Glaube in Mexiko Der Kult um die "Heilige Frau Tod"
Eine Santa-Muerte-Statue hält Jesus in den Händen. In Mexiko findet die "Heilige Frau Tod" immer mehr Anhänger.
Francisco Rodriguez hat sich Santa Muerte sogar auf den Rücken tätowieren lassen.
Zu dem Kult gibt es jede Menge passende Devotionalien. Dieser Mann küsst eine Kette mit Totenköpfen.
Juan Carlos Ávila ist Pfarrer einer Santa-Muerte-Kapelle in Mexiko-Stadt. "Uns ist die Santa Muerte an diesem Ort vor 16 Jahren erschienen, deswegen haben wir hier diese Kapelle errichtet. Sie ist eine von Gottes Engeln", sagt er mit sonorer Stimme.
Gläubige beim Gebet: Schon lange gilt die Santa Muerte nicht mehr nur als die Schutzheilige der Drogendealer, Verbrecher und Prostituierten.
Sichtlich bewegt empfängt diese Frau den Segen von Juan Carlos Ávila.
Vor dem Gebäude steht Santa Muerte neben Apostel Judas Thaddäus im Fenster. Die Katholische Kirche ist über den Kult gar nicht erfreut.
Papst Franziskus wählte vergangenes Jahr bei seinem Besuch in Mexiko harsche Worte. Er sei besorgt über die vielen, die dieses Trugbild verherrlichten und sich mit ihren makabren Symbolen schmückten, um den Tod zu kommerzialisieren, sagte er bei einem Treffen mit Bischöfen.
Die Gläubigen hoffen, dass Santa Muerte sie vor Gewalt schützt.
Hier steht eine Santa-Muerte-Statue in Mexiko-Stadt mitten auf der Straße. Ihr Besitzer wartet darauf, dass der "Heiligen Frau Tod" Gaben dargereicht werden.
Dieser Mann pustet Marihuana-Rauch auf eine Statue, um sie rituell zu reinigen.
Früher hätte man die Statuetten vor allem daheim auf Hausaltären und in Gefängnissen angebetet, sagt Adrián Yllescas, Anthropologe an der Universität UNAM in Mexiko-Stadt. Doch inzwischen ist Santa Muerte keine Heilige der Halbwelt mehr, sondern deutlich präsenter im mexikanischen Alltag.
Schön angerichtet: Ein Mädchen inspiziert die Santa-Muerte-Statuen in der Kapelle in Tepito, einem Viertel in Mexiko-Stadt.