Atommülllager Gorleben Schicht im Schacht
Gorleben am 15. April 2019: Nach jahrzehntelangem Streit um das Endlager für hoch radioaktiven Atommüll in Gorleben ist der Erkundungsbereich des Bergwerks fast vollständig zurückgebaut worden. Eigentlich sollte die Anlage einmal als Atommüllendlager dienen. Doch 2011 beschloss die Bundesregierung den Ausstieg aus der Atomenergie. Die Erkundung des Salzstocks wurde daraufhin abgebrochen. Am Montag wurde die Schutzmauer um das Bergwerk symbolisch geöffnet, sie soll in den kommenden Wochen fast vollständig abgerissen werden.
Demonstranten im Erkundungsbereich in Gorleben: Am Montag gab es eine letzte symbolische Erkundungsfahrt. Atomkraftgegner nutzten den Termin zum Protest.
Anfang vom Ende: Bereits 2018 errichteten Arbeiter auf dem Gelände des Bergwerks einen Zaun. Er soll die Mauer dahinter ersetzen. Sie ist fünf Meter hoch und begrenzt bislang das Bergwerksgelände. Bis feststeht, ob Gorleben weiter erkundet wird, soll der Salzstock offengehalten werden. Arbeiter sorgen dafür, dass die Anlage nicht verfällt, es wird aber nichts Neues errichtet.
Besucher in Gorleben: Schon seit Jahren kommt hier abgesehen von Mitarbeitern und Forschern niemand mehr rein. Die letzte Besuchertour fand am 30. September 2014 statt.
Blick ins Erkundungsbergwerk: Das sogenannte Standortauswahlgesetz aus dem Jahr 2013 schreibt vor, dass ergebnisoffen nach einem geeigneten Standort für ein Atommüllendlager gesucht werden muss. Die Rede ist von einer "weißen Landkarte". Grotesk: Dafür wird die Anlage in Gorleben zurückgebaut. Kritiker befürchten allerdings, dass die Wahl letztlich wieder auf das Werk fallen wird, weil es bereits gut erforscht ist.
Gorleben dient auch als Zwischenlager für Atommüll und soll als dieses auch vorerst in Betrieb bleiben. Ein Zug mit Atommüllbehältern steht am 08.11.2008 im Bahnhof im französischem Lauterbourg.
2011 rollte der dreizehnte Castor-Transport ins Zwischenlager Gorleben. Die Polizei versuchte, Strohfeuer zu löschen, die Protestler entlang der Strecke entzündet hatten. Die Demonstrationen gegen Castor-Transporte wurden mit der Zeit zur Tradition und folgten stets einem ähnlichen Ablauf.
Zwangspause für einen Castor-Transport: Im November 2010 blockierte eine Schafherde den Ortseingang von Gorleben.
Behälter mit hoch radioaktiven Abfällen stehen 2016 im atomaren Zwischenlager in Gorleben: Bis 2031 will der Bund einen geeigneten Ort für den Atommüll finden - maximale Sicherheit für eine Million Jahre, so lautet das Ziel.
Protest auf dem Trecker im Jahr 2010: Damals war der zwölfte Atommülltransport aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague auf dem Weg ins niedersächsische Gorleben.
Wärmebild vom Castorbehälter. Mit Aufnahmen wie diesen wollten Atomkraftgegner verdeutlichen, dass das Material noch strahlt.
Atommüllbehälter im Verladebahnhof Dannenberg: Als geologische Formationen für das Endlager kommen Salz, Ton und kristallines Gestein wie Granit infrage. Es gibt mehrere solcher Gebiete in Deutschland, besonders viele liegen in Niedersachsen.
Protest im November 2008: Damals erreichte der elfte Castor-Transport Gorleben. Am Ende werde die Entscheidung für einen endgültigen Standort auf Basis wissenschaftlicher Ergebnisse fallen, sagte Grünen-Atomexpertin Sylvia Kotting-Uhl am Montag der Nachrichtenagentur dpa. "Der bestgeeignete Standort in Deutschland wird der Standort für ein Lager für hoch radioaktiven Müll werden. Und nicht der Ort, an dem die Akzeptanz am höchsten ist."
Verladebahnhof Dannenberg: Hier wurden unter anderem 2008 Castoren mit dem radioaktiven Müll aus der Wiederaufbereitungsanlage La Hague in Frankreich vom Zug auf Lastwagen umgeladen und anschließend nach Gorleben transportiert.
Protest auf Schienen im Jahr 2005. Die Polizei versuchte, die Termine für die Castor-Transporte möglichst lange geheim zu halten.
Pilot-Konditionierungsanlage in Gorleben 2003: Hier sollten ausgediente Brennelemente für die Endlagerung vorbereitet werden. Dazu wird es nun vorerst nicht kommen.
Protest im Jahr 1996: 10.000 Menschen gingen damals rund um Dannenberg auf die Straße oder blockierten die Strecke, die ein Atommülltransport nehmen sollte.
In den Siebzigern, als die Pläne für das Atomlager in Gorleben bekannt wurden, errichteten Atomkraftgegner dort ein Protestcamp und gingen damit in die Geschichte ein. Die Regierung hielt trotzdem noch Jahrzehnte an dem Standort fest. Das Zwischenlager ging 1995 in Betrieb.
"Wir werden Ihnen die Heide schon austreiben", steht 1977 auf einem Schild am Ortseingang von Gorleben. Die Stadt liegt in der Nemitzer Heide. Vorerst haben die Protestler ihr Ziel erreicht - zumindest, was die Suche nach einem Endlager angeht. "Wir sind jetzt sozusagen bei Schritt eins von Phase eins in einem vergleichenden Suchprozess, der sich über etliche Jahre erstrecken wird", sagt Kotting-Uhl.