Gorleben Zweifelhafte Planungen
Sepzialfahrzeug im Bergwerk Gorleben (im September 2003): Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat gerade ein Online-Archiv mit bisher nicht zugänglichen Dokumenten zur Endlagersuche in den siebziger Jahren freigeschaltet. Das digitalisierte Aktenkonvolut, das SPIEGEL ONLINE zum Teil vorab sichten konnte, soll belegen: Gorleben wurde allein auf politischen Druck hin ausgewählt - weniger mit wissenschaftlichem Sachverstand.
Stand 1983: So groß sollte das geplante Endlager nach der damaligen Planung werden. Gelb eingezeichnet sind die neun sogenannten Erkundungsbereiche. Diese wurden im Verlauf der Jahre mehrfach angepasst - die Umweltschützer von Greenpace argwöhnen, dass das nicht nach geologischen, sondern nach juristischen Kriterien erfolgte.
Juristische Schwierigkeiten: Einer der Gründe für die Anpassung der Erkundungsbereiche waren nach Ansicht von Greenpeace die Salzrechte, die Andreas Graf von Bernstorff in der Gegend des Atommüllagers hält. Sie sind auf dieser Karte rot markiert. Bernstorff wollte seine Rechte nicht an den Bund verkaufen. Versuchen, ihn zu enteignen, stellte er sich entgegen.
Stand 1997: Die Erkundungsberieche sind angepasst worden. Nun liegt ein kleinerer Teil unter Bernstorffs Land.
Zweite Schwierigkeit: Neben Bernstorff besitzt auch die Kirche Grundstücke, unter denen das Atomlager liegen sollte. Diese Grundstücke sind hier rosa markiert.
Stand 2009: Die nun gültigen Erkundungsbereiche liegen weder unter Bernstorffs Flächen noch unter Kirchenland. Greenpeace vermutet, dass die Anpassungen aus Angst vor juristischen Streitigkeiten erfolgten - und nicht aus geologischen Gründen.