Archäologie Das Blutglas von Stade
Grausiger Fund: Das dickwandige Trinkglas erscheint nur auf den ersten Blick harmlos. Tatsächlich hat es wohl eine düstere Vergangenheit: Getrunken wurde aus ihm vermutlich das Blut einer Kindsmörderin.
Richthügel: Auf diesem Feld nahe der Stadt Stade wurde das Glas gefunden. Mitte des 19. Jahrhunderts fanden auf dem Hügel noch Hinrichtungen statt - wie die der Magd Anna Brümmer, die ihr uneheliches Kind vergiftet haben sollte.
Zufallsfund: Vor vierzig Jahren entdeckte Dietrich Alsdorf das Glas auf dem Acker. Der Bundeswehrsoldat interessierte sich seit seiner Kindheit für Archäologie.
"Wie Puzzleteile": Jahrzehnte später arbeitet Alsdorf bei der Archäologie des Landkreises Stade, als Kirchenakten über eine Hinrichtung auf seinem Schreibtisch landen. Er erinnert sich an das Glas. Und plötzlich passt alles zusammen.
Blutbrauch: Aus den historischen Dokumenten geht hervor, dass Epilepsiekranke das Blut der Kindsmörderin zu trinken bekamen. Das würde erklären, warum das robuste Trinkglas gerade an dieser Stelle fernab der Stadt auftauchte. Die Richtstätte wurde mittlerweile rekonstruiert.