Görings vergessenes Jagdrevier - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Göring in der Rominter Heide Der Reichsjägermeister

Hitler-Intimus Hermann Göring trug viele Hüte: Reichsmarschall, Luftwaffenchef - und "Reichsjägermeister". Am liebsten pirschte der prunksüchtige Waidmann durch die Rominter Heide in Ostpreußen, wo er sich den "Reichsjägerhof" bauen ließ. Bis heute kann man die Ruinen nur mit Sondergenehmigung betreten.
1 / 18

Jagdbeute: Hermann Göring auf der Elchjagd auf der Kurischen Nehrung, 1935. Am liebsten ging der "Reichsjägermeister" in der Rominter Heide auf Pirsch - dort gab es zwar keine Elche, aber dafür die weltgrößten Hirsche.

2 / 18

Vergessener Bunker: Der Eingang zum Bunker Hermann Görings am Westflügel des ehemaligen Reichsjägerhofes in Rominten im Herbst 2006

Foto: Uwe Neumärker
3 / 18

Hofberichterstattung: Im Februar 1937 erschien eine Ausgabe des "Zentralblatts der Bauverwaltung", die allein dem Reichsjägerhof Rominten gewidmet und reich bebildert war. Hermann Göring überreichte das Heft gern seinen Gästen.

Foto: Uwe Neumärker
4 / 18

Geweih des Anstoßes: Das Geweih des "Eggenhirsches", den Heereschef Walther von Brauchitsch Ende September 1941 streckte und damit Hermann Görings Neid weckte. Mit Datum des 1. Oktober 1941 erließ Göring daher an alle Staatsjagdreviere: "Kapitale und hochkapitale Hirsche werden in Zukunft in den Revieren, in denen ich persönlich während der Hirschbrunft anwesend zu sein pflege, nur durch mich und nicht mehr durch meine Gäste erlegt."

Foto: Ostpreußisches Landesmuseum Lüneburg
5 / 18

Die Luftflottenchefs: "Große Flottenbesprechung" im Reichsjägerhof im Juli 1943. Die entspannte Atmosphäre trügt. Hermann Göring polterte über die "Feigheit des fliegenden Personals".

Von links: Generalfeldmarschall Milch, General Gustav Kastner-Kirdorf, Generaloberst Alexander Löhr (l. dahinter der Inspekteur der Jagdflieger Galland - mit Schatten im Gesicht), Generaloberst Keller, General Karl Bodenschatz, Generalfeldmarschall Hugo Sperrle, Göring (r. dahinter Generaloberst Robert Ritter von Greim und Generalstabschef Jeschonnek), Generalfeldmarschall Albert Kesselring und ganz rechts Generaloberst Hans-Jürgen Stumpff.

Foto: Archiv Eitel Lange
6 / 18

Jagdbesuch: Hermann Göring und der britische Botschafter Sir Nevile Henderson im Gespräch über die Zukunft Österreichs vor dem Teehaus am Reichsjägerhof, 4. Oktober 1937

Foto: Library of Congress, Washington
7 / 18

"Görings Revier": Der Blick auf die Rominter Heide im russischen Teil Ostpreußens

Foto: Uwe Neumärker/Aleksej Sokolow
8 / 18

Verabschiedung: Hermann Göring verabschiedet sein Begleitregiment an die Front nahe der Rominter Heide im Herbst 1944. Im Vordergrund liegen sogenannte Ofenrohre, mit denen kleine Raketen zur Bekämpfung sowjetischer Panzer abgeschossen werden können.

Foto: Kreisgemeinschaft Goldap e. V.
9 / 18

Stolzer Jäger: Hermann Göring mit einem gestreckten Hirsch in seinem Rominter Revier

Foto: Uwe Neumärker
10 / 18

"Familienurlaub": Anfang 1941 berichtet die "Berliner Illustrierte Zeitung" über "kurze Stunden des Urlaubs" der Familie Göring in Rominten. Tatsächlich weilte der Oberbefehlshaber der Luftwaffe seit November 1940 dort.

Foto: Uwe Neumärker
11 / 18

Jagdbesprechung: Hermann Göring gibt im Herbst 1941 vor dem Eingang des Reichsjägerhofes dem Befehlshaber des Ersatzheeres, Generaloberst Friedrich Fromm, Anweisungen für die Hirschjagd.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 146-1979-136-17A

12 / 18

Massenmord in Litauen: Litauische Juden kurz vor ihrer Erschießung. Allein zwischen März 1942 und März 1943 töteten SS und Hilfswillige etwa die Hälfte der insgesamt rund sechs Millionen während des Holocaust ermordeten Juden. Während unweit in seinem Auftrag wehrlose Menschen umgebracht wurden, erlegte Göring mit Reichsführer-SS Heinrich Himmler auf der Rominter Heide den damals weltstärksten Hirsch "Matador". In Himmlers Diensttagebuch heißt es für diesen Tag nüchtern: "Jagd in Rominten."

13 / 18

Jagdfreunde: Hermann Göring und Reichsführer-SS Heinrich Himmler in der Wohnhalle des Jägerhofes, wahrscheinlich Herbst 1942. Während Himmlers SS Millionen Juden ermordete, traf dieser sich mit Göring zur Hirschjagd in der Rominter Heide.

Foto: Archiv Eitel Lange
14 / 18

Die neuen Herren grüßen ihr Volk: Im Januar 1933 grüßen der frischgebackene Reichskanzler Adolf Hitler vom Fenster der Reichskanzlei gemeinsam mit Hermann Göring (r.), Reichsinnenminister Wilhelm Frick und Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß (ganz rechts). Die Freude währte nicht allzu lange. Anstelle Görings, der den Ruf hatte, lethargisch und ausgesprochen arbeitsunlustig zu sein, machte Hitler Anfang Februar 1942 den 36-jährigen Albert Speer zum neuen Rüstungsminister. Göring zog sich daraufhin schmollend in den Reichsjägerhof zurück.

15 / 18

Alliierte Bomber: B-17-Flugzeuge werfen am Ende des Zweiten Weltkriegs Bomben auf deutsche Kommunikationsstützpunkte bei Chemnitz in der Nähe von Dresden. Als der General der Jagdflieger Adolf Galland, Hermann Göring im Juli 1943 mitteilte, dass amerikanische Jäger bis Aachen vorgedrungen seien, warf Göring ihm "Schwindel" vor und gab "den dienstlichen Befehl, daß sie nicht da waren".

Foto: AP
16 / 18

Nazi-Größen in Nürnberg: Der ehemalige NS-Außenminister Joachim von Ribbentrop (r.), nun Häftlling der Alliierten, lehnt sich am 27. März 1946 während der Nürnberger Prozesse vor Hitlers Ex-Stellvertreter Rudolf Hess, um mit seinem Anwalt zu sprechen. In der Mitte Hermann Göring, der sich mit dem hinter ihm sitzenden Großadmiral Karl Dönitz unterhält.

Foto: AP
17 / 18

Zugang zur Ruine: Ein russischer "Propusk", ein Passierschein, für den Teil der Rominter Heide, der Grenzgebiet zu Polen ist und in dem sich auch die Ruine des Reichsjägerhofes befindet

Foto: Uwe Neumärker/Klaus-Jürgen Neumärker
18 / 18

Zum Weiterlesen: Uwe Neumärker/Volker Knopf - "Görings Revier. Jagd und Politik in der Rominter Heide". Ch. Links Verlag, Berlin; 240 Seiten.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?