Großeinsatz in Chemnitz Auf der Suche nach Jaber Albakr
Großeinsatz in Chemnitz: Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE ist der Terrorverdächtige Jaber Albakr der sächsischen Polizei am Samstagmorgen nur knapp entkommen. Die Beamten gaben einen Warnschuss ab, stoppten ihn jedoch nicht. So steht es in einem vertraulichen Lagebericht des sächsischen Landeskriminalamts (LKA).
Polizisten nehmen kurz darauf in Chemnitz einen Mann fest. Bei der Durchsuchung einer Wohnung in der Plattenbausiedlung Fritz Heckert hatte die Polizei mehrere Hundert Gramm Sprengstoff gefunden.
Insgesamt wurden drei Personen festgenommen, am Chemnitzer Hauptbahnhof und in der Innenstadt. Zwei von ihnen sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Gegen einen wurde Haftbefehl erlassen, wegen des Verdachts der Mittäterschaft.
Der Verfassungsschutz hatte am späten Freitagabend die Polizei von dem Verdacht in Kenntnis gesetzt. Am Samstag wurde zunächst ein Haus evakuiert, und Anwohner wurden in Sicherheit gebracht. Dann sprengten die Einsatzkräfte die Wohnungstür.
In der Wohnung fanden sie Hunderte Gramm "hochbrisanten Sprengstoffs". Beamte hoben am Abend mehrere Löcher an dem Haus aus, in denen der Sprengstoff kontrolliert vernichtet werden sollte. Dabei handelt es sich laut LKA um ein Gemisch verschiedener Substanzen, gefährlicher als das bekannte TNT.
Am Hauptbahnhof untersuchte ein ferngesteuerter Roboter verdächtiges Gepäck, das mutmaßlich zu den Festgenommenen gehörte.
Nach dem Terroralarm in Chemnitz haben die Behörden die Sicherheitsvorkehrungen auch am Flughafen Berlin-Schönefeld erhöht. Man habe die Einsatzkräfte dort verstärkt, sagte der Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums.
Die Polizei Sachsen mahnte die Bevölkerung zur Vorsicht: "Die Fahndung nach dem Tatverdächtigen läuft", teilte die Polizei über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. "Derzeit wissen wir aber nicht, wo er sich befindet und was er bei sich trägt. Seid vorsichtig."