Hausmeister in Goebbels-Villa "Wozu mache ich das eigentlich?"
Roberto Müller arbeitet seit 1984 mitten im brandenburgischen Wald als Hausmeister - in der Villa, die einst NS-Propagandaminister Joseph Goebbels gehörte. Das Haus und die umliegenden Gebäude, die später von der DDR-Regierung errichtet wurden, stehen seit Jahren leer.
Zu den Gebäuden auf dem Gelände der Goebbels-Villa zählt auch die ehemalige FDJ-Jugendhochschule. So viel der 61-jährige Hausmeister auch schuftet: Den Verfall kann er nicht aufhalten.
Das FDJ-Haus wurde von der DDR-Regierung erbaut.
Zur Villa gehört ein mehr als 16,8 Hektar großes Areal mit Heizkraftwerk, Plattenwohnhäusern, Garagen.
"Kammer des Schreckens", nennt Müller diesen Raum in der FDJ-Hochschule. "Ich gehe nicht mehr gern her, weil die Schäden in der Ausstattung irreparabel sind. Das tut weh."
Das Land Berlin will das Gelände nicht verkaufen, weil Neonazis oder andere rechtsextreme Gruppen es verdeckt erwerben und eine Wallfahrtsstätte daraus machen könnten.
Die Privaträume von Goebbels samt Badezimmer konnten zwischenzeitlich für Wochenendausflüge gemietet werden.
Nach der Wende wurde im Keller eines der Wohngebäude eine kleine Abhöranlage entdeckt. Eine der Leitungen soll direkt ins DDR-Innenministerium geführt haben.