Guido Westerwelle: Mal schrill, mal still - DER SPIEGEL
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Guido Westerwelle Mal schrill, mal still

Er starb nach langem Kampf gegen den Krebs: Guido Westerwelle ist tot, er wurde 54 Jahre alt. Der FDP-Politiker und frühere Bundesaußenminister hatte sich schon 2014 aus der Politik zurückgezogen.
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Guido Westerwelle im November 2015. Am Freitag starb der ehemalige FDP-Chef im Alter von 54 Jahren.

Foto: © Hannibal Hanschke / Reuters/ REUTERS
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Ex-Außenminister Guido Westerwelle im November 2015 bei der Buchvorstellung in Berlin: "Zwischen zwei Leben. Von Liebe, Tod und Zuversicht." In seinem Werk schilderte der ehemalige FDP-Vorsitzende seinen Kampf gegen den Krebs.

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Westerwelle zusammen mit seinem Co-Autor: Nach seiner Leukämie-Diagnose hatte der Liberale sich vom ehemaligen "Stern"-Chefredakteur Dominik Wichmann für ein Buch interviewen lassen.

Foto: Jörg Carstensen/ dpa
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Für einen Augenblick zurück im Rampenlicht: Bereits im Gespräch mit dem SPIEGEL im Herbst 2015 sprach der FDP-Politiker über die tückische Krankheit, seine Angst vor dem Tod - und darüber, wer ihm in der schwierigsten Phase seines Lebens Halt gegeben hat. "Sie glauben gar nicht, was der Mensch alles aushält", sagte er im Interview mit Chefredakteur Klaus Brinkbäumer.

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Zur FDP kein Kommentar: Während der Präsentation seines Buches äußerte sich Westerwelle sehr persönlich. Zur Situation der liberalen Partei sagte er nichts - er hat sich aus der Politik zurückgezogen.

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Im Sommer 2014 wird bekannt, dass Guido Westerwelle an Blutkrebs erkrankt ist. Er musste sich einer schwierigen Behandlung unterziehen und zeigt sich nur sehr selten in der Öffentlichkeit - wie hier mit seinem Ehemann Michael Mronz im Mai 2015 beim Großen Preis von Aachen. Westerwelle war seit seiner Jugend ein begeisterter Pferdesportler und ritt auch selbst.

Foto: Rolf Vennenbernd/ dpa
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Liberale unter sich: Im Mai 2014 besuchte Guido Westerwelle den FDP-Bundesparteitag in Dresden. Nach dem erstmaligen Rauswurf aus dem Bundestag musste sich die Partei neu besinnen, kurz nach der Bundestagswahl wurde Christian Lindner (r.) neuer Parteichef. Links der ehemalige FDP-Chef und Ex-Außenminister Klaus Kinkel.

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Verheiratet: Guido Westerwelle war mit dem Sportmanager Michael Mronz verheiratet - er wurde während seiner Krebserkrankung zu einer seiner wichtigsten Stützen.

Foto: Marius Becker/ dpa
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Abschied: Schwarz-Gelb verlor die Bundestagswahl, es kam erneut zur Großen Koalition. Am 17. Dezember 2013 übergab Westerwelle im Europasaal des Auswärtigen Amtes in Berlin sein Amt an seinen Nachfolger, den SPD-Politiker Frank-Walter Steinmeier. Westerwelle gab wenig später die Gründung der in Berlin beheimateten Westerwelle-Foundation bekannt.

Foto: Tim Brakemeier/ dpa
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FDP-Politiker Philipp Rösler und Guido Westerwelle: Rösler wurde nach scharfer Kritik an Westerwelle in den eigenen Reihen dessen Nachfolger. Im Mai 2011 wählte ihn ein FDP-Bundesparteitag in Rostock zum neuen Parteichef. In den Wochen zuvor hatten Rösler, Christian Lindner und Daniel Bahr auf Westerwelle eingewirkt, seinen Posten als Parteichef aufzugeben.

Foto: Maurizio Gambarini/ picture alliance / dpa
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Unterwegs bis zuletzt: Auch nach der verlorenen Bundestagswahl im Herbst 2013, bei der die FDP erstmals in ihrer Geschichte aus dem Bundestag flog, absolvierte Westerwelle bis zur Amtsübergabe an seinen Nachfolger ein enormes Programm. Hier redet er am 28. September 2013 vor der Uno-Vollversammlung.

Foto: Adam Hunger / REUTERS
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Mai 2013 in Washington: Westerwelle mit dem US-Außenminister John Kerry. Zu diesem Zeitpunkt glaubte Westerwelle noch an einen Erfolg der schwarz-gelben Koalition, auch wenn seine Partei schon damals in den Umfragen schwächelte.

Foto: Yuri Gripas / REUTERS
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Erste Schritte als Außenminister: Westerwelle im Juni 2010 mit dem Bürgermeister der rumänischen Stadt Sibiu, Klaus Johannis, der 2014 Rumäniens Staatspräsident wurde. Anfangs fremdelte Westerwelle mit dem Amt, nach seinem von den eigenen Parteifreunden erzwungenen Abgang als FDP-Parteichef im Frühjahr 2011 widmete er sich ganz dem Außenministerium. Seine Umfragewerte stiegen, und auch die Medienberichte wurden freundlicher.

Foto: Ana Poenariu/ AP
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Gute Stimmung: Im Herbst 2009 stellten in der Bundespressekonferenz in Berlin CSU-Chef Horst Seehofer, Guido Westerwelle und CDU-Vorsitzende Angela Merkel die Ergebnisse der Koalitionsgespräche vor. Westerwelle erheiterte den Saal: "Um 2.12 Uhr waren wir mit der Arbeit fertig, seit 2.15 Uhr sagen wir Horst und Guido."

Foto: dpa
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Ziehvater: Hans-Dietrich Genscher, Ex-Außenminister und Ehrenvorsitzender der FDP, hatte Guido Westerwelle geraten, das Außenministerium zu übernehmen. Das sahen später manche in der Partei als Fehler an - sie hätten lieber das Finanzministerium in der schwarz-gelben Koalition gehabt.

Foto: Tobias Kleinschmidt/ dpa
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Ganz oben am 27. September 2009: Mit einem fulminanten Ergebnis von 14,6 Prozent kam die FDP unter Parteichef Guido Westerwelle an die Regierung. Doch schon nach den ersten Monaten der schwarz-gelben Koalition sanken die Werte rapide - die Partei konnte ihr Versprechen, die Steuern zu senken, nicht umsetzen.

Foto: Jens Wolf/ picture alliance / dpa
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Mannheim, 9. Mai 2002: Vor dem Bundesparteitag präsentierte Westerwelle ein "Guidomobil", mit dem er durch die Lande fuhr. Erstmals hatte die FDP in Mannheim mit Westerwelle einen Kanzlerkandidaten aufgestellt - was in der Öffentlichkeit wegen der Aussichtslosigkeit der FDP, den Kanzler stellen zu können, zu sarkastischen Kommentaren führte.

Foto: FRANK RUMPENHORST/ AP
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Schwierige Beziehung: Westerwelle mit dem Vorsitzenden und Spitzenkandidaten der FDP in Nordrhein-Westfalen, Jürgen Möllemann. Möllemann hatte 2002 und 2003 mit antiisraelischen Tönen versucht, zu punkten. Darüber kam es zwischen ihm und Westerwelle schließlich zum Bruch. Westerwelle warf sich später vor, zu spät dem Agieren Möllemanns in Sachen Israel Einhalt geboten zu haben. Hier sind beide am 2. April 2000 in Düsseldorf zu sehen. Möllemann sprang im Juni 2003 per Fallschirm mutmaßlich absichtlich in den Tod, zuvor war er wegen finanzieller Irregularitäten in die Schlagzeilen geraten, ihm drohte ein Strafverfahren.

Foto: Achim_Scheidemann/ picture-alliance / dpa
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Westerwelle besuchte am 14. Oktober 2000 das Big-Brother-Haus in Hürth bei Köln, damals Ort für eine Show des TV-Senders RTL II, die bis zu vier Millionen Zuschauer hatte: Der Besuch brachte Westerwelle Hohn und Kritik ein und war auch innerparteilich umstritten. Er selbst rechtfertigte sich - man müsse dorthin gehen, wo die Jugendlichen seien.

Foto: DB Endemol / dpa / picture alliance
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FDP-Gipfel in Potsdam, 12. August 1996: Außenminister Klaus Kinkel, Generalsekretär Guido Westerwelle und Parteichef Wolfgang Gerhardt in trauter Runde. Im Laufe seines Aufstiegs wird Westerwelle Gerhardt sowohl als Partei- und später auch als Fraktionschef ablösen.

Foto: JAN BAUER/ Associated Press
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Anfänger: Im Strickpullover hielt Guido Westerwelle als Vorsitzender der von ihm mitgegründeten Jungen Liberalen eine Rede auf dem Bundesparteitag im Mai 1986 in Hannover. Damals setzte sich Westerwelle für ein Moratorium beim (am Ende gescheiterten) Bau der Wiederaufbereitungsanlage im bayerischen Wackersdorf ein. Das Moratorium wurde von den FDP-Delegierten in einer Kampfabstimmung in Hannover bestätigt.

Foto: HERIBERT PROEPPER/ ASSOCIATED PRESS
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