Gründung des Ku-Klux-Klans: Mordlüstern unter Hasskappen - DER SPIEGEL
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Gründung des Ku-Klux-Klans Mordlüstern unter Hasskappen

Sechs Freunde aus gutem Haus gründeten Weihnachten 1865 den Ku-Klux-Klan, hüllten sich in Bettlaken, ritten nachts aus. Anfangs war der Geheimbund eher ein Ulk - daraus entstand eine Woge von Lynchmorden und rassistischem Terror.
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Hilfloser Sheriff: Die Verbrechen des Ku Klux Klans wurden in den Südstaaten der USA selten verfolgt. Viele Polizisten und hohe Beamte waren selbst KKK-Mitglieder oder sympathisierten zumindest mit dem Rassistenorden. Diese Aufnahme von 1923 zeigt einen Aufmarsch des Klans in Tulsa, Oklahoma. Ganz links zu sehen (neben dem Pferd) ist auch der ehemalige Sheriff des Ortes, der vergeblich versucht hatte, die Parade zu verbieten. Ein Jahrhundert lang konnte der rassistische Geheimbund Angst und Schrecken in den USA verbreiten. mehr...

Foto: AP
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Konspirativ: Das pseudo-religiöse Gebaren, der Schweigekodex und der Ruch des Verbotenen machten den Ku Klux Klan von Beginn an attraktiv - auch für Menschen, die nicht alle Ziele des Ordens teilten. Hier kriechen 1922 Klanmitglieder nach einem geheimen Treffen aus einem Tunnel, Aufnahmeort unbekannt.

Foto: Topical Press Agency / Getty Images
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Wie Karneval: Auf einem Umzugswagen begingen Mitglieder des Ku Klux Klan am Nationalfeiertag 1924 die Eröffnung eines neuen Hauptquartiers im US-Bundesstaat New Jersey - und damit nicht im klassischen Südstaatengebiet. Trotz seiner unzähligen Gewalttaten und Morde wurde der Klan in den USA oft verharmlost und als Folklore abgetan.

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Selbstjustiz: Schon kurz nach seiner Gründung am 24. Dezember 1865 betonte der Klan das "unveräußerliche Recht des Volkes" auf "Selbstschutz". Darunter verstanden viele einen Freibrief zum Morden und Lynchen, hier ein Stich von 1871.

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Der "Große Hexenmeister": Nathan Bedford Forrest war der Prototyp eines Ku Klux-Mitglieds. Der Sklavenhändler und Plantagenbesitzer war vor dem Bürgerkrieg einer der reichsten Männer des Südens. Als General der Konföderierten war er gegen die Nordstaaten in den Krieg gezogen, der ihn am Ende um fast sein gesamtes Vermögen brachte. 1866 wurde er als "Großer Hexenmeister" zum ersten Oberkommandanten des Ku Klux Klans ernannt, den er 1871 auf Druck der Regierung in Washington wieder auflöste.

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Mit Stöckelschuhen und Kutte: Bis heute ist kaum bekannt, dass auch Frauen im Ku Klux Klan eine wichtige Rolle spielten. Dieses Foto, aufgenommen in Atlanta 1937, ist eine der ersten Aufnahmen, die das auch belegen.

Foto: AP
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Filmikone der Rassisten: David W. Griffiths "Birth of a Nation" (1915) war mit drei Stunden der erste Monumentalfilm der Stummfilmära. Technisch brillant befeuerte das Historiendrama über den Wiederaufbau nach dem Bürgerkrieg aber auch den Rassenhass. Der Ku Klux Klan wurde zum edel-patriotischen Verteidiger der Südstaaten stilisiert; die ehemaligen Sklaven wurden kollektiv als bösartig und einfältig dargestellt.

Foto: Hulton Archive / Getty Images
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Hier kommen die mordenden Retter: In dieser Filmszene aus David W. Griffiths "Birth of a Nation" vertreibt der Ku Klux Klan schwarze Milizen. Selbst US-Präsident Woodrow Wilson, der stets viel Verständnis für die Belange der Südstaaten aufbrachte, war von dem rassistisch verbrämten Film angetan - und lobte explizit dessen vermeintlich "schrecklich wahre" Handlung.

Foto: Hulton Archive / Getty Images
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Mordlüsterne Patrioten: Diese Propagandazeichnung aus den Zwanzigerjahren zeigte den Klan, wie er sich gern selbst sah - als heimlicher Herrscher, der nur das Beste für das Land will. "Unsichtbares Reich" nannte der Orden selbstbewusst all seine lokalen Orden und Einflussgebiete.

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Massenaufnahme: 1915, beeinflusst durch den Film "Birth of a Nation", gründete sich der 1871 offiziell aufgelöste Orden neu. Er wurde bald zu einer viel größeren Massenbewegung als zuvor. Allein bei diesem zeremoniellen Treffen in der Nähe von Los Angeles sollen an die 700 neue Mitglieder aufgenommen worden sein; zu dieser Zeit soll der Orden bis zu vier Millionen Mitglieder gehabt haben. Erst nach der Neugründung 1915 wurde das brennende Kreuz als neues Symbol eingeführt, das bis heute das mystische Markenzeichen des Ordens ist.

Foto: AP
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Nächtliche Treffen: Berühmt und immer wieder zum Thema von Hollywoodfilmen wurde der Ku Klux Klan besonders wegen seiner mystischen Rituale und der Feuersymbolik, hier eine undatierte Aufnahme. Gegründet wurde der Orden an Heiligabend 1865 von sechs Männern in der Kleinstadt Pulaski, Tennessee. Ganz unumstritten ist das Datum nicht, allerdings enthüllte 1917 die Witwe eines der Mitgründers in Pulaski eine Gedenktafel mit diesem Datum.

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Am Gesetz vorbei: Den Amerikanischen Bürgerkrieg hatten die Südstaaten verloren und damit auch die einträgliche Sklavenarbeit auf ihren Plantagen. Im 1865 gegründeten Ku Klux Klan sahen viele Weiße eine Möglichkeit, sich an den plötzlich freien und gleichberechtigten Ex-Sklaven zu rächen oder sie durch Gewalt und Einschüchterung von Wahlen und dem gesellschaftlichen Leben fernzuhalten.

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Rassegedanken: Schon die erste überregionale Versammlung des Ku Klux Klans im Jahr 1866 hatte "die Vorherrschaft der weißen Rasse" zum "obersten Ziel" erhoben. Die Weißen seien gottgewollt und "mit eindeutiger Überlegenheit über alle anderen Rassen ausgestattet" worden. An diesem menschenverachtenden Grundgedanken änderte sich trotz der mehrfachen Neugründungen bis heute nichts.

Foto: AP
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Gefährliche Aufnahme: Der Fotograf, der 1949 eine nächtliche Parade des Ku Klux Klans mit 18 Autos dokumentierte, wurde plötzlich von einem der Autos verfolgt, konnte aber entkommen. Womöglich diente die Jagd auf den Journalisten auch nur dem Ziel, die eigene Radikalität herauszustellen - schließlich war der Ku Klux Klan an der Werbung neuer Mitglieder durch Presseberichte und Fotos interessiert.

Foto: AP
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Dritte Gründung: 1944 ein zweites Mal aufgelöst, gründete sich der Ku Klux Klan in regional unabhängigen Gruppierungen wieder neu. Besonders stark war er dabei im US-Bundesstaat Mississippi. Allerdings begann mit der Zeit auch das FBI, den Orden zu unterwandern, sodass erstmals auch Morde aufgeklärt werden konnten. Als sich in den Sechzigern und Siebzigern die Bürgerrechtsbewegung weiter durchsetzte und die Rassentrennung aufweichte, begann der Einfluss des Ordens zu sinken.

Foto: Library of Congress
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Unmissverständliche Warnung: Noch mehr als sechzig Jahre nach seiner ersten Gründung verfolgte der Ku Klux Klan dieselben Ziele. Hier versuchte der Klan 1939 vor den Städtischen Wahlen in Miami, Florida, die schwarze Bevölkerung von der Abstimmung fernzuhalten.

Foto: AP
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Gegen die Bürgerrechte: "Wenn er mit dem Bazillus der Gleichberechtigung geimpft ist", so ein Ku Klux-Demagoge aus der Anfangszeit des Ordens, "wird der Schwarze ein wildes Tier, das nach Beute sucht." Zynisch stilisierte sich der Klan, hier eine Aufnahme von 1923, zum Beschützer der Unschuldigen und Schwachen, besonders von Kriegswitwen und Kindern, während er nachts mordend und folternd durch die Dörfer zog. Das Weiß der Gewänder sollte dabei die Reinheit des Ordens symbolisieren - und das Rot ihres Aufsatzes das Blut, das er beim Beschützen Unschuldiger vergoss.

Foto: Library of Congress
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Vor dem Zentrum der Macht: Anhänger des Ku Klux Klan marschieren auf diesem Foto von 1926 ungewöhnlich erkennbar vor dem Kapitol in Washington, ohne sich vor strafrechtlicher Verfolgung zu fürchten. Der radikale, rassistische Geheimorden konnte sich bis heute halten - nicht nur in den USA, sondern auch mit Ablegern in Europa.

Foto: Library of Congress
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Einfluss bis in die Gegenwart: Ein lokales Treffen von Ku Klux Klan-Anhängern in Virginia im Jahr 2011. Nach der Wahl des US-Präsidenten Barack Obama soll der Orden neuen Zulauf bekommen haben. Überprüfen kann man dies aber kaum - womöglich handelt es sich nur um Eigenwerbung des Ordens, der sich nach außen etwas bürgerlicher gibt. Angeblich hat der Klan in den USA heute noch mehrere Tausend Mitglieder.

Foto: Jim Lo Scalzo/ dpa
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