Grubenunglück von Lengede "Als wir hochkamen, klatschten alle"
Emil Pohlai: "Wir steckten fest, 80 Meter unter der Erde. Aus unserer Hoffnung wurde Enttäuschung und ein bisschen Verzweiflung", erinnert sich Emil Pohlai, einer der 1963 beim Grubenunglück von Lengede eingeschlossenen Bergleute. Der Überlebende zeigt am 23. Oktober 2009 in Hannover ein Foto von seiner Rettung.
Horchaktion: Am 26. Oktober 1963 horcht ein Helfer in Lengede durch ein Rohr nach Stimmen der verschütteten Bergleute des Grubenunglücks.
Versorgung: An der Unglücksstelle der Grubenkatastrophe in Lengede befüllen Rettungskräfte am 27. Oktober 1963 ein Rohr mit Nahrungsmitteln, Kaffee, einem Mikrofon und einer Lampe. Durch ein Bohrloch soll der Versorgungscontainer zu den eingeschlossen Bergleuten hinuntergelassen werden.
Rettungsmaßnahmen: Während einer Pressekonferenz am 4. November 1963 erläutert der Leiter der niedersächsischen Eisenerzgrube Lengede, Rudolf Stein, anhand von Schautafeln die Maßnahmen zur Rettung der in der Grube eingeschlossenen Männer.
Kontakt zum Sohn: Die Mutter des in Lengede verschütteten Bergmanns Wolfgang Roloff spricht am 25. Oktober 1963 durch ein Rohr mit ihrem Sohn.
Bohrturm: Um einen Rettungsschacht für die letzten elf eingeschlossenen Bergleute zu bohren, wird am 5. November 1963 in Lengede ein Bohrturm errichtet.
In der Kapsel in die Freiheit: Ein Schmied präsentiert am 5. November 1963 eine Metallkapsel, die zur Rettung der im Schacht Mathilde in Lengede verschütteten Bergleute genutzt werden soll. Zeitgleich wurde an einem Rettungsschacht gebohrt, durch den die Kapsel herabgelassen und die Männer anschließend hochgezogen werden sollen.
Am Bohrloch: Am 24. Oktober 1963 wurden in Lengede 129 Bergleute im Schacht Mathilde verschüttet, als Wasser in die Grube einbrach. 29 Männer starben. Mit Rettungsbohrungen, die rund um die Uhr andauerten, sollten die Überlebenden geborgen werden.
Schutzventil: Einer der Helfer am Unglücksort der verschütteten Eisenerzgrube in Lengede arbeitet an einem auf dem Rettungsschacht platzierten Schutzventil. Es sollte verhindern, dass die Luftblase, in der sich die überlebenden Bergleute im Schacht Mathilde aufhalten, entweicht.
Rettungskapsel: Am 30. Oktober 1963 testet ein Bergmann in Lengede die Größe einer sogenannten Dahlbuschbombe - jener Kapsel, die zur Rettung der in der Grube Mathilde verschütteten Bergleute eingesetzt werden soll.
Dahlbuschbombe: Zur Rettung der beim Grubenunglück in Lengede eingeschlossenen Bergleute soll diese etwa 2,5 Meter lange Rettungskapsel verwendet werden. Helfer befördern die sogenannte Dahlbuschbombe am 7. November 1963 an ihren Einsatzort. Die Kapsel kam 1955 im Bergwerk Dahlbusch bei Gelsenkirchen erstmals zum Einsatz.
Pressekonferenz: Rudolf Stein, Leiter der Eisenerzmine in Lengede, gibt am 5. November 1963 eine Pressekonferenz zu den Fortschritten der Rettungsaktion für die letzten verschütteten Kumpel im Schacht Mathilde.
Kanzler am Unglücksort: Bundeskanzler Ludwig Erhard besucht am 6. November 1963 die Unglücksstelle von Lengede, inspiziert die Bohrung des Rettungsschachts und spricht mit eingeschlossenen Bergleuten. Das Grubenunglück hatte sich am 24. Oktober 1963 ereignet. "Das Wunder von Lengede" wurde mehrfach verfilmt.
Gerettet: Bergmann Hermann Lübke wird am 7. November 1963 von einem Team des Roten Kreuzes aus der verschütteten Eisenerzgrube in Lengede gerettet und winkt umstehenden Schaulustigen zu.