Proteste gegen Sparpaket Molotowcocktails vor dem griechischen Parlament
Polizisten in Athen: Die Proteste vor dem griechischen Parlamentsgebäude gegen weitere Sparmaßnahmen sind am Sonntagabend zeitweise in Gewalt umgeschlagen.
Einige vermummte Demonstranten hätten Molotowcocktails auf Polizisten geworfen, berichteten Augenzeugen.
Zurückweichende Demonstranten: Die Sicherheitskräfte hätten Tränengas und Blendgranaten eingesetzt, um die Menge auseinanderzutreiben. Beißender Rauch machte sich auf dem Platz vor dem Parlament breit. Tausende friedliche Demonstranten ergriffen die Flucht.
Polizisten vor dem Parlament: Am späten Sonntagabend beruhigte sich die Lage wieder.
Tsipras im Parlament: Der griechische Regierungschef warb zum Abschluss einer zweitägigen Parlamentsdebatte eindringlich um Zustimmung zum neuen Sparprogramm. Tatsächlich stimmten die Abgeordneten für weitere Rentenkürzungen und Steuererhöhungen.
Ein Polizist und ein Demonstrant: Alle 153 Abgeordneten der Regierungskoalition stimmten für das neue Sparprogramm, 143 Abgeordnete stimmten dagegen.
Proteste gegen die Rentenreform: Bereits am Sonntagmorgen hatten zwei Gewerkschaften zu Demonstrationen im Zentrum von Athen aufgerufen - unter anderem die kommunistische Pame.
Im Zentrum des neuen Sparpakets stehen Rentenkürzungen. In Griechenland müssen derzeit 3,6 Millionen Beschäftigte rund 2,7 Millionen Rentner finanzieren, von denen viele die Möglichkeiten der Frühverrentung in Anspruch genommen haben und mit vergleichsweise jungen Jahren in den Ruhestand gegangen sind. Die Kosten sind deshalb regelrecht explodiert