Golf-Caddies Tragende Rolle
25 Jahre lang hat Jim Mackay, genannt "Bones", Phil Mickelson über die Schulter geschaut. Ein Vierteljahrhundert lang war er der Mann an der Tasche des Golf-Superstars. Nun beenden die beiden ihre Zusammenarbeit.
Insgesamt gewann das Duo 41 Titel, darunter fünf Majorturniere. Hier bejubeln Mackay und Mickelson den bisher letzten großen Sieg des US-Amerikaners, den Gewinn der Open Championship 2013 im schottischen Muirfield.
"Meine Beziehung und Vergangenheit mit 'Bones' geht weit über Golf hinaus", teilte Mickelson im Zuge der Trennung mit: "Ich werde ihm auf ewig für alles dankbar sein, was er für mich getan hat." Und das ging weit über das Tragen der Tasche hinaus.
Caddies kennen die Plätze meist besser als die Spieler, sie tragen Karten der Bahnen mit sich und Infos über Gefälle der Grüns, Wuchsrichtung des Grases und Einfallswinkel des Winds.
Falls das Wissen in einem Turniersieg gipfelt gibt es zur Belohnung eine Umarmung - und in der Regel zehn Prozent der Siegprämie. Als Caddy eines Superstars wie Mickelson brachte es Mackay selbst zum Millionär.
Nicht nur deshalb freuen sich Spieler und Caddie gemeinsam (hier nach einem Birdie-Putt bei der British Open 2013 in Murfield)...
...oder leiden gemeinsam, so wie hier, nach einer vergebenen Eagle-Chance beim Masters 2012.
"Bones" ist nicht der einzige Caddy, der es selbst zu etwas Star-Ruhm gebracht hat. Mike Cowan ist eine Legende unter den Taschenträgern. Der Mann mit dem Walrossbart ist in der Szene unter seinem Spitznamen "Fluff" bekannt, was soviel heißt wie Flaum. Er war Tiger Woods' Caddy in dessen ersten Profijahren.
Später wechselte Woods zu Steve Williams, der Neuseeländer und der Superstar bildeten zwischen 1999 und 2011 ein höchst erfolgreiches Duo. Die Trennung verlief wenig harmonisch, Williams lästerte später ordentlich über Woods - und wechselte zu einem anderen Star.
Fortan war er mit Adam Scott unterwegs, der Australier gewann mit Williams als Caddy ebenfalls das Masters in Augusta und schaffte den Sprung auf Platz eins der Weltrangliste.
Auch Jordan Spieth und Michael Greller sind seit Jahren ein eingespieltes Team - die US-Amerikaner feierten auch schon den Sprung an die Spitze der Weltrangliste sowie einen Triumph beim Masters.
Derzeit ist Dustin Johnson die Nummer eins der Welt, der US-Amerikaner konnte das Masters zwar noch nicht gewinnen, aber die US Open. Er setzt beim Caddy auf jemanden, der ihn besonders gut kennt: seinen Bruder Austin. Ähnliche Wege schlägt jetzt auch Mickelson ein - für den Rest der Saison hat er seinen Bruder Tim als Caddy verpflichtet.