Software-Millionär John McAfee auf der Flucht
Am helllichten Tag, ohne Verkleidung, ohne Finte: Nach drei Wochen auf der Flucht hat sich John McAfee nun in Guatemala-Stadt gezeigt - auf dem Platz vor dem Obersten Gericht des lateinamerikanischen Landes.
Der US-Software-Pionier war vor der Polizei von Belize ins Nachbarland geflohen. Dort wolle er politisches Asyl beantragen, sagte der 67-Jährige nun.
Juristischer Beistand: Telesforo Guerra (l.) ist der Onkel von McAfees Freundin.
Offenbar kann sich McAfee in Guatemala frei bewegen: Am Dienstag gab er ein Interview in einem Restaurant.
Zuvor hatte der 67-Jährige dort in aller Ruhe gegessen.
McAfee, hier auf einem Bild vom 8. November, war wochenlang abgetaucht. Der 67-Jährige wird im Zusammenhang mit einem Mordfall in Belize gesucht.
Das "Vice"-Magazin begleitet John McAfee. Am Dienstag wurde auf der Website des Magazins ein Foto von dem Flüchtigen gezeigt.
Einige Stunden zuvor veröffentlichte "Vice" auf seiner Website dieses Bild. Es zeigt Rocco Castoro, den Chefredakteur der US-Ausgabe, mit McAfee. Das Bild sorgte für Aufregung: Findige Medien berichteten, sie hätten anhand der mit dem Bild veröffentlichten Geo-Daten den Entstehungsort ermittelt.
McAfee behauptete wenige Stunden später in seinem Blog, er selbst habe zu seiner eigenen Sicherheit die Daten des Bildes gefälscht. Ausführlich berichtete er von seiner Motivation und entschuldigte sich beim "Vice"-Magazin. Über den Blog whoismcafee.com hält der Gründer des US-Unternehmens für IT-Sicherheit McAfee die Öffentlichkeit auf dem Laufenden.
Am 11. November war einer von McAfees Nachbarn tot in seinem Wohnzimmer gefunden worden. Der 52-Jährige hatte eine Schusswunde am Hinterkopf. Die Polizei, hier beim Abtransport der Leiche, fand eine Neun-Millimeter-Patronenhülse auf einem Treppenabsatz.
Der Getötete, ein in diesem Haus in Belize lebender Amerikaner, war mit McAfee zerstritten, wie das Inselblatt "San Pedro Sun" berichtete. Es ging um Hunde, Waffen und merkwürdiges Benehmen McAfees.