seiner Zelle an, die er zeitweise mit dem Drogensüchtigen Frank teilte.

Foto: Detlev Crusius
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Siemens-Anlage Teleperm M: Laut Anklage haben sich die Geschäftmänner Detlev Crusius und Rudolph Buczkowski gegenüber einer libyschen Beschaffungsorganisation verpflichtet, Computersteuerungsanlagen von Siemens ("Teleperm M") in das nordafrikanische Land geliefert zu haben. Das Foto zeigt zwei Mitarbeiter vor einem solchen Teleperm-M-Rechner.

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Libyen-Karte: Südöstlich von Libyens Hauptstadt Tripolis liegt die Kampfstofffabrik Tarhuna, südwestlich Rabita. Die dortige Giftgasanlage brannte 1990 ab und sollte - so vermuteten Ermittler - von der unterirdischen Anlage Tarhuna ersetzt werden.

Foto: DER SPIEGEL
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Staatschef Gaddafi: Anfang der neunziger Jahre verhängt der UN-Sicherheitsrat ein Embargo gegen Libyen, weil sich das Regime von Muammar al-Gaddafi weigert, die Verdächtigen des Lockerbie-Attentats vom 21. Dezember 1988 auszuliefern. Die Aufnahme zeigt den Staatschef 1996.

Foto: REUTERS
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Giftgas-Prozess: Die Angeklagten im Prozess um Gifgaslieferungen an Libyen, Detlev Crusius (rechts) und Rudolph Buczkowski, sitzen am 7. Oktober 1997 auf der Anklagebank der 8. Großen Strafkammer des Landgerichts Mönchengladbach. Den Managern wird vorgeworfen, gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und gegen das Uno-Embargo verstoßen zu haben. Sie hätten von 1990 bis 1993 Anlagen der Firma Siemens und die Software zur Mischung von Kampfgasen nach Libyen geschafft. Beide Geschäftsmänner erhielten nach der Verurteilung Haftverschonung.

Foto: dpa
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Abgebrannte Giftgasfabrik: Nach einem vermutlich fingierten Brand 1990 in der Giftgasfabrik in Rabita plante Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi, die Produktion von chemischen Waffen an einen anderen Ort zu verlegen.

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Skandal um deutsche Unternehmen: In den achtziger Jahren wurde bekannt, dass die deutsche Firma Imhausen-Chemie unter dem Projektnamen "Pharma 150" am Bau der Kampfstofffabrik in Rabita, Libyen, beteiligt war. Der SPIEGEL machte 1989 den "Giftgas-Skandal" zur Titel-Geschichte.

Foto: DER SPIEGEL
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Chemiefabrik Rabita: Der Bau der libyschen Giftgasanlage in Rabita sorgte Ende der achtziger Jahre für einen Skandal, da die Imhausen-Chemie in Lahr maßgeblich daran beteiligt war.

Foto: AFP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?