Schwarz-rote Mammutgespräche Das sind die Verhandlungsführer
Der Startschuss ist gefallen. Gut vier Wochen nach der Bundestagswahl verhandeln CDU, CSU und SPD über eine gemeinsame Regierung. Für die Gespräche haben die Parteien große Delegationen entsendet: Insgesamt 75 Personen nehmen teil.
Mächtige Positionen haben bei den Gesprächen die Parteichefs. Bei der Union sind das Angela Merkel (CDU) und Horst Seehofer (CSU).
Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel ist natürlich dabei. Gemeinsam mit Merkel und Seehofer ist er an der "kleinen Runde" der Führungszirkel beteiligt. Diese Gruppe soll bei Problemen rasche Kompromisse finden können.
Die Koordination der Mammutgespräche übernimmt eine Steuerungsgruppe um die Generalsekretäre. Das sind für die CDU Hermann Gröhe (rechts) und für die CSU Alexander Dobrindt.
Für die Sozialdemokraten koordiniert Generalsekretärin Andrea Nahles. Sie wird für ihre Partei zugleich die Führung der Verhandlungsgruppe bei dem Thema Arbeit übernehmen.
Ihr gegenüber sitzt in der Arbeitsgruppe Ursula von der Leyen, die bislang das Bundesministerium für Arbeit und Soziales leitete.
Bei der Finanzpolitik ist Minister Wolfgang Schäuble als Verhandlungsführer für die Union gesetzt.
Er trifft auf Hamburgs Ersten Bürgermeister Olaf Scholz, der für die SPD über das Thema verhandelt.
Den Vorsitz in der Unterarbeitsgruppe Europa soll für die Sozialdemokraten EU-Parlamentspräsident Martin Schulz übernehmen.
Den Vorsitz bei den außen- und sicherheitspolitischen Themen werden Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (rechts) innehaben. Sie kennen sich aus der vergangenen Großen Koalition (hier ein Bild von 2007) - Steinmeier war damals Außenminister, de Maizière Kanzleramtsminister.
Damals saß Peter Altmaier nicht mit am Kabinettstisch, er ist erst seit Mai 2012 Umweltminister. Bei den Koalitionsverhandlungen hat ihn die Union für das Thema Energie aufgestellt.
Für die Genossen wird die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft über die Energiewende verhandeln. Sie stand der Großen Koalition lange "sehr skeptisch" gegenüber, änderte dann aber ihre Meinung.
Bei den Sondierungen gifteten sich Kraft und CSU-Politiker Dobrindt noch an. Kraft warf ihm dem Vernehmen nach vor, sie wiederholt absichtlich misszuverstehen. "Das nehmen Sie sofort zurück, Herr Dobrindt", soll sie gerufen haben. Wenige Tage später versöhnten sie sich demonstrativ für die Kameras.
Die CSU schickt Minister Hans-Peter Friedrich in die Gespräche, wenn es um die Innenpolitik geht.
Die Sozialdemokraten haben Thomas Oppermann vorgesehen, er ist seit 2007 Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion.
Ilse Aigner war von 2008 bis 2013 Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. In diesem Jahr wechselte sie nach Bayern, wo sie jetzt Wirtschaftsministerin ist. Folglich wird sie für die Union die Arbeitsgruppe Wirtschaft leiten.
Die SPD hat den stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzende Hubertus Heil für das Thema aufgestellt.
Parteikollegin Manuela Schwesig soll über Familien und Frauen verhandeln, die Sozialdemokratin hat sich in den vergangenen Jahren bei dem Thema profiliert. Die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz vertritt in der Arbeitsgruppe die Interessen der Union.
Bei den Gesprächen über Verkehrspolitik ist der bislang zuständige Minister Peter Ramsauer (CSU) gesetzt.
Er trifft dort auf den bayerischen SPD-Chef Florian Pronold. Als Bundestagsabgeordneter war er Mitglied im Verkehrsausschuss des Parlaments.
Johanna Wanka (CDU) übernahm im Februar 2013 das Ministerium für Bildung und Forschung, sie folgte auf Annette Schavan. Nun ist sie für die Union Verhandlungsführerin beim Thema Bildung.
Auch Doris Ahnen ist in diesem Bereich sehr erfahren. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin geht für die SPD als Verhandlungsführerin in die Gespräche.