Gordon Bennett Der Mann, der alles wagte
Wenn man einen weißen Anzug trägt: Gordon Bennett junior (2. von links) war Multimillionär und vernarrt in Rennen aller Art. Das Gemälde von 1890 zeigt ihn auf der Jacht "Namouna" vor der Küste Venedigs.
James Gordon Bennett junior war ein extravaganter bis exzentrischer Millionär aus den USA, berühmt für seine Verwegenheit, berüchtigt wegen seiner Eskapaden. Seine Wettlust führte vor 150 Jahren zum ersten Jachtrennen über den Atlantik.
Das große Rennen: Gebannt verfolgten im Jahr 1866 Tausende Zuschauer den Start der drei Schiffe. Die Besatzungen auf der "Fleetwing", der "Vesta" und der "Henrietta" mit Gordon Bennett an Bord winkten freudig zurück.
Diese Karikatur von 1896 zeigt einige Herausgeber und Zeitungsverleger als Musiker zeigt. Vorgeworfen wurde ihnen, mit ihrer oft sensationellen Berichterstattung die damaligen Kriegsängste zu schüren, was vor allem Geschäftsleute kritisierten. Als einer der Bläser ist der umstrittene Verleger Joseph Pulitzer zu sehen, auf dessen Horn "Die tägliche Sensation" steht. Der "morgendliche Aufreger" ("Morning Exciter") ist wahrscheinlich James Gordon Bennett junior, der von seinem Vater nach dem Regattasieg die Tageszeitung "The Herald" übertragen bekommen hatte.
Einer, der alles wagte - und nie genug bekam: Dieses Foto von Gordon Bennett junior entstand vermutlich zwischen 1910 und 1915. Er sucht und fand Abenteuer jeder Art...
...zum Beispiel bei all den Wettbewerben, in die er investierte und die stets denselben Namen bekamen: Gordon Bennett Cup. Hier umfliegt der französische Pilot Jules Védrines nur wenige Meter über dem Boden eine Pylone, im September 1912 in Chicago.
Unfall beim Flugwettbewerb: Mechaniker untersuchen ein zerstörtes Flugzeug beim Gordon Bennett Cup in Belmont/New York im Oktober 1924. Am zweiten Tag des Wettbewerbs hatte starker Wind dafür gesorgt, dass das Flugzeug umkippte - noch bevor der Pilot ins Cockpit steigen und abheben konnte.
Schampus! Taufe eines Flugzeugs in Houston (Texas) - auch hier veranstaltete Gordon Bennett eines der Rennen, die ihm so viel Freude bereiteten. "Er wendet sich von allen Sorgen und Leid ab und lebt nur zum täglichen Vergnügen", beschrieb ihn die Tänzerin Camille Clermont, eine seiner Lebensgefährtinnen.
Der Gordon-Bennett-Cup im Ballonfahren: Teilnehmer aus mehreren europäischen Ländern steigen am 12. September 1938 vom belgischen Lüttich aus in die Lüfte.
Die Veranstaltung für Gasballone wurde 1906 erstmals in Paris ausgetragen und läuft bis heute. Das Gewinner-Heimatland richtet den jeweils übernächsten Cup aus.
Auch Autorennen begeisterten den exzentrischen Millionär. Dieses Bild zeigt "Bullet Number 2", einen der ersten Rennwagen mit 8-Zylinder-Reihenmotor, gebaut für das Gordon-Bennett-Straßenrennen 1903 in Irland. Wegen technischer Fehler schied der Fahrer des Wagens allerdings vorzeitig aus.
Gefeiert auf der Titelseite: 1904 wurde Gordon Bennett Cup in Deutschland ausgetragen, durch den Taunus in der Nähe von Bad Homburg - und der Franzose Léon Théry (am Steuer) holte den Sieg.
Start zum Straßenrennen: Wegen des Vorjahressieg wurde der Gordon Bennett Cup 1905 in Frankreich ausgetragen, beginnt auf dieser Postkarte im Dorf Pontaumur...
...und führt auf diesem Bild durch die Ortschaft Massagettes. Zwischen 1900 und 1905 wurde das Rennen jährlich ausgetragen, die Streckenlänge lag um die 600 Kilometer. Pro Nation konnten drei Autos teilnehmen, mit einem Gesamtgewicht von jeweils 400 bis 1000 Kilogramm.